Auf ein Wort Schriftzug

Auf ein Wort #37

COBURG WÄHLT!

von Gabi Arnold

Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer geht und gleich neun Kandidaten, sieben Männer und zwei Frauen, trauen sich seine Nachfolge zu. Der Wahlkampf ist eröffnet! Inhalte und Ziele sind wichtig, aber bei Kommunalwahlen spielt vor allem die Persönlichkeit der Kandidaten eine Rolle. Klar, bürgernah sollten sie sein, authentisch und sympathisch wirken, ein bisschen Humor schadet auch nicht.

Als Norbert Tessmer vor sechs Jahren die Nachfolge von Norbert Kastner antrat, war er den Bürgern bestens bekannt. Er war jahrzehntelang Stadtrat, später auch 3. und 2. Bürgermeister. Tessmer war ständig präsent, bei Festen und Versammlungen, als Gratulant im Namen der Stadt Coburg bei privaten Jubelfeiern. Die Coburger wussten, wem sie ihre Stimme geben.

Unbekannte Bewerber dürften es auch bei den Kommunalwahlen 2020 sehr viel schwerer haben, sich in der kurzen Wahlkampfphase das Vertrauen der Wähler zu erarbeiten.

Egal, wer den Chefsessel im Coburger Rathaus erobert, er oder sie sollte vor allem auch Führungsqualitäten und sehr gute Nerven haben. Denn bei der Anzahl an Grüppchen, Wählergemeinschaften und Gruppierungen dürfte es in Zukunft noch schwerer werden, Entscheidungen zu fassen.

Norbert Tessmer sprach in einem Interview vom August vergangenen Jahres von einer Zerfaserung im Stadtrat und davon, dass der Zusammenhalt innerhalb der Fraktionen schwinde. Weshalb aber versucht man nicht, für gemeinsame Ziele ein Rezept zu finden, sondern kocht lieber eigene Süppchen? Schließlich sollte es doch um das Wohl der Stadt und ihrer Bürger gehen und nicht um Eitelkeiten und persönliche Befindlichkeiten. Bevor die Coburger ihre Kreuzchen bei der Stadtratsliste setzen, lohnt sich ein Blick zurück. In den vergangenen Jahren gab es wichtige Entscheidungen zu treffen. Wie haben die Mandatsträger bei umstrittenen Themen abgestimmt? Haben Sie ihre Meinung vertreten oder waren sie stumm? Waren sie bei entscheidenden Abstimmungen überhaupt anwesend oder entschuldigt – letzteres aus wichtigen Gründen, versteht sich.

Bei der Anzahl an Bewerbern um das Amt des Oberbürgermeisters ist in Coburg mit einer Stichwahl zu rechnen. Da haben es die Neustadter einfacher, dort fordert der Rechtsanwalt Wolfgang Rebhan (CSU) Amtsinhaber Frank Rebhan (SPD) heraus. Ob Neustadt, Coburg oder die Wahlen im Landkreis – es wird spannend wie selten zuvor! Ob es eine historische Wende in Coburg gibt – entscheiden die Bürger.

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