Landpartie #51

Ein Streifzug durch das Coburger Land

Sanfte Hügel, naturnahe Flüsse, satte Wiesen und Wälder, historische Städtchen mit schmucken Fachwerkhäusern, bekannte und weniger bekannte Ausflugsziele, das ist das Coburger Land. Wir laden Sie in unserer Reihe „Landpartie“ zu einer kleinen Entdeckungsreise durch den Landkreis Coburg ein. Dieses Mal besuchen wir Neustadt bei Coburg.

Hier predigte Martin Luther

Die Stadtkirche St. Georg wurde bereits im Jahr 1358 urkundlich erwähnt. Seitdem wurde sie mehrmals zerstört. Stadtbrände im 17. Und 19. Jahrhundert und der Zweite Weltkrieg setzen dem Gotteshaus zu. Im Innenraum der St. Georgs Kirche finden sich hölzerne, marmorierte Achtecksäulen, die die Emporen tragen und ein mit Lilien verziertes Kreuzgewölbe über dem Altarraum. Martin Luther stoppte bei einer Durchreise in Neustadt bei Coburg und predigte im Jahr 1530 am Karfreitag in der St. Georg Kirche. Im Treppenaufgang erinnern eine Lutherbibel von 1563 und ein Lutherbrief von 1530 an den Reformator. Die Kirche im neugotischen Stil steht auf dem frisch sanierten Marktplatz neben dem Rathaus, das im Jahr 1971 bezogen und jetzt energetisch saniert wurde.

Die ehemalige innerdeutsche Grenze

„Endstation, bitte alles aussteigen“, hallte es jahrzehntelang durch die Lautsprecher am Neustadter Bahnhof. Hier endet die Zugfahrt. Die innerdeutsche Grenze trennte Neustadt bei Coburg in Bayern von Sonneberg in Thüringen, bis zum Jahr 1989. Im November 1989 öffnete nach 37 Jahren der Grenzübergang „Gebrannte Brücke“ im damaligen Sperrgebiet von Sonneberg seine Schranken. Seitdem hat sich viel getan, die „Gebrannte Brücke“ ist heute ein Gewerbegebiet – an der Verbindungsstraße von Neustadt nach Sonneberg haben sich Industrie und Handel angesiedelt. Hier verläuft die Landesgrenze zwischen Thüringen und Bayern, dem Sonneberger Ortsteil Hönbach und dem Neustadter Ortsteil Ebersdorf. Entlang der ehemaligen deutsch/deutschen Grenze erstreckt sich heute das Naturschutzgebiet „Grünes Band“. Hin und wieder erinnern Hinweisschilder, dass hier einst Stacheldraht und Minenfelder Ost und West trennten.

Auf den Gipfel des Berges

Prägnant erhebt sich der Muppberg vor den Toren der Stadt, ein Mischwald mit vielen schönen, gut erschlossenen Wanderwegen, schmalen Pfaden, Pavillons zum Ruhen und Quellen zum Erfrischen. Auf dem Gipfel steht der Prinzregententurm, benannt nach dem Prinzregenten Ernst zu Hohenlohe-Langenburg, der den Turm im Jahr 1905 eingeweiht hat. Die 138 Stufen Aufstieg lohnen sich, denn oben angelangt genießt man einen herrlichen Ausblick auf die bayerische und thüringische Region. Auf der Plattform scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, denn die kleinen Hinweistafeln zeigen immer noch die DDR-Zonengrenze und den Neustadter Gaskessel an, der bereits im Jahr 1992 abgebaut wurde.

Eine Rast einlegen können die Wanderer gleich nebenan in der Arnoldhütte, die ihren Namen Max Oscar Arnold (1854 bis 1938) verdankt. Der Neustadter Unternehmer und Politiker gehörte bis Anfang des 20. Jahrhunderts zu den bekanntesten Persönlichkeiten im Coburger Land und ist Namensgeber von vielen Orten und Plätzen in Neustadt bei Coburg.

Im Charme vergangener Zeiten

Im Neustadter Stadtteil Wildenheid an der ehemaligen Grenze liegt der Waldfriedensee. Seit jeher waren der See und die Gaststätte ein Anziehungspunkt für Ausflügler aus Neustadt und Umgebung. Seit der Grenzöffnung ist der Ort auch wieder von Thüringen aus erreichbar. Die Gaststätte am See verbreitet den Charme alter Zeiten. In den Sommermonaten ist der Biergarten, der direkt am Wasser liegt, geöffnet. Hier können die Gäste die typischen fränkischen Speisen wie Klöße (Neustadter Rutscher) mit Braten genießen. Wer Lust hat sich zu bewegen, steigt in ein Ruderboot und schippert über den See oder wandert auf einem schmalen Pfad um den See herum.

Wo Blumen blühen & Kinder planschen

Als 1999 die Stadt Neustadt bei Coburg Austragungsort der kleinen Gartenschau wurde, entstand der Freizeitpark „Villeneuve sur Lot“, benannt nach der französischen Partnerstadt. Es ist ein Kleinod, das im Baugebiet Am Moos liegt. Laut dem Tourismusverband Franken ist der Freizeitpark eine der schönsten und gepflegtesten Grünanlagen in der Region, mit Spiel- und Freizeitmöglichkeiten auf einer Fläche von 40.000 Quadratmetern. Ein Spaziergang durch den Park ist ein Erlebnis, nicht nur für Gartenfreunde. Im Park gibt es viele Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für die ganze Familie, etwa einen Wassermatschbereich, einen Fun-Park für Skater und ein Naturerfahrungsfeld. Stärken und erfrischen können sich die Besucher im Seecafé. Der Park wird auch als beliebte Location für Sonntagskonzerte, das beliebte Swing im Park Festival und den fränkischen Kinosommer genutzt.

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