Sonderthema Treue – Was verbindet uns #44

von Wolfram Hegen

Was verbindet uns?

Es muss Vorteile haben, einem Menschen, einer Familie, einer Stadt, aber auch einer Marke oder Organisationen wie einem Verein, treu zu bleiben. Jahre, Jahrzehnte, bis der Tod uns scheidet. Sonst blieben Menschen nicht die meiste Zeit ihres Lebens treu – trotz aller Angebote, aller Gelegenheiten, aller Verlockungen, die wir, sollten wir ihnen doch einmal erliegen, meist bereuen, zurückkehren, um Verzeihung bitten.

WAS ALSO VERBINDET UNS?
Treue muss ja mehr sein als es uns die ernüchternde Theorie einer wissenschaftlichen Studie der Universität von Waterloo in Kanada und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig glauben machen will: Treue verhindere die Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten. Die hätten früher häufig zur Unfruchtbarkeit geführt und damit die Population gefährdet. So sei die Monogamie entstanden.

DAS SOLL ALLES GEWESEN SEIN?
Nein, natürlich nicht: Treue existiert eben nicht nur unter Paaren, sie ist ein Wert an sich: Treue gibt uns Verlässlichkeit, Sicherheit, Berechenbarkeit, Stabilität, Struktur.

SIE BRINGT ORDNUNG IN UNSER CHAOS.
Wenn sie aber zum höchsten aller Maßstäbe erhoben wird, sich über Gesetz und Menschlichkeit erhebt, wenn sie zum reinen Pflichtgefühl verkommt, hat sie schon viel Elend angerichtet, im Privaten, im Politischen.
Treue kann also auch in die Irre führen, ins Unglück. Dann verbindet sie uns nicht, dann zerstört sie uns.

WAS ALSO IST DIESE … TREUE?

 

 

 

 

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