Macherin #61: Sylvia Endres

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen.

Dieses Mal Sylvia Endres, seit zwei Jahren Geschäftsführerin des Coburger Designforums Oberfranken. Früher hat sie unter anderem die Erfolgsgeschichte der DM-Drogeriemärkte mitgeschrieben. Seit einigen Jahren lebt sie in Coburg.

Sind Sie eine Macherin?

Wenn ich selbst darüber urteilen darf, ob ich eine Macherin bin, beantworte ich das mit Ja. Es ging in meinem beruflichen Leben eigentlich immer nach vorne, mal seitwärts, klar, auch mal zurück – auch wenn man sich das natürlich nicht wünscht – aber letztlich immer nach vorne. Nicht nach oben, da lege ich Wert drauf, sondern nach vorne. Und ich glaube, dass auch andere mich als Macherin einordnen.

Warum sind Sie eine Macherin?

Ich kann sehr gut Ideen entwickeln und Menschen dafür begeistern. Das geht nicht von allein: Selbst wenn Menschen eine Idee gut finden, muss man immer wieder Energie aufbringen und die anderen mitziehen. Hartnäckig sein wie ein Terrier, dranbleiben an Themen, nicht aufgeben. Das liegt mir. Was macht das Machen aus? Selbst zu entscheiden, was zu machen ist. Das ist bei mir wie angeboren, kommt aus meinem Innersten heraus: Ich mache lieber selbst, bevor ich mir sagen lasse, was ich zu machen habe. Ich will die Kontrolle haben, selbst etwas nach vorne bringen, nicht weil ein Kontrollfreak bin, sondern weil mir das einfach liegt. Es entsteht eine Idee in mir und dann setze ich diese um. Ich mag das, wenn Ideen klappen, sichtbar werden, das ist schon auch ein Glücksgefühl, eine Antriebsfeder. Natürlich gibt es dabei Rückschläge, Fehler werden gemacht, aber da bin ich mittlerweile – wie sagt man heute – resilient.

Wie ging es los mit dem Machen?

Als der Beruf angefangen hat, so richtig Spaß zu machen. Eigentlich habe ich einen kaufmännischen Hintergrund, bin dann aber über Umwege in einer Frankfurter Werbeagentur als Kommunikationsberaterin gelandet. Das war dann genau meine Welt, da habe ich so richtig gasgegeben mit Ideen, mit ganzheitlichen Ansätzen, wie man Kunden überzeugen und gewinnen kann. Ich habe mich da reingearbeitet, sieben Tage die Woche fast rund um die Uhr. Ganz wichtig: Das Umfeld hat mich machen lassen. So habe ich dann im Team das komplette Dialogmarketing der dm-Drogeriemärkte aufgebaut und habe über 20 Jahre lang mit der Geschäftsleitung von dm sehr gut zusammengearbeitet. Später kam das Angebot einer Selbständigkeit mit dm als Gründungskunden. Das war eine große Chance, die ich natürlich realisiert habe. Nach Coburg bin ich dann vor ein paar Jahren aus privaten Gründen gekommen, war zuerst bei HABA beschäftigt und bin jetzt seit zwei Jahren Geschäftsführerin beim Coburger Designforum Oberfranken. Und auch dort gibt es viel zu machen: Wir haben die Designtage in der neuen Kulturfabrik in Coburg-Cortendorf letztes Jahr gestemmt, das war wirklich eine Herkulesaufgabe, wir ziehen jetzt auch auf das Gelände und ich bin mir sicher, wir werden von dort die ganze Dimension von Design im Sinne der Region gut weiterentwickeln.

Ist die Region Coburg ein guter Ausgangspunkt zum Machen?

Da denke ich an den Zukunftsforscher Matthias Horx und seinen Ansatz der „progressiven Provinz“. Der besagt, dass man in einem überschaubaren Rahmen schneller Dinge ausprobieren kann und Erfolge sieht. An einem großen Standort ist das häufig schwieriger. In Coburg haben wir also die besten Voraussetzungen: Eine kleine Stadt und viele motivierte Menschen, viele Überzeugungstäter aus Firmen, viele Kreative, die gerne etwas ausprobieren wollen.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

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