Kulturtipps: Jeannie Michaelsen im Interview #58

Interview

“Endlich mal keine Regeln!”

Bislang ist sie vor allem durch ihre Auftritte als Moderatorin für verschiedene Fernseh-Formate bekannt. Im Januar 2024 präsentiert Jeannine Michaelsen ihr erstes abendfüllendes Comedy Programm in Bamberg. Im Interview spricht die 41-jährige ausgebildete Diplom-Bühnendarstellerin über Humor als Werkzeug, um verletzende Erlebnisse in etwas Heilsames zu verwandeln, warum es Männern leichter gelingt, sichtbar zu sein und sich zu vernetzen und warum sie das Gefühl von „riesigem Lampenfieber“ mag.

LICHTENFELSER: Sie treten am 19. Januar 2024 in Bamberg mit Ihrem ersten Comedy- Programm „,Geh zum Fernsehen!‛ haben sie gesagt…“ auf. Was hat Sie bewogen, ein eigenes Comedy Programm zu verfassen?

Jeannine Michaelsen: Mein Job als Moderatorin besteht oftmals darin, die Formate anderer auszuführen und mit Leben zu füllen. Ich bin zwar oft an der Ausarbeitung beteiligt, aber „meins“ ist es selten. Und ich wollte einfach dringend mal „meins“ machen. Meine Ideen, meine Geschichten, meine Vorstellungen – also: meine Show, genau so, wie ich sie mir vorstelle.

LICHTENFELSER: Sie sind vor allem durch Ihre Auftritte als Moderatorin bei „Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt“ auf ProSieben bekannt. Zudem haben Sie verschiedene Sendungen für ARTE, ZDFinfo, ZDFneo und VOX moderiert sowie bei der Goldenen Kamera und den Internationalen Filmfestspielen in Berlin als Moderatorin mitgewirkt. Mit Ihrem Comedy-Programm stehen Sie solo im Rampenlicht. Ist dieser Schritt gewissermaßen eine Art Emanzipation für Sie?

Jeannine Michaelsen: Emanzipation, absolut. Vor allem von meiner Funktion. In der Moderation hält man die Fäden in der Hand und schaut, dass die Bühne für alle bereit steht. Jetzt mach ich das quasi für mich.

LICHTENFELSER: In der Pressemitteilung zu Ihrem Programm werden Sie zum Ablauf Ihres Auftritts mit den Worten zitiert: „Ein Abend voll mit allem, was ich immer schon sagen, machen und verarschen wollte, ohne dass mir jemand dazwischen labert“. Was werden Sie in Ihrem Programm präsentieren, das Sie bislang noch nicht machen konnten?

Jeannine Michaelsen: Ich denke, fast alles kennt man so von mir nicht, zumindest nicht aus meinen TV-Shows. Stand-up, Anekdoten, Gäste, Zeit für Interaktion mit dem Publikum und vor allem Musik. In diesen Rollen sieht man mich eher selten. Ich freue mich ganz besonders auf das Publikum. Echte Menschen vor der Bühne, echte Reaktionen und Zeit auf beides einzugehen. Und ich freu mich auf die Musik.

LICHTENFELSER: Sie haben Ihr Solo-Programm in einer Ankündigung mit den Worten beschrieben: „Ich arbeite beim Fernsehen. In diesem Universum verzweifle ich regelmäßig an den Strukturen, Männern, Frauen, Tierbabys, Sexismus, schlechtem Kaffee und mir selbst“. Das klingt nach einem umfangreichen Themen-Kosmos. Was erwartet die Besucherinnen und Besucher Ihrer Show?

Jeannine Michaelsen: Mich und mein Blick auf mein Leben und die Umgebung, in der es stattfindet. Ein liebevoller und humorvoller Blick auf alles um mich herum und ein nachsichtiger, aber ehrlicher auf mich und „meine Welt“. Am Ende mache ich die Show, die ich immer schon machen wollte, mit allem, worauf ich Lust habe. Endlich mal keine Regeln!

LICHTENFELSER: Für wen ist Ihr Programm geeignet? Haben Sie eine spezielle Zielgruppe?

Jeannine Michaelsen: Nein. Ich möchte jede und jeden da haben, der sich durch meine Themen und meinen Humor eingeladen fühlt.

LICHTENFELSER: Es gibt Männer, die generell der Überzeugung sind, dass Frauen keinen Humor haben oder nicht lustig sind. Was würden Sie diesen Männern antworten?

Jeannine Michaelsen: Gute Besserung.

LICHTENFELSER: Was wünschen Sie sich für Ihren Auftritt in Bamberg?

Jeannine Michaelsen: Fränkische Euphorie – wie auch immer die aussieht.

LICHTENFELSER: Zum Abschluss: Angenommen Sie sind mit Ihrem Comedy-Programm derart erfolgreich, dass Sie eine eigene Fernsehshow erhalten. Wen würden Sie als Moderator oder Moderatorin engagieren?

Jeannine Michaelsen: Eine talentierte, lustige Frau. Im besten Fall eine, die bis dato noch niemand so wirklich kennt.


Jeannine Michaelsen: „Geh zum Fernsehen!“ haben sie gesagt …
Wann? 19. Januar 2024 um 20 Uhr • Wo? Haas-Säle Bamberg

Weitere Tipps:

Bastian Bielendorfer: „MR. BOOMBASTI – In seiner Welt ein Superheld“
Wann? 12. Oktober um 20 Uhr • Wo? Haas-Säle Bamberg

Michl Müller: „Verrückt nach Müller“
Wann? 26. Oktober um 20 Uhr • Wo? Kongresshaus Rosengarten Coburg

Dr. Pop: „Hitverdächtig“
Wann? 28. Oktober um 20 Uhr • Wo? St. Augustin Coburg

Tickets: An allen bekannten VVK-Stellen oder online ausdrucken unter: www.agenturstreckenbach.de

    Hinterlassen Sie ein Kommentar

    elf − 11 =