Titelbild Design

Sonderthema DESIGN #20

DU GEFÄLLST MIR

Ein kurzes Intro zu einem strapazierten Begriff

Vor einigen Jahren habe es in einem Regal gesehen und angesprochen. „Du gefällst mir“, habe ich gesagt. „Hallo“, hat es freundlich geantwortet, sich an mich geschmiegt und alles gemacht, was ich wollte. Wir haben uns dafür entschieden, zusammenzubleiben.

Es war sparsam, intelligent, praktisch, tierlieb, fühlte sich gut an, und war dabei auch wirklich schön. Zumindest vorübergehend. Irgendwann hat es mir dann nicht mehr so gut gefallen. Weil es in die Jahre gekommen ist. Und weil ja andere Eltern auch hübsche Kinder haben. Ich habe es trotzdem behalten. Irgendwie mögen wir uns. Und praktisch ist es immer noch. Auch wenn es jetzt öfter mal im Schrank steht. Mein kleines Design.

Es gibt doch immer ein Gegenteil, oder? Bei Wissen gibt es Unwissen, bei Tag Nacht, Materie Antimaterie, bei Plus Minus, bei Schönheit Hässlichkeit, aber bei Design? Gibt es Undesign? Nichtdesign? Gegendesign? Antidesign? Wohl kaum. Design ist immer. Alles hat eine Gestalt. Auch dieser Text zum Beispiel. Oder diese Seite. Oder das ganze Magazin. Ob das alles schön oder hässlich ist, liegt im Auge des Betrachters (also in diesem Fall bei Ihnen) und des Zeitgeists (also in diesem Fall auch bei Ihnen, oder wehren Sie sich erfolgreich?) Über Geschmack lässt sich (nicht) streiten. Was gestern noch auf dem Laufsteg bewundert wurde, kann heute schon im Plastikmüll landen. Bei den anderen, die es nie auf den Laufsteg geschafft haben. Weil sie zu früh dran waren … oder zu spät. Oder weil niemand wusste, dass es sie gibt.

Wie auch immer: Es gibt eben keine absolute Schönheit. Gutes Design schon. Es ist zeitlos, auch wenn es erste Falten zieren. Es war zu seiner Zeit erfolgreich, hatte Käufer und Kunden, im besten Fall Fans, Liebhaber und im historischen Kontext sogar einmal Sammler. Nicht nur selbstzweckorientierte Kunst findet eben den Weg in Museen, auch funktionsorientiertes Design, obwohl beide gar nichts miteinander zu tun haben, da mag den Designer noch so sehr die Aura des Künstlers umgeben. Ein guter Designer ist doch ganz einfach einer, der sein Handwerk versteht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Aber jetzt lassen wir doch lieber Menschen zu Wort kommen, die sich mit Design auskennen. Auf den nächsten 16 Seiten.

„Einfachheit ist die höchste Form der Raffinesse“

Leonardo da Vinci

Kreatives in Zahlen

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