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Stadtgespräch #17

Die unendliche Geschichte Teil 1

Die Diskussionen um den geplanten Verkehrslandeplatz in Meeder haben das Zeug zu einer Komödie: Die Brandensteinsebene könne über 2019 hinaus geeignet sein, hieß es aus dem Luftamt Nordbayern. Dieses Thema schien eigentlich vom Tisch. Von wegen. Also schrieb Brose-Chef Michael Stoschek einen Brief an den verantwortlichen Regierungspräsidenten von Mittelfranken. Es folgten ihm Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden, die sich für den neuen Standort stark machen. Zeitgleich wies das Verwaltungsgericht Bayern das Bürgerbegehren von Flugplatzgegnern in Coburg ab. Anfang Oktober wiederum holte TV-Bayern-Live die Geschichte von der Brandensteinsebene wieder aus der Versenkung, sie sei doch zu ertüchtigen, heiße es, zitierte Moderator Uwe Brückner. Brückner selbst kommt übrigens ursprünglich aus Bad Rodach. Wir sind auf die nächsten Akte gespannt.

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Der Linke kommt nach Bayern

Im Oktober besucht der Thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow Coburg. Der erste Ministerpräsident der Linken in Deutschland zu Gast im CSU-Schwergewicht-Nachbarland Bayern. Und noch viel mehr: Der erste offizielle Besuch in Bayern überhaupt. Und das ausgerechnet in Coburg. Damit hat man sich in der SPD-geführten Coburger Stadtverwaltung augenscheinlich ein bisschen schwerer getan als wenn ein bayerischer Ministerpräsident Coburg besuchen würde, dem sicherlich fast so etwas wie ein roter Teppich ausgerollt werden würde. Wie sonst lässt sich erklären, dass es etwa vier Wochen dauerte von der Anfrage bis hin zur Bestätigung eines Stadtempfangs mit Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Und wie sonst, dass nicht etwa Oberbürgermeister Norbert Tessmer Ramelow begrüßt, sondern 3. Bürgermeister Thomas Nowak?

Die christsoziale Radierung

Ein Coburger Medium bekam kürzlich von einer höheren CSU-Parteistelle eine Anfrage bzgl. eines schönen Bildes der stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidentin Ilse Aigner. Dieses war bei ihrem Besuch auf dem Coburger Sambafestival im Sommer dieses Jahres im VIP-Bereich auf den Arkaden über dem Schlossplatz entstanden. Schönes Wetter, beste Stimmung, ein fröhliche Aigner, das sah gut aus. Man würde gerne die Rechte an dem Bild inklusive Frau Aigner erwerben, aber ohne den Herrn daneben. Ob es daher möglich sei, diesen zu entfernen. Dabei handelte es sich um den Coburger Junge-Union-Nachwuchsmann Max Forkel … der hat trotz seiner jungen Jahre schon verstanden, dass die sogenannte „Gesichtspflege“ im politischen Geschäft unerlässlich geworden ist, wenn man mal etwas werden möchte.

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Die zu rettenden Retter

Es war ein ungewöhnliches Bild an einem Spätsommermorgen auf der Angerkreuzung: Zwei verbeulte Rettungswagen, Scherben, Splitter auf dem Asphalt. Und weil niemand verletzt war oder zu Schaden kam, sah alles so ganz nach einer kuriosen Meldung aus, die auch dann durch die lokalen und sozialen Medien herumgereicht wurde. Immerhin hatte die Polizei den Zusammenstoß zweier Rettungsfahrzeuge ja bestätigt. Die Retter selbst fanden den Spott im Netz aber gar nicht witzig, wollten nicht als die Deppen Coburgs dastehen, und hatten damit Recht. Ein drittes Fahrzeug nämlich hatte den Unfall verursacht. Die Rettungsfahrzeuge selbst waren nur Opfer, nicht Täter. Der Shitstorm flaute schnell ab, was im Gedächtnis bleibt, ist dennoch das etwas kuriose Bilder zweier zu rettender Retter.

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Der teure Ring

Das Geld, das liebe Geld. Langsam wird es knapp. Stellt sich daher zunehmend die Frage, wofür ausgeben? Sicher nicht für einen Ehrenring, fand Stadträtin Monika Ufken und lehnte eine Ehrung für 20 Jahre Stadtratstätigkeit ab. Der damit verbundene Ring hätte nämlich über 3000 Euro gekostet. Das hielt Ufken für unnötig und verzichtete – im Übrigen damit auf die ganze Ehrung, die gibt es nämlich nur ganz oder gar nicht. Das wiederum ehrt Ufken umso mehr. Wobei jedem der anderen Geehrten kein Vorwurf zu machen ist, die Ehrung angenommen zu haben. So oder so hätten die ersparten Gelder nicht gereicht, um notwendige Schulsanierungen wie in Coburg-Scheuerfeld oder eine Unterstützung der Waldorfschule in Coburg-Beiersdorf zu leisten, die Geld dringend nötig hätten. Zusammen an die 300000 Euro, hört man. .

Die Bagger kommen

Am Geld scheitert es an anderen Stellen in der Stadt dagegen nicht: Am Johann-Strauß-Platz in Coburg sorgt ein Investor für 100 neue Wohnungen samt Tiefgarage und Studentenwohnheim. Das passt zwar einigen Anwohnern so gar nicht, ändert aber nichts. Mittlerweile nämlich ist mit den Abrissarbeiten von Teilen des ehemaligen Diakonisch-Sozialen-Zentrums und anderer Gebäude begonnen worden, damit danach mit dem Aufbau der neuen Gebäude und der Sanierung von Teilen des DSZ weitergemacht werden kann. Auch im Ortsteil Rögen soll gebaut werden, 16 Wohnhäuser insgesamt. Und auch auf dem alten Brockardt-Gelände im nördlichen Teil der Innenstadt wird wieder Leben einkehren, wenn Investor EDEKA dort bis 2019 einen neuen Supermarkt und ein Parkhaus hochzieht und danach auch Wohnungen baut.

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Die unendliche Geschichte Teil 2

Frisches Obst, Salate, Gemüse, Wurst, Käse, Antipasti, Fisch – was könnte man nicht alles in einer Markthalle einkaufen. Ein belebter Ort mit vielen Händlern, mit vielen Käufern, ein Ort der Begegnung, ein echter Mittelpunkt. So etwas soll ja nach einem ersten missglückten Versuch im Steinweg jetzt am Albertsplatz entstehen. Im Juli 2015 brachte der Stadtrat das Thema auf den Weg, im Dezember 2015 wurde der Mietvertrag mit der Markthalle Coburg GmbH aus Winnenden unterschrieben. Doch bis jetzt tut sich recht wenig. Im Herbst sollte Leben einkehren, hieß es, jetzt ist von 2017 die Rede. Bisher hat nur eine Eisdiele geöffnet. Und die hat sich wegen ihrer ungewöhnlichen Außenbestuhlung mit aus Paletten gebauten Garnituren noch den Ärger eingefangen. Immerhin gibt es ja Vorschriften, wie so etwas auszusehen hat.

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