Monaco Franke

Monaco Franke #49

Ja, was wünscht man jetzt zum neuen Jahr? „A xunds Neues“ klingt in Zeiten, in denen einem zum Ende eines jeden Gesprächs ein wohlgemeintes „und bleib g’sund!“ entgegenschmettert wird, ja fast a wenig banal! Die Gesundheit – das kapiert inzwischen von Karl Lauterbach bis zum letzten quer denkenden Impfgegner momentan jeder – ist das wichtigste Gut, das wir Menschen haben – egal, ob wir nun links, rechts, in der Mitte oder unter der Knute von unter der Erde lebenden Echsenmenschen stehen. Was genau gesund ist oder macht, darüber gehen die Meinungen halt derzeit sehr sehr weit auseinander …

Gewisse Bedenken gegen bestimmte Maßnahmen oder die nun entgegen allen früheren Bekundungen von fast allen Parteien angestrebte Impfpfl icht kann man ja verstehen. Schlimm und peinlich wird’s, wenn in bedenklicher Ernsthaftigkeit von Zusammenhängen geschwurbelt wird, die so glasklar sind wie die Aussicht, dass die SpVgg Greuther Fürth heuer deutscher Fußballmeister wird.

Der Monaco ist für Verschwörungstheorien generell übrigens sehr empfänglich. Der Gedanke, dass Elvis noch lebt, ist ihm zum Beispiel durchaus symbaadisch. Die Vorstellung, der „King“ liegt in Wirklichkeit irgendwo am Strand und lässt sich die Sonne auf seinen seit 1977 sicherlich noch einmal ordentlich angewachsenen Schmerbauch scheinen, während er sich Drake oder Justin Bieber über Kopfhörer reinzieht, hat was! Oder dass die Amis die Mondlandung möglicherweise nur inszeniert haben und Neil Armstrong seine Füße am 21. Juli 1969 gar nicht auf den Erdtrabanten, sondern auf einen Kunstsandhaufen in einem Studio in Hollywood gesetzt haben könnte – sagen wir’s mal so: Völlig unmöglich erscheint des bei den Cowboys aus den United States of Neandertal ja ned, oder?! Und auch Bielefeld hat der Monaco noch nie betreten. Durchaus denkbar also, dass die „Alm“ in Wirklichkeit in Bad Salzufl en steht (würde doch viel besser zu dem Kurort bassen!) und Dr. Oetker in Gütersloh oder Detmold backt.

In Sachen Corona wird allerdings momentan ein bisschen zu viel geschwurbelt. Allein um Microsoftgründer Bill Gates ranken sich diverse Verschwörungstheorien – die krudeste ist die, dass er persönlich (der nachweislich viel Geld für Impfkampagnen in aller Welt gespendet hat) Unsummen an jeder verspritzten Dosis verdient und den Menschen mithilfe dieser Impfungen Chips einpflanzen will, um sie gefügig zu machen. Ja, so fragt man sich allen Ernstes, und was dann? Kaufen dann plötzlich alle zum dritten Mal Microsoft Office, obwohl sie schon zwei Excel- und drei Wordversionen auf ihrem Rechner haben? Oder bekommen die dann alle eine Zoom-Allergie und müssen auf Teams umsteigen? Hmhh …

Geradezu persönlich wird’s, wenn jede/r, egal ob nun Arzt, Pfleger oder Patient, der aus eigener Erfahrung berichtet, dass Intensivstationen vor der Überlastungsgrenze stehen und dass dort vor allem Ungeimpfte an den Beatmungsgeräten hängen, der Lüge bezichtigt wird. Wenn man dann fragt, welchen Grund ein Arzt/Pfleger/Patient denn haben sollte, in der Sache die Unwahrheit zu sagen, kommt von Hardcore-Coronaleugnern wie aus der Pistole geschossen: „Die sind alle bezahlt.“ Aha, irgendjemand (am Ende Bill Gates?) bezahlt also so viele Menschen auf der ganzen Welt, um falsche Informationen zu streuen? Bidde Bill, wenn du des hier liest: Iech könnt‘ grad an, zwaa Dausender gebrauchen. Ich erzähl dafi er alles, wos du willst – sogar dass dei Softwareanwendungen absolut sicher vor Hackern sind und immer stabil laufen!

Interessant ist dabei, dass Menschen mit Hirngespinsten, wie diesem dumpfen und ganz offensichtlich verwirrten Vegankoch Attila H. in bestimmten Kreisen mehr Glauben geschenkt wird als seriösen Wissenschaft lern (die vermutlich auch alle fürs Lügen bezahlt werden). Wenn sich der heute hinstellen und behaupten würde, dass der Sauerteig in Wirklichkeit ein Mürbteig ist, die selbst ernannten „Freiheitsboten“, „Querdenker“ und Telegram-Lemminge würden ihm wahrscheinlich auch das glauben.

Ein Wunder, dass sich noch keine Verschwörungstheorie um das französische Auto rankt, das in Coburg wochenlang den Verkehr behinderte und angeblich nicht abgeschleppt werden durfte. Es könnte ja vom Deiflpersönlich dort geparkt worden sein, um einen „Spaziergang“ von Coronaaktivisten zu behindern? Wahrscheinlicher ist freilich, dass es sich dabei um eine Vergeltungsaktion des französischen Pharmakonzerns Sanofi gehandelt haben muss. Quasi ein Racheakt, um die Ablehnung des dort hergestellten Impfstoff es durch die Europäische Arzneimittelbehöre zu sühnen.

Warum aber gerade in Coburg? Na, is doch kloar! Weil sich der Prinz Albert seinerzeit ins britische Königshaus eingeheiratet hat und nicht ins französische. A glassische Doppel-Revanche! Zwaa Flieg’n mit einer Klabbn, waaßt scho! Aber gut jetzt. Statt sich weiter mit Verschwörungstheorien auseinanderzusetzen, gönnt sich der Monaco jetzt ein paar Netflixfolgen. „Don’t Look Up“ heißt die Serie – darin geht es um eine Astronomiestudentin und ihren von Leonardo di Caprio gespielten Chef, die die Welt vor dem offensichtlich bevorstehenden Zusammenstoß der Erde mit einem auf sie zurasenden Asteroiden warnen. Leider hört ihnen niemand zu, die Kometenleugner sind in der Überzahl und rufen einander „don’t look up!“ – also „nicht nach oben schauen“ – zu. Nach dem Motto: ‚Wos iech ned seh, des glaab i ned. Und wos Gwies waas ma eh ned!‘ Na dann amaal gut‘ Nacht und a guuds Neues! Kann ja nur besser wer’n!

Schätzla, schau wie iech schau!

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