Auf ein Wort Schriftzug

Auf ein Wort #27

Paukenschlag … mit Ansage

von Renè Hähnlein, Coburger Stadtrat

Michael Böhm, langjähriger Leiter des Stadtmarketing verlässt Coburg, für viele überraschend. Nach dem Weggang von Citymanager Jörg Hormann und Tourismuschef Michael Amthor bereits der dritte prominente Verlust in kurzer Zeit.
Böhm war wichtige Nahtstelle und Ansprechpartner für die regionale Wirtschaft, den Einzelhandel, Kulturschaffende, aber auch für Sponsoren. Er holte Filmproduktionen nach Coburg, organisierte die Coburger Geschenkekiste, plante die Weihnachtsbaumaktion für die Queen, war führend bei der Vermarktung der erfolgreichen Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ tätig, initiierte das Patenschafts-Programm für ausländische Studenten und vieles mehr. An seiner Arbeit liegt es also nicht, dass er Coburg verlässt. Diese war über die Stadtgrenzen hinaus erfolgreich und bei einem großen Teil des Stadtrates anerkannt und geschätzt.

Mitentscheidend war dagegen die ständige Befristung seines Arbeitsvertrages. Coburg nämlich möchte zwar auf Augenhöhe mit Wirtschaft, Bildung und Kultur um die kreativsten Köpfe werben, bietet dann aber nur Ein-Jahres-Verträge oder Befristungen an.
So aber kann man langfristig keine erfolgreichen Strukturen aufbauen. Das sollte jedem klar sein. Coburg muss vielmehr als gutes Beispiel vorangehen und Befristungen grundsätzlich ablehnen. Das schafft Sicherheit für die Angestellten und ihre Lebensplanung und steigert die Attraktivität als Arbeitgeber.

Ein weiterer Punkt ist der Antrag zweier Stadtratskollegen zur Umgestaltung des Stadtmarketings. Grundsätzlich bin ich ein Fan solcher Anträge. Kommunalpolitik muss und darf gestalten, dafür haben die Coburgern uns gewählt. Inhaltlich halte ich den Antrag allerdings für falsch. Er zerstört sehr gut funktionierende Strukturen im Stadtmarketing und der Verwaltung, ohne dafür qualitative Verbesserungen anzubieten.

„Wir verlieren damit Kreativität“ – das war mein Statement dazu im Stadtrat im April. Vier Wochen später kündigte Mick Böhm.
Ein Paukenschlag mit Ansage zum Nachteil der Stadt.

 

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