Auf ein Wort Schriftzug

Auf ein Wort #19

Der Bauch irrt – zum Sonderthema WISSEN

Lebensmittelvergiftung oder Blitzschlag? Unfälle jeder Art oder Diabetes? Was glauben
Sie? Woran sterben mehr Menschen? An Lebensmittelvergiftung und Unfällen? So
antworten die meisten. Richtig ist aber genau das Gegenteil: Blitzschlag und Diabetes. Und
zwar jeweils um ein Vielfaches mehr. Woher kommen die krassen Fehlurteile?

Sie beruhen auf Informationen, die schneller verfügbar und emotionaler besetzt sind.
Unser Gehirn interpretiert solche Informationen als wahrscheinlicher. Fehleinschätzungen
entstehen. Das berühmte Bauchgefühl führt nicht immer, aber häufig in die Irre.
Die schnelle Antwort stimmt nun mal häufig nicht mit der Wahrheit überein. Gerade
aktuell gibt es dafür viele Beispiele: „Die Märkte haben versagt“ ist eine einfache Antwort
auf weltweite Krisen, ein politisch korrektes Statement. Märkte aber sind die beste
Lösung, sie sind die Plattform für Wettbewerb, fördern Vielfalt und Qualität, senken die
Preise. Wenn sie funktionieren. Dazu gibt es Regeln und Gesetze. Diese festzulegen und
zu kontrollieren ist Aufgabe der Politik. Sie hat dafür zu sorgen, dass sich das Wechselspiel
von Angebot und Nachfrage frei entfalten kann, aber auch, dass zu viel Marktmacht den
Wettbewerb nicht aushebelt.

Auch der Glaube an die „Grenzen des Wachstums“ ist ein Irrglaube, immer und immer
wieder gepredigt. Doch der Club of Rome selbst hat das Zukunftsszenario schon korrigiert.
Es ist ja auch eine wahrhaft postmaterielle Diskussion, die man sich erst einmal leisten
können muss. Der Großteil der Menschheit nämlich sitzt nicht an vollen Fleischtöpfen.
Wollen wir ihm verbieten, dahin zu wollen, wo wir schon lange sind? Dazu aber braucht
es Wachstum. Wachstum ist die Grundlage des Lebens, das belegt schon die simpelste
Zellteilung. Wachstum ist ein Naturgesetz.

Und das „Ende der Ressourcen“? Steht das so fest, wie einem Glauben gemacht wird?
Nein, zu Ende geht gar nichts. Außer, jemand knipst die Sonne aus. Durch die steigt der
Energielevel weltweit von Tag zu Tag. Ein effizienterer Umgang mit den Ressourcen,
das Denken in Kreisläufen, die dezentrale Nutzung von Sonne, Wind, Wasser als neue
Energieträger erschließt sogar mehr Ressourcen als bisher möglich.

Märkte versagen nicht, Wachstum hat keine Grenzen und Ressourcen sind da. Doch
weil das Bauchgefühl stärker ist als der Verstand, der Mensch zwar rational begabt, aber
emotional gesteuert ist, fühlen wir uns immer wie kurz vor dem Abgrund. Leiten lassen
sollten wir uns bei unserem Lebensentwurf aber doch nicht von diesem dumpfen Gefühl,
oder? Kehren wir also schnellen einfachen, oftmals aber düsteren Erklärungsmustern ganz
einfach den Rücken zu und denken wir nach, was wir besser tun können.

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