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Auf ein Wort #55

Autos raus aus Coburgs City?

von Gabi Arnold

Pontevedra in Galicien macht es vor: Die 80.000 Einwohner zählende spanische Stadt hat den Verkehr aus der Stadt verbannt. Die Fußgänger erobern die City.

Die Grünen in Coburg möchten das auch in Coburg erreichen. Es soll ein Teil der Straßen und Gassen für den Verkehr gesperrt werden, die Kurzzeitplätze sollen verschwinden. Zum Beispiel soll die Steingasse auf Anwohner- und Lieferverkehr beschränkt werden, die Rückertstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt und für den Busverkehr umgenutzt. Wenn es nach den Grünen geht, sind Autos auf dem Marktplatz in Zukunft tabu. (Ausgenommen ist natürlich immer der Liefer- und Anwohnerverkehr).

Wir alle kennen das: Auf der Suche nach einem Parkplatz in der Innenstadt drehen wir unseren Kreis von der Mohrenstraße in die Webergasse, weiter zur Judengasse, wieder zur Löwenstraße und zur Mohrenstraße, obwohl es in der Nähe Parkhäuser gibt. Genau dort wollen die Grünen die Autos sehen, in den Parkhäusern und auf dem Anger. In Coburg sind es meistens Freizeitfahrer und Urlauber, die in der Innenstadt ihre Kreise drehen, um einen Parkplatz zu finden.

Zugegeben, eine autofreie Innenstadt ist eine charmante Idee: Eltern entspannen im Schatten der Bäume, Kinder spielen auf den Plätzen, Menschen flanieren durch abgasfreie und von Autolärm befreite Zonen. Wer einmal auf der Insel Langeoog Urlaub gemacht hat, weiß, wie entspannend eine autofreie Stadt sein kann.

Pontevedra hat von dem Konzept profitiert, die Umsätze der Ladeninhaber und Gastronomen sind gestiegen. Die Menschen kommen in die Innenstadt, weil sie sich dort wohlfühlen. In der Stadt Coburg hat sich in den vergangenen Jahren viel getan, Häuser und Straßen sind saniert und zu Schmuckstücken geworden. Aber die Straßen sind auch mit parkenden Autos zugestellt, viele Geschäfte sind verwaist, die Nachfolger werden nicht gefunden, das urbane Leben fehlt. Es sind also Ideen gefragt.

Hinzu kommt, dass wir den Klimawandel nicht ignorieren können und handeln müssen. Dazu gehört auch, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Die Idee der Grünen ist schon deshalb diskussionswürdig. Es ist natürlich notwendig, Lösungen für ältere Menschen und Menschen mit Einschränkungen zu entwickeln. Der öffentliche Busverkehr sollte generell überdacht werden. In Pontevedra gibt es 15.000 Parkplätze am Rande der Innenstadt, die meisten davon sind kostenlos.

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