Auf ein Wort Schriftzug

Auf ein Wort #28

Nachhaltig Bilden

von Wolfgang Weiß

Die Verleihung des Coburger Medienpreises in der HUK-Coburg-Kantine auf der Lauterer Höhe war ein
Ereignis mit weltstädtischem Flair. Da sind wir wieder bei Professor Walter Ackers‘ Begriff der „gefühlten Großstadt“, das er bei der Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts in Coburg wahrnahm: Großstadtfeeling in einer 41.000-Einwohner-Stadt. Bevor es drinnen mit dem Programm losging, hielten sich die Besucherinnen und Besucher beim Sektempfang draußen auf der Terrasse auf. Chic gekleidete Menschen, kleinere und größere Gesprächsgruppen, eine durch und durch positive Stimmung, die über dem ganzen lag. Und wenn man den Blick schweifen ließ über entspannte und fröhliche Menschen, die moderne Architektur des HUK-Coburg-Baus, die Teichanlage mit dem Holzsteg und dem gepflegten Grün darum, mit den Langen Bergen und dem Lauterberg im Hintergrund und dem langsam dunkel werdenden blauen Himmel darüber, dann blieb einem gar nichts anderes übrig als das Gefühl: Das Leben ist schön!

Wer nichts anderes um sich herum hat als eben eine solche Umgebung, wer sich ausschließlich in Gesellschaft mit Menschen befindet, denen es gut geht, kommt gar nicht auf die Idee, dass etwas schief läuft in unserer Gesellschaft, auf unserem Planeten. Das, was an schlechten Nachrichten über das Auge und das Ohr den Verstand erreicht, wirkt abstrakt, weit entfernt, wenig bedrohlich.

Bei meinen Waldführungen mit Schulklassen, Ferien- oder Eltern-Kind-Gruppen und interessierten Erwachsenen merke ich immer wieder, wie aufgeschlossen Kinder, Jugendliche und Erwachsene für Natur und ökologische Zusammenhänge sind. Ich spüre eine große Offenheit für Themen wie die Gefährdung biologischer Kreisläufe oder die Herausforderungen, die der vom Menschen gemachte Klimawandel mit sich bringt. Wir brauchen mehr Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): „Gemeint ist eine Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt. Sie ermöglicht es jedem Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.“ So wird dieser Begriff auf dem BNE-Portal im Internet definiert. Mit Informationen zu Flora und Fauna, zu den ökologischen Zusammenhängen in der Natur, mit Spielen wie „Wald im Gleichgewicht“ oder „Wir haben nur eine Erde“, mit Gemeinschaftsaufgaben wie dem Bau einer Hütte aus Ästen und Zweigen versuche ich, Menschen dafür zu sensibilisieren, dass wir Teil der Natur sind, wir
Verantwortung haben, wir alle handlungsfähig und kompetent sind, um uns dieser Verantwortung zu stellen.

Viele Organisationen und Einrichtungen kümmern sich bereits um Umweltbildung, aber das Angebot ist noch viel zu klein. Da muss mehr geschehen, um Menschen bewusst zu machen, dass die Probleme, die unser Leben und Wirtschaften für den Planeten mit sich bringen, keine abstrakten Probleme sind. Bildung für nachhaltige Entwicklung macht uns zu überzeugten Akteuren!

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