Monaco Franke

Monaco Franke #44

Für den COBURGER von Wolfram Porr

Es spricht schon eine gehörige Portion Hochachtung und Bewunderung aus seinen Worten, wenn ein Münchner einen Satz sagt wie: „Die Hund‘ sind scho‘ grod überoi dabei, wo die Musi spuit!“ Aber genauso ist es. Die in Oberbayern häufig belächelten Franken sind gerade in aller Munde und omnipräsent. Ob in der Politik, im Sport oder als Angriffsfläche von Satirikern. Letzteres war schon immer ein untrügliches Zeichen für die Bedeutung einer Person. Höchstwahrscheinlich hätte Brose-Chef Michael Stoschek auf die Art von „Publicity“ aber gerne verzichtet, die ihm Jan Böhmermann seit Monaten in seinem „ZDF Magazin Royale“ angedeihen lässt. Aber mit einer eigenen Rubrik und eigenem Jingle fester Bestandteil einer hippen Satire-Unterhaltungsshow im ZDF-Hauptprogramm zu werden, da gehört schon auch etwas dazu – und wenn‘s a Bedongschädel und boliddische Dreistichkeit sind. Da gradulierma recht herzlich! Coburg und sein in besagtem Jingle bestens in Szene gesetztes Stadtwappen jedenfalls dürfte nun endgültig auch der letzte Influencer in Deutschland kennen – genauso wie die Max-Brose-Straße oder Stoscheks verzweifelte Versuche, zum Wohle des eigenen Unternehmens (oder hob iech jetzt wen vergess’n?) Druck auf die Stadtspitze auszuüben – und wenn das nicht gelingt: auf die Landesregierung.

Fortsetzung folgt? Des is so sicher wie der Coburcher Rutscher zum Sonntagsbraten! Denn wenn sich Medien oder Satiriker erstmal auf jemanden eingeschossen haben, dann geht’s fröhlich immer weiter zur Sache. Erst wenn der Gaul tot ist, auf dem man reitet, ist vielleicht mal Schluss, wie ein altes Indianer-Sprichwort besagt. Dafür müsste Stoschek aber auch mal Ruhe geben und ein bisschen Einsicht zeigen oder vielleicht sogar Humor beweisen. Beides eher unwahrscheinlich, wie sein Austritt aus der CSU zeigt. Das bringt uns zum zweiten Franken, der momentan mit an den Hebeln der Macht sitzt und vielleicht sogar bald noch wichtiger werden könnte. In der Coronakrise präsentiert sich unser bayerischer Ministerpräsident Maggus Söder bei den ja nun regelmäßig stattfindenden Kanzler-Ministerrunden in vorderster Front und sehr überzeugend als Macher und Krisenmanager, auch wenn nicht mal er das Desaster mit den Osterruhetagen verhindern konnte, die die Kanzlerin nach gerade mal 24 Stunden selbst wieder kassierte. Wenn Söder das Kanzleramt irgendwann nicht mehr nur als Gast durch den Nebeneingang betreten will, dann muss (und wird) er jetzt den ihm eigenen Machtinstinkt nutzen und in Anbetracht der noch ausstehenden „K-Frage“ in der Union eine möglichst gute Figur abgeben und sich für den Posten in Stellung bringen. Freilich, des is jetzt bei der Konkurrenz aus der Reihenhaussiedlung in Aachen-Burtscheid ned so wahnsinnig schwer. Weil neba dem „Zaunkönich“ aus Nordrhein-Westfalen wirkt der Söder mit seiner beeindruckenden Statur ja geradezu wie a majesdädischer, stolzer Albadross („Gockel“ ham Sie jetzt gedocht!)! Kei‘ Ahnung wieso, aber der Monaco muss, wenn er den Armin Laschet sieht, immer an so a‘ Gaddenzwärchversammlung im Vorbeet denken …! Humor hat der „MP“ übrigens auch! Einerseits hat er bei den zwei, pardon: drei, oder waren’s vier Fällen in der Maskenaffäre echt streng durchgegriffen. Andererseits heißt sein großes Vorbild Franz Josef Strauß. Und der hätt‘ nie und nimmer … also irgendwos mit Geld … undenkbar sowas! Aber is auch völlig wurschd! Schon Konrad Adenauer hat gesagt, „was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“, und da ist der Maggus ein gelehriger Schüler!

