Landpartie #52

Ein Streifzug durch das Coburger Land

von Gabi Arnold | Fotos: Val Thoermer

Sanfte Hügel, naturnahe Flüsse, satte Wiesen und Wälder, historische Städtchen, hübsche Fachwerkfassaden, bekannte und weniger bekannte Ausflugsziele, das ist das Coburger Land. Wir laden Sie in unserer Reihe „Landpartie“ zu einer kleinen Entdeckungsreise durch den Landkreis Coburg ein und sind dieses Mal in Coburgs Osten. Die Orte Ebersdorf bei Coburg, Sonnefeld und Weidhausen sind eng verbunden mit der Polstermöbelindustrie.

Sonnefeld

Schöne, historische Bauwerke prägten das Ortsbild. Das liegt daran, dass in Sonnefeld bis zur Reformation im Jahr 1525 ein Zisterzienser-Kloster angesiedelt war. Die Kirche wird deshalb auch als Dom bezeichnet. Sie wurde in den Jahren 1330 bis 1349 im gotischen Stil erbaut. Auf der gegenüberliegenden Seite steht die ehemalige Staatsdomäne Sonnefeld. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde in den vergangenen Jahren von Grund auf restauriert und ist heute ein Ort für Veranstaltungen und Feiern.

Die 5000 Einwohner zählende Gemeinde hat noch mehr zu bieten: Oben am Berg, idyllisch in der Natur gelegen, sorgt ein modernes Freibad in den Sommermonaten für Abkühlung und Spaß. Schwimmer können entspannt im 25 Meter großen Schwimmbecken ihre Bahnen ziehen. Es gibt einen Sprungturm, einen Erlebnisbereich und ein Kinderbecken.

Weidhausen

Das Landgasthaus „Braunes Ross“ in Weidhausen kennt die ältere Generation aus den 1970er und 1980er-Jahren. Die Tanzveranstaltungen mit Live-Musik waren legendär. Auch heute noch ist das Gasthaus ein Ort für Tanzabende und Veranstaltungen. Neben dem Landgasthaus steht ein auffälliges, ziegelrotes Gebäude. Es handelt sich um das Rathaus von Weidhausen. Allerdings ist das Haus in die Jahre gekommen und wurde vom Gewerbeaufsichtsamt wegen Baufälligkeit geschlossen. Es soll so marode sein, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt. Stattdessen soll ein neues Rathaus gebaut werden. Die Gemeindeverwaltung ist zurzeit in einem Gebäude einer ehemaligen Polsterfirma untergebracht.

Ebersdorf bei Coburg

Bei diesem Ortsnamen denkt man sofort an Sessel, Sofas und alles, was das Wohnen schöner macht. Mit gutem Grund: Ebersdorf bei Coburg war die Hochburg der deutschen Polstermöbelindustrie, bis zu 14 Hersteller hatten hier ihren Sitz. Die Ortschaft liegt im oberen Tal des Füllbachs, an einem Nebenarm der Itz, und ist trotz der Industrie ländlich geprägt. Historische Bausubtanz findet man in Ebersdorf nur wenig, interessant ist aber die St. Laurentiuskirche, die im alten Dorf steht. Sie mutet auf den ersten Blick schlicht an, hat aber schöne Details, wie mehrere Buntglasfenster.

Ebersdorf bei Coburg befindet sich an der Bundesstraße 303. Am 3. September 2008 wurde das Teilstück der A 73 zwischen Lichtenfels und Ebersdorf für den Verkehr freigegeben. Mit dem Lückenschluss wurde die Autobahn zwischen Erfurt und Nürnberg durchgängig befahrbar und damit ein Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit abgeschlossen. Die Maßnahme war nicht unumstritten; als der symbolische Spatenstich im Jahr 2003 erfolgte, regte sich Widerstand, der Bund Naturschutz befürchtete eine Verschandelung der Landschaft.

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