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Buchempfehlung #29

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Buchempfehlung

Martin Vögele, Buchhandlung RIEMANN:

Ein großartiger Roman wider das Vergessen!

Langweiler, ein Dorf im Hunsrück, 1902. Der fünfzehnjährige Mathis Bohnsack ist aufgrund eines lahmen Beines der Prügelknabe seiner Familie. Insbesondere seine zwölf Brüder machen ihm das Leben zur Hölle, mit Duldung des Vaters. Da nutzt Mathis die Gelegenheit und schließt sich einem im Dorf gastierenden Schausteller an. Meister Bos „Durchleuchtungsapparat“ sorgt auf dem Jahrmarkt für Furore und zieht Mathis sofort in seinen Bann. Zufällig sucht Bo einen neuen Gehilfen, und Mathis nutzt die offenkundig einmalige Chance, seinem Schicksal zu entfliehen.

Mit dieser Entscheidung taucht Mathis ein in die fantastische Welt der Schausteller. Seine abenteuerliche Reise führt ihn durch das ganze Land und auch nach Zürich, wo er während eines längeren Gastspiels im dortigen Panoptikum Meta, die Liebe seines Lebens, kennenlernt. Meta ist Kraftfrau und tritt als stärkste Frau der Welt auf. Der nun gemeinsame Weg führt Mathis und Meta nach Paris, wo sie in den Folies-Bergère gefeiert werden und auf Berühmtheiten wie Coco Chanel, Agatha Christie und Charlie Chaplin treffen. Immer dabei ist Metas behinderter Bruder Ernsti. Meta und Ernsti waren einst Findelkinder, die beim Jahrmarkt landeten.

Berlin, 1936. Die Massen jubeln jenem abgelehnten Kunststudenten zu, mit dem Mathis und Meta 1908 in Wien eine Wohnung teilten. Dieser seltsame Mann mit dem lächerlichen Schnauzer ist Adolf Hitler. Das Klima wird rau für Künstler und Artisten. Bühnen werden geschlossen, immer mehr Künstler mit Berufsverboten belegt. Nicht selten verschwinden Menschen über Nacht. Leben wird kategorisiert nach lebenswert und nicht lebenswert. Da beschließt Mathis, Widerstand zu leisten und ein Buch gegen das Vergessen zu schreiben – ein gefährliches Unterfangen in dieser Zeit, zumal Meta und Ernsti jüdische Wurzeln haben …

„Das Buch der vergessenen Artisten“ ist der zweite Roman der jungen Autorin Vera Buck und ein seltenes Leseerlebnis. Mit ihrer feinen, bildhaften Sprache und auch subtilem Humor lässt sie uns einerseits eintauchen in die schillernde Welt der Artisten und Künstler im frühen 20. Jahrhundert und gemahnt uns andererseits an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. „Das Buch der vergessenen Artisten“ ist ein großartiges, berührendes und nachhaltig beeindruckendes Lesevergnügen. Es ist eine Hommage an vergessene Menschen, an Heldenmut und an die Liebe und ein gewichtiges Buch in einer Zeit, da Menschen wieder zunehmend nach Rasse, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit oder sexueller Orientierung beurteilt werden.

Inhaltsangabe

Die wundersame Welt des Jahrmarkts, dramatische Zeiten und eine Liebe, die auch die größte Dunkelheit erhellt …

Deutschland, 1902. Mathis ist der dreizehnte Sohn eines Bohnenbauern, sein Leben zwischen Äckern und Feldern scheint vorherbestimmt. Erst als der Jahrmarkt im Dorf Einzug hält, bekommt Mathis eine Ahnung von der großen, weiten Welt jenseits der Hügel, die den Ort umgeben. Eine Welt, in der elektrische Wunder, Kuriositäten und schillernde Showbühnen auf ihn warten und in der auch er einen Platz haben will. Zusammen mit den Schaustellern begibt sich Mathis auf eine außergewöhnliche Reise.

Nach über dreißig Jahren als Röntgenkünstler lebt Mathis mit seiner Partnerin, der Kraftfrau Meta, in einer Wohnwagensiedlung am Rande Berlins. Es sind düstere Zeiten für die Artisten: Auftrittsverbote werden verhängt, Bühnen dichtgemacht. Doch in geheimen Clubs und Künstlertreffs lebt die Vergangenheit weiter. Genau wie in dem Buch, an dem Mathis schreibt – einem Buch, das Geheimnisse birgt und unter keinen Umständen in die falschen Hände geraten darf …

Vera Buck

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Vera Buck, geboren 1986, studierte Journalistik in Hannover und Scriptwriting auf Hawaii. Während des Studiums schrieb sie Texte für Radio, Fernsehen und Zeitschriften, später Kurzgeschichten für Anthologien und Literaturzeitschriften. Nach Stationen an Universitäten in Frankreich, Spanien und Italien lebt und arbeitet Vera Buck heute in Zürich. Ihr Debütroman „Runa“ wurde von der Presse hochgelobt und für den renommierten Glauser-Preis nominiert.

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