Ja, der Söder könnte der wichtigste fränkische Staatsmann seit Henry Kissinger (!) werden. Innerhalb der Union, und sogar außerhalb Bayerns, trauen ihm deutlich mehr Leute die Kanzlerschaft zu als seinem Konkurrenten. Wer hätte das vor Kurzem noch gedacht?! Aber ehrgeizig war der Nürnberger bekanntlich ja schon immer. Und alle Beteuerungen, der Job als bayerischer Landesvater sei der schönste, den er sich vorstellen könne, greifen nur bedingt, denn: Wenn das Volk ihn ruft, dann wird der Maggus Verantwortung übernehmen, ist doch klar! Zum Üben hat er sogar schon ein paar Flirtversuche mit den Grünen unternommen. Sollte die bemitleidenswerte SPD tatsächlich nur dritt- oder gar viertstärkste Kraft im Land werden, wäre Schwarz-Grün im Bund geradezu geboten. In Berlin könnte es dann noch dieses Jahr die Troika Söder-Laschet-Bärbock geben … fei ned lachen! Ich erinnere Euch im Herbst nochamal dran!

Dann dürfte längst feststehen, wer als Bundestrainer unserer Fußball-Nationalmannschaft die Nachfolge von Jogi Löw antritt. Und simmer ehrlich, wer könnte diese Rolle besser ausfüllen, als DER fränkische Fußballexperte und Mann von Welt, unser Lothar Matthäus?! „Wäre wäre Fahrradkette“? Die Chancen, dass er’s wird, stehen in der Tat gar nicht so schlecht! Erstens will der DFB keinen Trainer aus einem bestehenden Vertrag herauskaufen, was einen Bundestrainer Flick oder Klopp (der ohnehin schon abgesagt hat) ausschließt. Und zweitens mehren sich die Stimmen, die dem Loddar diese Aufgabe zutrauen würden. Selbst Uli Hoeneß, der ihn einst nach diversen internen Skandälchen und Undiszipliniertheiten nicht mal mehr als „Greenkeeper“ hatte verpflichten wollen, hat jetzt gesagt, Matthäus wäre eine gute Wahl! Sagen wir mal so: Als Rekordnationalspieler hat er auf jeden Fall genügend Erfahrung und Sachverstand. Seine Einstellung stimmt immer – nie würde er den Sand in den Kopf stecken, von Löw aussortierte Spieler hätten bei ihm eine faire Chance („I look not back, I look in front!“) und alle hätten viel Spaß. Auf der internationalen Bühne ist der gebürtige Mittelfranke sowieso zuhause wie kaum ein zweiter: Sein „Fränglisch“ ist international, und alleine seine fünf Ehen haben ihn zu einem echten „Globetrotter“ werden lassen, der in ganz Europa zuhause ist – mit Wohnsitzen in München und Budapest, Kindern in Deutschland, der Schweiz und Ungarn, dazu hat der Loddar einen Koffer in Italien, Russland, der Ukraine, Serbien und in Herzogenaurach. Und noch ein wichtiger Punkt, der für Matthäus als Bundestrainer spricht: Nach dem penibel genau auf sein Äußeres achtenden und stets elegant gekleideten Joachim Löw würde Deutschland einen würdigen, stilsicheren Nachfolger bekommen. Denn wie antwortete Lothar Matthäus einst auf die Frage, was er in seiner Zeit in Mailand fürs Leben gelernt habe? „Die Grawatte muss zum Gürdel bass’n!“

Schätzla, schau wie iech schau!

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