Buchempfehlung #57

Von Martin Vögele von der Buchhandlung Riemann

„Erschütternd, Mut machend und absolut unvergesslich. Ein Roman wie eine Naturgewalt.“ (Bonnie Garmus, Autorin von „Eine Frage der Chemie“)

Colorado in den 1940er-Jahren. Geschützt am Fuße mächtiger Berge, umgeben von weiten Wäldern, strömt der Gunnison River am kleinen Städtchen Iola vorbei. Auf der Pfirsichfarm ihrer Familie muss die junge Victoria, die alle nur „Torie“ nennen, ihre früh verstorbene Mutter ersetzen. Es ist ein arbeits- und entbehrungsreiches Leben, das die 17-Jährige führt. Sie kümmert sich um Haus und Hof, bringt täglich das Essen auf den Tisch und macht die Wäsche für die drei Männer, mit denen sie auf der Farm lebt. Neben ihrem Vater sind das ihr durch den 2. Weltkrieg an Körper und Seele versehrter und darüber zum trinkenden Zyniker gewordenen Onkel Og sowie ihr aufbrausender und hitzköpfiger Bruder Seth.

Als Torie eines Tages Letzteren wieder einmal aus dem örtlichen Pokerschuppen holen will, in dem sie ihn betrunken zu finden vermutet, kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung mit einem jungen Mann. Wilson „Wil“ Moon fragt Torie nach dem Weg und er zieht sie mit seiner besonderen Art unmittelbar in seinen Bann. Wil ist freundlich, humorvoll, charmant und voll von einer Sanftheit, der sie in ihrem bisherigen Leben noch nicht begegnet ist. Niemand hat Torie je auf die Anziehungskraft zwischen den Geschlechtern vorbereitet, und so überraschen sie ihre Gefühle wie eine Naturgewalt. Doch Wil ist indigener Abstammung. Er ist ein Vagabund, der von seiner letzten Arbeit in einem Kohlebergwerk abgehauen ist. Seine Haut ist so dunkel wie seine tiefgründigen Augen und sein Haar lugt schwarz unter seiner Kappe hervor.

Er fällt auf im ländlichen Colorado und ist im Ort alles andere als willkommen. Die Bewohner Iolas begegnen ihm mit Misstrauen und als aufgrund vermeintlicher Diebstähle eine Belohnung für seine Ergreifung ausgesetzt wird, taucht Wil unter. Torie und er treffen sich heimlich, immer in der Angst, entdeckt zu werden. Als Tories Bruder Seth sich in den Kopf setzt, die Prämie zu ergattern, spitzt sich die Situation dramatisch zu und zwingt Torie zu weitreichenden Entscheidungen …

„So weit der Fluss uns trägt“ ist ein großer Roman über Vorurteile und eine Liebe, die nicht sein darf. Über Entbehrung, Trauer und Verzweiflung. Und zugleich eine anrührende, lebenskluge Geschichte über eine starke Frau, die niemals den Mut verliert, über unerwartete Unterstützung, über Freundschaft und Versöhnung. Für mich ist „So weit der Fluss uns trägt“ einer der Romane des Jahres. Wer „Der Gesang der Flusskrebse“ und „Eine Frage der Chemie“ mochte, wird auch diese Geschichte lieben.

Inhaltsangabe

Am Fuße der Berge Colorados strömt der Gunnison River an einer alten Pfirsichfarm vorbei. Hier lebt in den 1940ern die 17-Jährige Victoria mit ihrem Vater, ihrem Bruder und ihrem Onkel in rauer Abgeschiedenheit. Doch der Tag, an dem sie dem freiheitsliebenden Wil begegnet, verändert alles. Bald ist Victoria gezwungen, das Leben, das sie kennt, aufzugeben und in die Wildnis zu fliehen.

Shelley Read

… lebt in fünfter Generation mit ihrer Familie mitten in den rauen Elk Mountains in Colorado. Sie ist tief verwurzelt in dieser Gegend und ihrer Natur, die auch ihren Debütroman inspiriert und geprägt hat. „So weit der Fluss uns trägt“ hat weltweit für großes Aufsehen gesorgt und erscheint in über 30 Ländern.

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