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Buchempfehlung #25

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Buchempfehlung

Martin Vögele, Buchhandlung RIEMANN:

Donald Ray Pollock, der Autor der mit dem Deutschen Krimi Preis 2017 ausgezeichneten Gangsterballade „Die himmlische Tafel“ ist für mich eine der Entdeckungen der letzten Jahre. Als Spätberufener ist er mit nur einem Kurzgeschichtenband und zwei Romanen zu einer der aufregendsten literarischen Stimmen der USA geworden.

Um es vorweg zu nehmen: „Die himmlische Tafel“ ist kein Roman für zarte Gemüter. Hier wird gemordet und geraubt, gesoffen, gehurt und geflucht – so bildhaft beschrieben, dass die Lektüre eine wahre Freude ist. Ein Buch wie ein Film von Quentin Tarantino oder den Coen-Brüdern: heftig, spannend, mit schwarzem Humor und teils schrägen Charakteren …

Der Lohnfarmer Pearl Jewett, inspiriert von einer Begegnung mit einem eigenartigen Wanderprediger, ist fest entschlossen, sich seinen Platz an der himmlischen Tafel durch ein entbehrungsreiches Leben auf Erden zu sichern. Mit harter Hand zwingt er seine drei Söhne (einer einfältig, einer klug und einer ein gefährlicher Hitzkopf) jeden Morgen aufs Neue in ihr mieses Schicksal als billig abgespeiste, über den Tisch gezogene Tagelöhner ohne jedwede Perspektive.

Als der Vater überraschend stirbt, beschließen die Söhne – ihrerseits inspiriert durch einen Groschenroman, der das gewalttätige Leben des Bankräubers „Bloody Bill Bucket“ glorifiziert – den väterlichen Pfad der Tugend zu verlassen und den Weg zur himmlischen Tafel durch zeitnahe irdische Erfüllung abzukürzen.

Dabei ist ihnen jedes Mittel recht und es kommt, wie es kommen muss: Bald schon geht der erste Mord auf das Konto des Trios, raubend und plündernd ziehen Sie durch den Süden der USA. Auf Ihrer Odyssee treffen Sie auf Räuber, Huren und Latrinenputzer, auf Soldaten, Zirkusleute und einfache Farmer.

Viele dieser teils skurrilen Figuren wirken wie einem Panorama der derzeitigen amerikanischen Gesellschaft entsprungen und wie Donald Ray Pollock diese Charaktere beschreibt ist ganz großes Kino: direkt und schnörkellos, gewürzt mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humors und dabei so bildhaft, dass das „Kopfkino“ mit der ersten Zeile beginnt.

Inhaltsangabe

„Die Prosa von Donald Ray Pollock ist hartgesotten und zugleich von grausamer Schönheit“
The New York Times

Georgia, 1917. Der Farmer Pearl Jewett will sich durch seine Armut auf Erden einen Platz an der himmlischen Tafel verdienen – und seine drei Söhne darben mit ihm, ob sie wollen oder nicht. Nachdem Pearl von den Entbehrungen ausgezehrt stirbt, müssen sich die jungen Männer allein durchs Leben schlagen. Auf gestohlenen Pferden und schwer bewaffnet plündern sie sich ihren Weg durchs Land …

©Patsy Pollock

Donald Ray Pollock

Donald Ray Pollock, geboren 1954, wuchs im US-Bundesstaat Ohio auf. Mit siebzehn Jahren brach er die Highschool ab und nahm einen Job in einer Fleischfabrik an. Danach arbeitete er über dreißig Jahre in einer Papiermühle, zumeist als Lastwagenfahrer. Ende der achtziger Jahre holte er in Abendkursen seinen Schulabschluss nach und schrieb sich an der Ohio State University ein. 2008 erschien sein literarisches Debüt, der von der amerikanischen Presse gefeierte Erzählband »Knockemstiff«. Donald Ray Pollock lebt mit seiner Frau in Chillicothe, Ohio.

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