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Stadtgespräch #56

Manchmal Erstaunliches, oft Neues, gerne ein bisschen Klatsch und Tratsch, vor allem natürlich über Promis und solche, die sich dafür halten, aber auch in unseren Augen besonders Erwähnenswertes, Erhellendes, Bewundernswertes, das alles findet sich seit der ersten Ausgabe des COBURGER im Jahr 2012 in unserem Stadtgespräch…

NEUE MACHERINNEN

Der COBURGER stellt seit einigen Jahren Macher und Macherinnen vor. Das Konzept: Wir suchen Menschen aus der Region, die etwas Besonderes machen, also etwas nach vorne treiben, entwickeln, leiten, produzieren, sich eben in besonderer Weise öffentlich engagieren, über das normale Maß hinaus. Menschen, die andere mitziehen, begeistern, Verantwortung übernehmen. Ob in Unternehmen oder ehrenamtlich. Wir stellen Ihnen Fragen über das Machen. Wir fotografieren Sie. Die Reihe hat sich in den letzten Jahren zu einem der größten Hingucker im COBURGER entwickelt. Doch etwas stört uns: Von bisher 33 Macherinnen und Machern in den letzten Jahren sind gerade mal zehn Frauen. Wir würden dieses schiefe Verhältnis gerne geraderücken. Wer also Vorschläge hat für die Macherinnen aus der Region, gerne schicken an info@coburger-magazin.de.


NEUE ÄRA BEI LIEB

Das Maschinenbauunternehmen Werner Lieb aus Rödental stellt die Weichen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft: Neu an der Spitze stehen mit Bas Groenen und Rüdiger Schindler zum ersten Mal zwei externe Geschäftsführer, die nicht der Familie Lieb entstammen. Sie folgen den bisherigen Inhabern Steffen und Michael Lieb nach, die jetzt aus dem Unternehmen ausscheiden. Vorangegangen war mit der Übergabe der Gesellschaftsanteile an die Active Capital Company im vergangenen Jahr eine lange vorbereitete und im Sinn des Unternehmens und der Mitarbeiter durchgeführte Nachfolgeregelung. Während ihrer 20-jährigen Tätigkeit als Geschäftsführer hatten Steffen und Michael Lieb das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft geführt, indem sie die Mitarbeiterzahl mehr als verdoppelt und den Umsatz vervier- bis fünffacht haben. Der Bau von zwei Montagehallen im Jahr 2016 und die innovativen Leistungen des Unternehmens haben LIEB auch den Bayerischen Mittelstandspreis eingebracht. Der neue Geschäftsführer Bas Groenen, ein 40-jähriger studierter Betriebswirt, übernimmt die kaufmännische Geschäftsführung. Im Team mit Rüdiger Schindler als technischer Geschäftsführer werden beide die Zukunft des Unternehmens gestalten, die weiteres Wachstum beinhalten wird.


NEUES VOM FÜRSTENBAU

Zwischen 1911 und 1915 wurde begonnen, am Coburger Bahnhof ein neues Empfangsgebäude mit Anbau nur für die Herzogsfamilie zu errichten: den „Fürstenbahnhof“, später im Volksmund „Fürstenbau“ genannt, der wegen der Abdankung des letzten Coburger Herzogs 1918 aber nur kurz in Betrieb war. Er hatte auch in den Nachkriegsjahren eine besondere Funktion, wie die Coburgerin Ursula Bröcheler-Pilling dem COBURGER schreibt. Das Gebäude nämlich bot ihrer Großmutter Alma Pilling, dem Sohn und seiner Familie Obdach, darunter auch Ursula, als Teile des Bahnhofs wie zum Beispiel die Wartesäle nach der Bombardierung Coburgs im Februar 1945 zerstört waren sowie eben auch der Wohnbereich im Bahnhof. Alma Pilling war zu dieser Zeit schon 30 Jahre als Bahnhofswirtin tätig und zog mit der Familie in das fast fensterlose Dachgeschoß des Fürstenbaus, der bis zur Sanierung des Bahnhofs als Wartesaal fungierte mit einem kleinen Biergarten davor. Erst in den späten 1940er Jahren war der Bahnhof wieder soweit gediehen, dass ein normales Leben Einzug halten konnte, die drei Wartesäle wiedereröffnet wurden. Allerdings befand sich Coburg jetzt an der Zonengrenze. Es gab keinen großen Reiseverkehr, Alma Pilling und ihr Team mussten sich viel einfallen lassen, um Gäste zu locken. „Ich glaube, es ist ihr gelungen“, schreibt ihre Enkelin, „mit ihrer Familie und ihren treuen Mitarbeitern.“ Erst 1960, nach 45 Jahren Bahnhofswirtin, beendete sie aus Altersgründen ihre Arbeit.

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