Buchempfehlung #26

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Buchempfehlung

Martin Vögele, Buchhandlung RIEMANN:

Ferdinand von Schirach legt nach „Verbrechen“ und „Schuld“ mit „Strafe“ seinen dritten Band mit Kurzgeschichten vor. Darin erzählt er in 12 kurzen, unabhängigen Geschichten sachlich, schnörkel- und emotionslos vom Leben. Es geht um Zufälligkeiten, falsche Entscheidungen, um Lücken im Rechtssystem, die über Schicksale entscheiden.

Er erzählt von Einsamkeit und Fremdheit, vom Streben nach Glück und über das manchmal klägliche Scheitern dabei. Es geht also nicht vorrangig um die geschilderten (Kriminal-)Fälle, sondern vielmehr um die Menschen darin, ihre Schicksale, ihre Sehnsüchte und Leiden.

Diese Schicksale berühren allesamt und manche der Geschichten klingen lange nach. Was wäre mit der angeklagten Frau passiert, hätte ihr Anwalt nicht unerwartet Besuch eines Schlägers und Geldeintreibers bekommen? Wie oft gelingt es Gerichten nicht, trotz sorgfältiger Arbeit, Gerechtigkeit walten zu lassen?

Die Geschichten zeigen, was „ganz normale“ Menschen zu Tätern werden lässt, das „Recht haben“ und „Recht bekommen“ oftmals wirklich zweierlei sind und das nach geltendem Recht Formfehler zu für den Laien schwer ertragbaren Freisprüchen führen müssen.

Lassen Sie sich bei der Lektüre dieses Buches Zeit, lassen Sie das Gelesene nachwirken, genießen Sie von Schirachs minimalistischen Erzählstil – „Strafe“ ist unbedingt lesenswert!

Inhaltsangabe

„Zwölf Texte, die man nicht vergisst – wieder aus der Welt der Justiz, schonungslos, präzise, manchmal kalt distanziert, dann wieder zutiefst menschlich.“

Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie wurden wir, wer wir sind?

Ferdinand von Schirach beschreibt in seinem neuen Buch „Strafe“ zwölf Schicksale. Wie schon in den beiden Bänden „Verbrechen“ und „Schuld“ zeigt er, wie schwer es ist, einem Menschen gerecht zu werden und wie voreilig unsere Begriffe von „gut“ und „böse“ oft sind.

Ferdinand von Schirach verurteilt nie. In ruhiger, distanzierter Gelassenheit und zugleich voller Empathie erzählt er von Einsamkeit und Fremdheit, von dem Streben nach Glück und dem Scheitern. Seine Geschichten sind Erzählungen über uns selbst.

© Michael Mann

Ferdinand von Schirach

Der Spiegel nannte Ferdinand von Schirach einen »großartigen Erzähler«, die New York Times einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der Independent verglich ihn mit Kafka und Kleist, der Daily Telegraph schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Die Erzählungsbände »Verbrechen« und »Schuld« und die Romane »Der Fall Collini« und »Tabu« wurden zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen in mehr als vierzig Ländern. Sein Theaterstück »Terror« zählt zu den weltweit erfolgreichsten Dramen unserer Zeit. Ferdinand von Schirach wurde vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Er lebt in Berlin. Zuletzt erschien von ihm im Herbst 2017 unter dem Titel »Die Herzlichkeit der Vernunft« ein Band mit Gesprächen mit Alexander Kluge.

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