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Stadtgespräch #15

Wellengang

Friedrich Herdan, von seinen engen Vertrauten auch „Fritz“ genannt, ist sicher nicht so stur wie man es dem „Alten Fritz“, dem früheren Preußenkönig nachsagt, standhaft in seiner Meinung aber doch. Das führte kürzlich im Finanzsenat der Stadt zu einer ordentlichen Auseinandersetzung. Herdan nämlich wollte mal über das Thema Beförderungsstopp für Beamte reden wie es den in anderen Gemeinden auch gibt. Damit aber zog er den Zorn von Bettina Lesch-Lasarides auf sich, ihres Zeichens immerhin SPD-Fraktionsvorsitzende. Sie warf ihm „unsoziales Verhalten“ vor. Da platzte Herdan der Kragen. Er verließ den Raum. Oberbürgermeister Norbert Tessmer holte ihn zurück, die Stimmung aber blieb vergiftet. Eine Entschuldigung gab es auch nicht. Zumindest nicht im Finanzsenat.

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Seegang

Der Lautertaler Ortsteil Rottenbach hat 120 Einwohner. Und einen Dorfteich. Der spaltet jetzt die Anwohner. Und den Gemeinderat. Im Sommer nämlich ist der Dorfteich bestenfalls noch ein Tümpel, trocknet manchmal aus. Nicht schön. Weil Bürgermeister Sebastian Straubel ein Demokrat durch und durch ist, fragte er die Rottenbacher selbst: Mit 40:36 Stimmen entschieden die sich für den Dorfteich. Man solle den Wasserzufluss sichern, ihn aufhübschen, zum Dorfmittelpunkt machen. Doch der Gemeinderat folgte dem Votum nicht, entschied: zuschütten. Die Aufregung war dementsprechend groß. Jetzt bekommen die Befürworter wieder Wind in ihren Segeln: Vielleicht könne der Dorfteich als Löschteich für den Notfall dienen, so eine Idee. Feuerwehr und SÜC eilten zum Ortstermin. Entschieden ist noch nichts.

Geldfluss

Die Coburger Linken füllen für kommende Wahlkämpfe ihre Kriegskasse. Jetzt freuen sie sich über eine Erbschaft in Höhe von fast 200 000 Euro. Das ist für eine Partei im Kommunalen ein Haufen Geld. Allerdings mussten die Linken auch etwas dafür tun, wobei das angesichts der aktuellen Situation auf dem Immobilienmarkt kein großes Problem war: Sie erbten nämlich nicht das Geld selbst, sondern eine Eigentumswohnung. Der Inhaber war zu Lebzeiten Sympathisant der Linken und vermachte die Immobilie nach seinem Tod der Partei. Jetzt ist die Wohnung verkauft worden. Vom stolzen Erlös kann sich die Linke ja auf Personenfang in begrifflich nahestehenden Parteigruppierungen begeben. Und sich eine ordentliche Wahlkampagne für die nächsten Kommunalwahlen leisten.

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Seeblick

Das Ausflugslokal im Coburger Stadtteil Neu-Neershof stand lange leer. Jetzt wollte die Bamberger Flüchtlingshilfe das Lokal kaufen, umbauen und 40 Flüchtlinge darin unterbringen. Grund genug, ein Bürgergespräch einzuberufen. Der Saal platzte aus allen Nähten, natürlich ging es hoch her. Flüchtlinge, das Thema spaltet. Nächstenliebe hin oder her. Und so kam es auch anders als es sich die Bamberger ausgedacht hatten: Etliche (nicht alle) Bewohner wollten nicht so viele Flüchtlinge bei sich vor Ort haben. Immerhin hat Neu-Neershof selbst nur etwa 250 Einwohner, der Anteil der Flüchtlinge hätte also bei etwa 15% gelegen. Wie aber das Flüchtlingsheim verhindern? Kein Problem: Fünf Bürger, nicht nur aus Neu-Neershof, kauften das Gebäude selbst.

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Löschwasser

Die ehrenamtliche Coburger Feuerwehr wollte jetzt für ihre Ausrüstung einen neuen Anhänger. Den wollte sie sich von der Stadt Coburg kaufen lassen. Allerdings sei der zu teuer, so die Meinung des Stadtrates. Keine gute Nachricht für die Truppe. So suchte man einen glaubwürdigen Überbringer der schlechten Nachricht. Frank Völker sollte es sein, CSU-Stadtrat und sehr bei der Feuerwehr engagiert. Er selbst hielt den Kauf auch angesichts der aktuell leeren Kassen aktuell für überflüssig. Dafür wurde er von Stadtbrandrat Stöckl scharf öffentlich angegriffen. Der entsprechende Facebook-Post wurde zwar „gelöscht“, der Streit schwelt aber weiter. Und vor allem hält der Oberbürgermeister sich aus der Sache raus, obwohl er Frank Völker Rückendeckung zugesagt haben soll.

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Wellenbetrieb

Heiko Bayerlieb, Mohr-Herausgeber, macht immer wieder von sich reden, vor allem auch als Veranstalter. Nach Partys, Baumesse und Hunde-Badetag hat er jetzt eine Kunstmesse im alten Güterbahnhof aus der Taufe gehoben: „Art Coburg – kauft Kunst“ sollte die heißen, so seine Idee. Der Koordinator Stadtmarketing Michael Böhm, einer der Entwickler des Geländes zum Event-Standort, fand das klasse. Aber andere Mitstreiter aus der Design- und Kunstszene nicht: „Art“ sei doch etwas hoch gegriffen. So benannte Bayerlieb die Messe um in „Umschlagplatz Coburg“. Der Inhalt bleibt derselbe: Coburgs erste Kunstverkaufsmesse, am 18. und 19. Juni. 50 Künstler sollen kommen. Nach Designtagen, SÜC-Jugendcup und Coburger Medienpreis die vierte Veranstaltung innerhalb weniger Wochen im Güterbahnhof.

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