Macherin: Josephine Dransfeld #63

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen.

Dieses Mal Josephine „Josie“ Dransfeld, ganz frisch Mitgesellschafterin der Heunec GmbH & Co. KG, aktiv bei den Wirtschaftsjunioren zu Coburg und Bayern und im Außenwirtschaftsausschuss der IHK zu Coburg. Sie hat sich als Fürsprecherin für mehr Mut und Zuversicht einen Namen gemacht.

Sind Sie eine Macherin?

Ich habe mich lange nicht so gesehen, aber jetzt muss ich die Frage wohl mit Ja beantworten.

Warum sind Sie eine Macherin?

Es macht mir Spaß, Dinge auszuprobieren, anzustoßen und neu zu denken. Das ist ein wichtiger Teil meiner Funktion als Mitgesellschafterin des Unternehmens. Den Mut dazu habe ich auch durch die Wirtschaftsjunioren gelernt. Seit 2018 bin ich dort aktiv und habe sehr davon profitiert. Das Netzwerk hat mir geholfen, mir mehr zuzutrauen, Mut zu entwickeln, keine Angst vor Fehlern zu haben. Früher habe ich gedacht, ich habe nichts zu erzählen. Heute kann ich vorangehen und andere von einer Idee begeistern. Schlussendlich habe ich gelernt, dass das, was ich tue, einen Sinn hat und der richtige Weg ist. Dann halte ich auch aus, wenn es mal Gegenwind gibt.

Was macht das Machen aus?

Als Macher oder Macherin gibt man einen Impuls, und möchte Menschen um einen herum davon überzeugen, den neuen Weg mitzugehen. Der erste Schritt ist dabei der Kniffligste. Wenn es erstmal läuft, wird es leichter. Und man muss seinen eigenen Weg finden: Wir haben bei Heunec immer gesagt, wir sind klein, wir müssen es anders machen, weil wir mit den Großen sonst nicht mithalten können. Daher sind wir die Kuschelagenten auf kuscheliger Mission und nicht nur eine Spielwarenfirma. Wir setzen auf Nachhaltigkeit. Wir kommunizieren anders, zum Beispiel auf TikTok durch unser plüschiges Faultier „Flink“. Die Generation Z von heute ist die Elterngeneration von morgen und wir müssen uns dort bewegen, wo unsere Zielgruppe ist. Ganz egal ob einem das Medium gefällt oder nicht. Man muss aus der Komfortzone raus, Neues probieren, mutig sein, das Team anzünden, Vordenker sein.

Wie ging es los mit dem Machen?

Ich habe immer gesehen, dass Mama hart arbeitet und viel unterwegs ist, habe es aber nie als negativ empfunden. Mit 13 Jahren durfte ich das erste Mal mit nach Asien auf eine Geschäftsreise nach Hongkong, das war aufregend, faszinierend. Als Jugendliche habe ich Ferienarbeit gemacht, mit 16 Jahren auf der Spielwarenmesse mitgeholfen. Und Mama hat immer wieder angemerkt, dass ich die Dinge, die ich mir in den Kopf gesetzt habe, schlussendlich auch mache. Vielleicht klappt es nicht gleich, dann probiere es nochmal. Aber sie hat mir nie gesagt, was ich machen soll. Ich konnte immer aus freien Stücken entscheiden. Später bin ich dann auch erstmal fort aus Coburg, habe studiert, gearbeitet, und war dann drei Jahre lang in Neuseeland zum Studieren und Arbeiten. Das hat richtig viel bewirkt. Wenn man mal so weit weg ist, lernt man, auf eigenen Füßen zu stehen. Im Januar 2017 habe ich dann in der Firma angefangen, habe mich Stück für Stück reingearbeitet bis zum jetzigen Stand.

Ist die Region Coburg ein guter Ausgangspunkt zum Machen?

Ja, aber ich würde mir wünschen, dass Stadt und Landkreis mehr und besser zusammenarbeiten im Sinne der gesamten Region. Gemeinsam ist besser als gegeneinander. Und es braucht mehr Offenheit für neue und coole Ideen, für Gründerinnen und Gründer, nicht nur für etablierte Unternehmen und Themen, wir brauchen auch mehr junge Unternehmerinnen, mehr Frauen, und vor allem auch mehr Fehlerkultur.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

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