Bier

Die drei … #16

Pils, Helles, Dunkles, Weißbier: Jahrzehntelang herrschte Einfalt in den Getränkemärkten. Doch in den letzten Jahren entstehen viele neue Biersorten. Für Traditionalisten haben die zwar oft nichts mehr mit Gerstensaft zu tun, sie sorgen aber für mehr Vielfalt und sprechen vor allem ein junges Publikum an. Das ist dringend nötig, geht der Bierdurst der Deutschen doch seit Jahren zurück. Wir haben einmal drei ganz besonders kuriose Biere zusammengestellt, die noch dazu bestens erfrischen. Prost!

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Rein ins Gemüsebeet

Gurken Gose von der Hopfmeister Braumanufaktur

Gose ist ein alter Biertyp, der eigentlich aus Niedersachsen kommt, benannt nach seiner Heimatstadt Goslar. Er ist verwandt mit der Berliner Weißen oder auch mit belgischen Bieren. Ein säuerliches Bier, obergärig gebraut. Marco Gallo hat dieses Bier für seine junge Hopfmeister Biermanufaktur wiederentdeckt und ihm ein neues geschmackliches Design verpasst.

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Kein Wunder, Marco Gallo ist ja eigentlich auch Grafik Designer und wollte eigentlich nur Etiketten für Bierflaschen kreieren – Heute gestaltet er eben gleich das ganze Bier selbst. So verpasste er seinem gosetypisch mit Salz, Koriander und Milchsäure gebrauten Bier eine Dosis Gurken aus Franken. So riecht und schmeckt es dann auch. Dazu gesellen sich Stachelbeer- und Birnennoten. Das Gurken-Gose sieht also mit seiner orangenen Farbe nicht nur sehr frisch aus, sondern ergibt am Ende ein sehr kalt zu trinkendes fruchtig-gemüsig-frisches Bier für den Sommer, das mit 6% aber ganz schön in den Kopf steigt. Also Vorsicht, wobei man angesichts der limitierten Abfüllung ohnehin kaum in den Besitz eines großen Bestandes an Flaschen kommen dürfte.

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Scharfes Ding

Crazy Coriander von Weyermann Braumanufaktur

Die Weyermann Braumanufaktur aus Bamberg ist so etwas wie eine Ausgründung der Weyermann Malzfabrik. Eigentlich 2003 als Versuchsbrauerei gegründet, steht man mittlerweile auf eigenen Füßen. Zu den in dieser Zeit entstandenen außergewöhnlichen Bieren gehört auch das Crazy Coriander. Diese Weyermann Spezialität beruht auf einem Rezept des in Belgien so beliebten Witbeers.

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Diese Biersorte ist noch ein Überbleibsel aus der Zeit, als viele verschiedene, auch oftmals ungewöhnliche Zutaten in Biere gegeben wurden. In einem Witbeer sind dies klassischerweise Koriandersamen und Orangeschalen – so auch im „Crazy Coriander“. Diese Zutaten und die ausschließliche Verwendung von Weizenmalz verleihen dem Bier eine erfrischende Note. Es verströmt den Duft von Zitrone, Limette und natürlich von Koriander. Die Aromen der Orangenschalen unterstreichen das Würzige des Korianders und geben dieser außergewöhnlichen Komposition einen besonderen Kick – ideal für die heißen Tage jetzt im Sommer. Die äußerst helle Farbe und der kompakte, feinporige Schaum unterstützen das Sommerfeeling. Am Besten auch mal zu Zitronensorbet probieren.

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Fruchtbombe

Citrilla von Maisel & Friends

Auch bei der oberfränkischen Traditionsbrauerei Maisel sind längst moderne Zeiten eingekehrt. Das Weißbier ist zwar nach wie vor der Kassenschlager, aber mit Maisels & Friends hat man sich ein neues junges Image zugelegt mit den entsprechenden Bieren dazu. Eines davon ist das Citrilla. Ein Crossover-Bier, ein Zwitter aus Weißbier und amerikanischem India Pale Ale. Entstanden eigentlich als Citrilla Wheat IPA 2014 gemeinsam mit der Ratsherrn Brauerei Hamburg.

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Die befreundeten Brauereien wollten ein gemeinsames Bier brauen, das Bayern und die Hafenstadt zusammenführt. Und weil Bayern Weißbier ist und für lange Seefahrten IPA gebraut wurde, war man sich schnell einig. Das nach dem Reinheitsgebot gebraute Citrilla ist die zweite Auflage: Viel Schaum wie es sich für ein Weißbier gehört, vor allem aber: ein Fruchtkorb zu trinken. Ananasnoten, Zitrusfrüchte, Nelke, Pfirsich, ein Hauch Banane. Wie in einer gutsortierten Fruchtabteilung vom Discounter. Ist das noch Bier oder eine Vitaminkur mit Alkohol? Der nämlich ist mit an die 7 Prozent auch wieder reichlich vertreten, so dass man das Citrilla zwar gerne gut gekühlt im Sommer süffeln kann, aber eben auch nicht in Unmengen.

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