Auf ein Wort #24

Farbkasten

Also. Was bleibt denn nun? Von diesem Jahr? Ein Ticket nach Jamaika, nicht eingelöst? Weil die schwarz-gelb-grüne Reisegesellschaft eigentlich nicht wirklich denselben Urlaub machen wollte? Eine gelbe Partei, die jetzt gelindnert wird, das neue Wort für ausgegrenzt, weil sie gesagt hat, was andere dadurch nicht sagen mussten? Eine verpasste Chance für eine ökologisch-liberale-konservative-ultrakonservative Truppe, die Deutschland erneuern hätte können?

Oder eher der von vorneherein zum Scheitern verurteilte Versuch einer ökologisch-liberalen-konservativen-ultrakonservativen-von-bevorstehenden-Landtagswahlen-bedrängten Balkongesellschaft, Verantwortung zu übernehmen, die sie nie vorhatte zu übernehmen, eine bunte Mischung, die mit einer Erneuerung Deutschlands ohnehin überfordert gewesen wäre, weil sie der berühmten Quadratur des Kreises gleichgekommen wäre, die bekanntermaßen unmöglich ist?

Eine Wahl, die – welch Überraschung – eine neue Farbe ins den politischen Malkasten gebracht hat, die zur Mischung für andere – noch – zum Glück – nicht taugt?

Die Erkenntnis, dass man lieber das enggeschnittene unifarbene Parteihemd anzieht als die zu weite knallbunte Staatshose?

Oder eher, dass den Großteil der Bevölkerung die politische Farbenlehre mittlerweile mehr langweilt als jeder Malunterricht in der Grund-, Haupt- oder Realschule oder im Gymnasium? Weil sie mehr dem politischen Kalkül, dem Selbsterhaltungstrieb von Parteien und Politikern dient als dem Kunden, dem Wählern? Weil sie genau dadurch eher dem „Volk“ die Zeichenschüler in den Unterricht treibt, denen ein weißes Blatt und ein schwarzer Bleistift ohnehin genügt, um ihre Sicht der Welt zu malen.

Bleibt also einfach, dass ein großer Teil der Bevölkerung, nach eigener Ansicht gebildet, aufgeklärt, offen, modern, urban, global, weiterhin alles dafür tut, den kleineren Teil der Bevölkerung, nach eigener Ansicht weniger gebildet, verschlossen, ländlich, abgehängt, im einer gefährlichen Selbstgefälligkeit und Überheblichkeit noch weiter abhängt, damit aber noch größer macht und damit das Risiko einer schwarz- oder im schlimmsten Fall braun-weißen Farbenlehre samt gesellschaftlicher Teilung damit noch weiter heraufbeschwört, anstatt sich einfach mal zuzuhören?

Hoffen wir auf 2018.

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