Monaco Franke

Söders Geschwätz: Monaco Franke #48

Dieses Jahr also wieder keine Weihnachtsmärkte. Sabberlod! Sie können einem schon leidtun, die Ständlasbesitzer, die nun schon im zweiten Jahr hintereinander nichts verkaufen dürfen: keine Wollsocken, keine Kochlöffel, keine Weihnachtslämpla, nicht mal Strohsternla und Plätzlasförmla! Und auch den Kinnern hätte man auch mal abseits des eigenen Smartphones glänzende Augen vergönnt!

Besonders hart hat’s die getroffen, die ihre Stände schon aufgebaut und ordentlich Ware eingekauft hatten und die nun wieder alles zusammenpacken mussten und auf ihren Sachen sitzenbleiben. Klar. Es drohte ja angeblich auch „keine systemische Überlastung des Gesundheitssystems mehr“, wie der zukünftige Bundesjustizminister Marco Buschmann von der FDP noch Ende Oktober im Brustton der Überzeugung von sich gab. Dabei hatten damals schon alle namhaft en Virologen vor einer heftigen vierten Welle gewarnt.

Weitsicht ist eben nicht so gefragt bei den Parteien. Und was interessiert einen Politiker schon sein Geschwätz von gestern? Ähnliches gilt ja auch für Markus Söder. Der Ministerpräsident ätzt zwar gerade gegen alle und jeden, um die Schuld an der vierten Welle und den exorbitant hohen Inzidenzzahlen gerade in Bayern von sich zu schieben und auf andere abzuwälzen. Aber ehrlich gesagt: Während des Wahlkampfes im August und September war der vorher so harte Herr Söder aus dem „Team Vorsicht“ ja plötzlich eher „Team Laissez-faire“ – woran er sich jetzt freilich nicht mehr erinnern mag.

Lieber mal (merkt ja vielleicht niemand) auf die Virologen schimpfen, dass sie es ja auch nicht vorhergesagt hätten. Wie bitte?! Maggus, vielleicht hättst neulich doch zu „Wetten dass…“ gehen und dir vom Thommy mal erklären lassen sollen, wo es gute Hörgeräte gibt!

Na ja, und deshalb stehen wir jetzt da wie vor einem Jahr: Keine Weihnachtsstimmung in den Städten, kein Duft nach Glühwein, Magenbrot und gebrannten Mandeln. Stattdessen die Angst vor dem nächsten Lockdown (Stand Redaktionsschluss Ende November!), den zwischenzeitlich alle Parteien genauso kategorisch ausgeschlossen hatten wie die Impfpflicht, die wohl – zumindest mal für einige Berufsgruppen – so sicher kommen wird wie das Krippenspiel im Weihnachts Kindergottesdienst. „Ma soll nie ‚nie‘ soong‘“, wusste schon die Oma. Eigentlich schad‘, dass ich die ned wählen kann!

Was jetzt noch übrigbleibt, um ein schönes Weihnachtsfest zu feiern? Allweil a gude Idee isses, es sich dahaam richtig gemütlich zu machen! Des Schätzla zum Beispiel hat scho ordentlich vorgesorgt: Da wurden zwei Adventskränze – richtig gelesen! Nicht einer, sondern zwei! – gekauft . Einer für den Wohnzimmertisch und einen als – sagen wir: Ersatz. „Der macht sich draußen fei aa schee, gell!“

Der Monaco weiß zwar ned, wer außer dem Briefträger und dem Bofrostmann kommen soll, wenn es bald wieder Kontaktbeschränkungen gibt. Aber falls der ganze Weihnachtsfirlefanz – Lichterkeddn, Windlichter, angeleuchtete Weihnachtsmänner mit handgschnitzdn Rentierschliddn und jetzt aa nuch der Kranz für draußen – zu teuer war, dann hat wenigstens auch der Gerichtsvollzieher amol a bissla Stimmung bei seinem Auftritt.

Drinna werden überall Lichderkeddn und Engala aufg’hängt, Kerzla aufgstellt und Blädzla gebacken. Und während sich der Monaco noch fragt, warum dafür jetzt neuerdings auch Chiasamen und Tonka-Bohnen auf dem Einkaufszettel stehen (des is jetzt aber kaa Rezebbd von der Oma?!), freut er sich auf die Lebkuung, Rumsternla und Vanillekipferl wie a glaans Kind auf die Bescherung! Dazu an guudn „Schoggo Frängi“ oder zu etwas späterer Stunde an Weihnachtsbock – bassd!

Weil wie hat scho der gute Gerhard Polt so schee gsoochd? „Was brauch‘ ich auf meine alten Tage noch Weihnachten? Das einzige ist Weihnachtsbock – ein paar Flaschen Weihnachtsbock, wenn ich die getrunken habe, macht’s bei mir auch ‚klingelingeling‘!“ Recht hat er. Und da sieht man: So fremd sind uns Franken die Oberbayern dann doch ned, gell!

Schätzla, schau wie iech schau!

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