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Lago di Molveno #39

Kultouren – Der COBURGER auf Reisen

Reisen alleine, zu zweit, als Familie mit Kindern, „die schon aus dem Gröbsten“ raus sind, mit Freunden. Regionen in Europa, die mit dem Auto, per Bahn, mit dem Bus oder dem Flugzeug in ein paar Stunden erreichbar sind. Ziele für Menschen, die etwas sehen und erleben wollen, die interessiert sind an Kultur, Land und Leuten, an Natur, Bergen und Meer, gerne verbunden mit Bewegung an der frischen Luft und manchmal auch mit ein bisschen kalkuliertem Abenteuer. Das sind unsere COBURGER-Kultouren. In jedem Magazin eine. Mit vielen Bildern, die Lust aufs Fortfahren machen, und mit ein paar wenigen persönlichen Eindrücken, wenn Sie dieser Lust erliegen. Unser Tipp: Selbst auf Entdeckungsreise gehen. Jetzt darf man ja wieder.

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Lange waren wir davon ausgegangen, dass sich unsere kalkulierten Expeditionen in diesem Jahr auf das schöne Coburger Land, Bayern oder den Rest der Republik beschränken werden, aber wenn man uns lässt, suchen wir in dieser Geschichte natürlich gerne andere Ecken Europas auf. Unsere Kultouren also führen uns dieses Mal in Richtung Süden, an München vorbei auf die Brennerautobahn. Wir lassen den Alpenhauptkamm hinter uns und nähern uns Südtirol und dem Trentino. Wir könnten schnurstracks weiterfahren zu einem Lieblingsziel vieler Coburger, dem Gardasee, wir aber suchen ja gerne auch das Besondere. Also verlassen wir zwischen Bozen und Trient die Autobahn, schlängeln uns Kurven und Serpentinen hinauf und queren die steil ins tief untenliegende Tal abfallende Ostseite des Paganella Bergmassivs. Ein paar Kilometer weiter gelangen wir an das obere Ende eines Tales, aus dem ein uns in der Sonne liegender See anglitzert. Der Lago di Molveno, ein kleines Kleinod, von den Einheimischen ganz unbescheiden als der schönste See Italiens bezeichnet. An seinem Ufer hat sich der einzige Ort Molveno, das frühere Malfein, zu einem beachtlichen Tourismusstädtchen entwickelt.

ORIENTIERUNGSLAUF

Gerade mal gut vier Kilometer lang ist der Lago di Molveno, entstanden durch einen Bergsturz etwa 1000 Jahre vor Christus. Um ihn herum schlängelt sich ein Wanderweg, der immer wieder großartige Blicke auf die Gipfel der Brenta-Dolomiten freigibt, ein schöner Auftakt für den Urlaub. Und weil es so schön ist und man auch am Wegesrand immer wieder etwas entdeckt, benötigen wir für die gut 11 Kilometer am Ende fast 3 Stunden: Mächtige Fallrohre dienen hier seit den 1950er Jahren zur Stromerzeugung, große Felsbrocken am Südende laden zum Pausieren und einem Blick über die Wasserfläche zum im Norden des Sees liegenden Molveno ein, ein früherer Karrenweg an der Westseite des Sees führt vorbei an den sogenannten Napoleonischen Schanzen, Festungsruinen aus Zeiten, als der Weg strategische Bedeutung hatte. Er endet in Molveno an einem Kiesstrand mit Liegewiesen, nobel, gepflegt, ein Örtchen für den gehobenen Sommerurlaub, immerhin liegt der See auf etwa 800 Metern Höhe.

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BÄRENLAND

Ohnehin ist die Region um Molveno in allererster Linie ein grandioses Naturschauspiel. Im und am Wasser sowieso mit vielen Wassersportmöglichkeiten, aber vor allem in den Bergen, die sich auf über 3000 Meter hochschrauben. Bizarre Felsformationen, senkrechte Türme, steile Wände, an die man sich auf zahlreichen Wanderwegen heranwagen kann. Urige Hütten gehen mit der schroffen Natur teilweise seit über 100 Jahren eine Partnerschaft ein und dienen heute zur Stärkung oder auch zum Übernachten. Besonderes Glück hat, wer auf seinem Weg einen der etwa 50 hier lebenden Braunbären zu Gesicht bekommt, natürlich nur aus gebotenem Abstand, in der Regel aber kreuzen sich die Wege der Wanderer nicht mit diesen eindrucksvollen Wildtieren. Eine größere Chance auf eine Bärensichtung hat man im Tierpark des benachbarten Spormaggiore. Dort leben Braunbären in einem ca. 7000 Quadratmeter großen Gehege, auch Wölfe und andere Tiere gibt es dort zu bewundern.

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MENSCHENGEMACHT

Nach soviel Natur ist es Zeit, sich der kulturellen Tradition der Region zuzuwenden. In Molveno selbst lädt vor allem die Friedhofskirche St. Vigilio dazu ein. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert, gewidmet dem Bischof Vigilio von Trient. Ein wenig innehalten, die Stille wirken lassen, die siebenhundertjährige Geschichte, die jeder Stein zu erzählen weiß. Und Bewunderung für die Fresken, die in den 1990er Jahren restauriert worden sind. Auch in der Umgebung bieten sich willkommene Abwechslungen vom angestrengten Wandern. Das Castel Thun nicht weit von Molveno entfernt ist eine eindrucksvolle Burg umgeben von Türmen, Gräben und Gärten. Das Museum im Inneren des Palazzo Signorile ist voll mit historischen Möbeln und Gemälden.

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STADTLUFT

Einmal im Trentino gehört ein Besuch von Trento oder Trient natürlich dazu. Stadtluft schnuppern in diesem Schmelztiegel italienischer, österreichischer und deutscher Vergangenheit, ein Cappuccino auf dem Domplatz, staunende Blicke auf die vielen eindrucksvoll geschmückten Palazzi in den Seitenstraßen, ein wenig Shopping. Und natürlich die Fahrt von und nach Molveno über die kleine Straße am See entlang, vorbei an tiefen Tälern und anderen Seen, die alle für sich auch eine Reise wert sind.

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