Ein Jahr im Zeichen Luthers #24

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Eine Bilanz ganz ohne Zahlen

Das Reformationsjubiläum ist Geschichte. Was bleibt, ist die Erinnerung an viele Veranstaltungen, an weit über 200 000 Gäste und vor allem an viele Geschichten, die in diesem Jahr in Coburg geschrieben wurden. Der COBURGER hat sie in jeder Ausgabe erzählt, Werbung gemacht für das Lutherjahr – mit Unterstützung des Stadtmarketing Coburg. Geschichten mit Nachhaltigkeit für die Bayerische Lutherstadt. Ein Rückblick.

Am Anfang des Jahres hieß es die Werbetrommel schlagen: „Coburg feiert Luther“ titelte der COBURGER im Februar 2017 und warf einen Blick auf die vielen geplanten Veranstaltungen 2017: die Landesausstellung, eine Sonderausstellung im Naturkundemuseum, das Chorfest, nicht zuletzt der Kirchenkreis-Kirchentag und viele mehr. Coburg spielte eine große Rolle im Jubiläumsjahr – wegen seiner besonderen geopolitischen Lage: Die Stadt befand sich an der südlichen Grenze des Kurfürstentums Sachsen, dessen Zentrum damals Wittenberg war. 1530 zog Kurfürst Johann (der Beständige) mit großem Gefolge nach Augsburg, um dort auf dem Reichstag für die Reformation einzustehen. Martin Luther ließ er für fast sechs Monate in Coburg und damit innerhalb des für ihn sicheren kursächsischen Machtbereichs zurück.

Als Luther den Festungsberg zu Fuß hinaufging, fasst er seinen ersten Eindruck in diese Worte: „Es ist ein überaus reizender und für Studien geeigneter Ort.“ Hier verfasste er zahlreiche Bekenntnis- und Streitschriften und widmete sich Übersetzungsarbeiten. Er schrieb mehr als 120 Briefe in 172 Tagen an seine Freunde in Augsburg und auch an seine Familie in Wittenberg. Viele bekannte Schriften sind hier entstanden wie der „Sendbrief vom Dolmetschen“, Beiträge zur Vereinheitlichung der deutschen Schriftsprache, die zum Teil bis heute Gültigkeit besitzen.

Im Frühjahr dann begann an ebenjener Stelle, auf der Veste Coburg, die große Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“. Und der COBURGER widmete ihr viele Seiten – in Bildern und im Text. Es gab ja auch viel zu entdecken und zu erfahren während des halben Jahres der Ausstellung: Sie zeigte das damalige Leben auf dem Land, in der Stadt, in den Klöstern und den Ritterburgen, kostbare und ungewöhnliche Originale, Kunstwerke von Dürer, Cranach und vielen anderen Meistern.

Eindrucksvolle Inszenierungen und moderne Ausstellungstechnik halfen bei der Antwort auf die Fragen: Was trieb die Menschen in bewegten Zeiten um? Wurde die Welt wirklich durch die Ideen und Schriften Martin Luthers verändert? Und was hat das mit uns heute zu tun? Auch Coburgs evangelische Kirche Sankt Moriz, auf deren Kanzel Luther mehrfach persönlich predigte, präsentierte zur Landesausstellung eine Ausstellung. Coburg war dabei als Veranstaltungsort bewusst gewählt worden, weil die Stadt als zentrales Nadelöhr wichtiger Schauplatz der Reformation gewesen ist. Diese Bedeutung würdigte auch eine besondere Livesendung: 90 Minuten „Auf geht’s“ des Bayerischen Fernsehens. Coburg stand im Mittelpunkt des medialen Interesses.
Und die TV-Kameras liefen auch Anfang Juli beim Sängerfest des Fränkischen Sängerbundes, als viele Tausend Stimmen die gesamte Coburger Innenstadt zum Klingen brachten und dem Musikfreund Luther damit eine besondere Ehre erwiesen. Die Vestestadt war als Veranstaltungsort genau die richtige Wahl: Hier gründete sich der Deutsche Sängerbund 1862. Er war lange Zeit der weltgrößte Laienchorverband, bevor er 2005 mit dem Deutschen Allgemeinen Sängerbund zum Deutschen Chorverband fusionierte. Heute zählt Jens-Uwe Peter, der Vorsitzende der Sängergruppe Fränkische Krone im Fränkischen Sängerbund, alleine 23 Chöre in Coburg Stadt und Land, die Mitglied im Fränkischen Sängerbund sind. Dazu kommen ungezählte weitere Kinder-, Schul- und Erwachsenenchöre. Und viele von ihnen waren dabei beim Chorfest in Coburg. Über 100 Chöre reisten insgesamt an, über 3000 Sänger, freute sich Günter Freitag, Vorsitzender vom Sängerkreis Coburg Kronach Lichtenfels, der leider völlig unerwartet kurz nach dieser stimmungsvollen Veranstaltung verstarb.

Im Lutherjahr stand mit Unterstützung des Stadtmarketings auch ein ganz besonderer Wanderweg im Mittelpunkt des Interesses: Eine aktive Werbemaßnahme für die Landesausstellung führte Radio EINS-Moderator Thomas Apfel und Michael Böhm vom Stadtmarketing Coburg nämlich auf den Weg – den Lutherweg. Er verbindet Bundesländer und die Menschen, die ihn bewandern, mit den Stätten der Reformation: der Lutherweg – ein Pfad, der Pilger, Wanderer und Besucher animieren soll, sich auf den Spuren von Martin Luther und der Reformation zu bewegen oder einfach herrliche Landschaften und kulturelle Räume zu genießen. Der Lutherweg – ein Gemeinschaftsprojekt von Kirchen, Tourismusverbänden und Kommunen.

Und letztlich schaute man im Reformationsjahr Luther natürlich auch mal ordentlich aufs Maul. Das wiederum übernahm mit Unterstützung des Stadtmarketing die mehrfach ausgezeichnete Schülerzeitung des Gymnasiums Casimirianum, die Casiopeia, in einer Sonderausgabe. Die war für die Redaktion wirklich etwas Besonderes, auch für die beiden Chefredakteure, obwohl die jetzt schon vier Jahre im fleißigen Casiopeia-Team dabei sind. Die Bedeutung Luthers auch für die deutsche Sprache ist dem Team nämlich erst während der Recherche klar geworden. „Welche Begriffe heutzutage auf Luther zurückgehen, ohne dass man sich dessen bewusst ist, ist schon erstaunlich“, so Chefredakteurin Vanessa Wagner. Die Sonderausgabe bot zudem wieder viel Gelegenheit, „besser zu werden“, sagt ihr Kollege Leon Eberhardt, „das ist unser Ziel, aktuelle Strömungen aufzugreifen, neue Darstellungsformen zu finden, uns weiterzuentwickeln.“

Genauso eben, wie Luther gewirkt hat, wie er die Welt verändert hat, genauso eben, wie auch das Lutherjahr Coburg verändert hat, wie es viele Menschen begeistert, zum Mitmachen animiert, zum Nachdenken gebracht hat. Es war ein gutes Jahr für Coburg.

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