Monaco Franke

Der Monaco Franke #52

Gell, des Leh’m könnt‘ so schee saa, wenn man sich ned dauernd mit ahnungslosen Vorgesetzten rumschloong müsst‘! Wos is‘n des ieberhaupt für a Fraach‘: „Wie verdienen wir unser Geld?”?! Mühsam! Und – das gilt wohl für die allermeisten Menschen – jedenfalls ganz sicher nicht so, wie sie sich das irgendwann mal ausgemalt haben, schon gleich nicht als Kind.

Wenn sich alle Kinderberufswünsche erfüllt hätten, hätte die Deutsche Bahn heute zumindest keine Personalprobleme – oder welcher kleiner Junge wollte nicht schon mal Lokomotivführer werden? Der Monaco war da eine Ausnahme. Sein erster großer Berufswunsch war Busfahrer. Die Strecken aller Buslinien seiner Stadt konnte er jedenfalls auswendig und ist sie mit seinem Kettcar in der Siedlung in Gedanken regelmäßig abgefahren. Nebenbei konnte er auch sämtliche Stadtbus-Nummernschilder auswendig. Keine Ahnung, wozu das als angehender Fahrer hätte nützlich sein sollen, aber sicher war sicher! Irgendwann bekam er mit, dass man in dem Job nicht reich werden würde (wahrscheinlich hat’s ihm der Opa eingeflüstert), und auch die Aussicht, sein Leben lang zwoar in aaner scheena Uniform, aber halt immer die gleichen Strecken zu fahren, war bald nicht mehr so prickelnd. Jedenfalls änderte sich der Berufswunsch dann alsbald doch in Profifußballer. Mehr an der frischen Luft, mehr Bewegung, (und schon damals) mehr Geld!

Wie das Leben so spielt, hatte sich auch das dann irgendwann erledigt. Und statt der Sportlerlaufbahn standen nun Rockstar, Philosoph und Franzose ganz oben auf der Liste – leider konnte man nur eins davon auch an der Uni studieren. Auch „Kolumnismus“ ist zwar kein eigener Studiengang. Aber bassd scho, mit seinem eigenen Gschmarri a bissala Geld zu verdienen!

Natürlich könnte man überlegen, ob es vielleicht schlauer gewesen wäre, doch einen anderen Berufsweg einzuschlagen. Und im Laufe der Zeit sind da einige Ideen und Gedankenspiele zusammengekommen: Casanova oder Heiratsschwindler wären sicher eine gute und lukrative Möglichkeit gewesen, auch Lebemann oder Berufspensionär. Für all diese Lebensentwürfe fehlte aber entweder das nötige Kleingeld oder die passende Frau. Also Ihr junga Leut‘, Augen auf bei der Schätzlaswahl, gell!

Mit die „junga Leut‘“ möchte‘ ma heutzutage aber eher lieber ned tauschen. Es ist ja gar nicht mehr so leicht, die richtige Ausbildung und somit den passenden Beruf zu wählen. Ständig ändern sich in dieser schnelllebigen Zeit die Vorzeichen und die Anforderungen. Was heute attraktiv scheint, kann morgen ein Schleudersitz sein. Was gerade als „out“ gilt, ist morgen vielleicht wieder gesucht. Reisekaufmann oder -kauffrau? In Zeiten von Lockdowns und Reisebeschränkungen plötzlich so brotlos wie ner wos (dann doch lieber irgendwas mit Medien). Dafür sind einige traditionelle Berufe auf einmal wieder im Kommen, laut Experten etwa Instrumentenbauer, Schweißer, ja sogar Hufschmiede.

Glaubt man Berufsforschern, sieht die Zukunft sogar ganz rosig aus. Homeoffice ist spätestens seit Corona salonfähig geworden. Neue Technologien, wie Künstliche Intelligenz (KI), Data Analytics und Robotics, ermöglichen die Automatisierung von Routinetätigkeiten. So haben die Menschen mehr Zeit, kreativ zu werden, und die Berufsbilder wandeln sich. Die neuen und komplexeren Aufgabenstellungen in einer digitalisierten Welt erfordern auch spannende neue Formen der Zusammenarbeit. Stichwort: Networking oder Cloud Computing, die auch unternehmens- und bereichsübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen. Ist dem Bäcker ums Eck, dem Dorfmetzger und dem Korbflechter wurschd, is‘ auch klar. Aber a paar muss es halt immer geben, die noch alles so wie vor 200 Jahren machen.

Wichtig ist ja: Sein Job sollte einem vor allem Spaß machen. Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens, die ja seit ein paar Jahren auch hier in Deutschland diskutiert wird, ist in dem Zusammenhang sicher eine gute Möglichkeit, die Menschen dazu zu bewegen, einen Beruf anzustreben, der Laune macht und einen erfüllt und eben nicht nur viel Geld einbringt. Vielleicht gäb’s dann ja auch wieder mehr Bäcker und Korbflechter. „Iech hab mei Hobby zum Beruf g’macht“, ist ein Satz, den würde der Monaco gerne häufiger hören. Und vielleicht würde er selbst schon gar keine Kolumnen mehr schreiben, sondern wäre längst Biersommelier, Spielermann oder Buffmudder. Ja, warum nicht?! Die einen verdienen viel Geld, andere bekommen Applaus auf dem Balkon und wieder andere dürfen den ganzen Tag Seidla verkosten oder bekommen eben einen Nummer-eins-Hit! Und die Work-Life-Bällänz stimmt aa!

Ganz weit vorne ist auch Bratwurstschützer. Ja, des gibt’s wirklich! Und wenn ich den erwisch‘, der mir des jahrelang verschwiegen hat, den Rindsbimbl den debberden!

Schätzla, schau wie iech schau!

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