Im Norden der Bretagne #47

Kultouren – der COBURGER auf Reisen

Von Wolfram Hegen

Reisen allein, zu zweit, als Familie mit Kindern, „die schon aus dem Gröbsten“ raus sind, mit Freunden. Regionen in Europa, die mit dem Auto, per Bahn, mit dem Bus (oder dem Flugzeug) in ein paar Stunden erreichbar sind. Ziele für Menschen, die etwas sehen und erleben wollen, die interessiert sind an Kultur, Land und Leuten, an Natur, Bergen, Seen, Flüssen und Meer, gerne verbunden mit Bewegung an der frischen Luft und manchmal auch mit ein bisschen kalkuliertem Abenteuer. Das sind unsere COBURGER-Kultouren. In jedem Magazin eine. Mit vielen Bildern, die Lust aufs Fortfahren machen, und mit ein paar wenigen persönlichen Eindrücken, wenn Sie dieser Lust erliegen. Unser Tipp: Selbst auf Entdeckungsreise gehen. 

OH, LÀ, LÀ

Im Norden der Bretagne

Was tun, wenn einen das Fernweh so richtig packt? Die Sehnsucht nach kulturell und kulinarisch horizonterweiternder Nahrung, anderen Gesichtern und Sprachen, aber auch nach echtem ungezähmtem Meer und wilden Stränden? Und das alles im Herzen von Europa? Dann kann die Reise fast nur an den Atlantik führen. Also geht es in den Kultouren dieses Mal in Richtung Westen, über Saarbrücken und an Verdun vorbei, durch die Champagne mit dem bezaubernden Reims und das Autobahndickicht von Paris hindurch bis an den wilden Atlantik, in das Grenzgebiet zwischen Bretagne und Normandie, in die Region in um St. Malo.

ST. MALO

Auf drei Seiten vom Meer umtost, einst berühmt-berüchtigt wegen ihrer Piraten, die auf Geheiß des Königs fremde Schiffe kaperten und so den Reichtum ihrer Dienstherren mehrten, heute eine der Touristenattraktionen an der europäischen Westküste: Die bretonische Stadt St. Malo muss man mal gesehen haben. Zwar hatte das Stadtbild nach der Landung der Alliierten im zweiten Weltkrieg sehr gelitten, heute aber lockt der wiederaufgebaute kleine historische Stadtkern mit seinen Gassen und seinen vielen Restaurants und Geschäften die Touristen wieder in Massen an. Besonders eindrucksvoll ist auch ein Spaziergang rund um die Stadt auf der fast zwei Kilometer langen Festungsmauer, auf der einen Seite das Meer mit seinen vorgelagerten kleinen Inselchen und Stränden, auf der anderen die steinernen Gebäude der Altstadt.

ZÖLLNERPFAD

Er verbindet die Bretagne von ganz im Norden bis hinunter zur Brücke von Saint-Nazaire im Süden auf insgesamt etwa 2000 Kilometern: der Zöllnerpfad. Auf ihm kontrollierten bis ins 20. Jahrhundert hinein Zöllner die Küste, damit keine Schmuggler ihren Geschäften nachgehen konnten. Seit 1968 dient er nicht mehr zum Schutz der Grenzen, sondern als Fernwanderweg GR34. Immer nah am Atlantik entlang, immer eine frische Brise im Gesicht, an unberührten Buchten vorbei, über steil hinabfallende Klippen, durch mondäne Seebäder. In der Gegend um St. Malo sollte man sich eine oder zwei Tagesetappen auf dem rotweiß-markierten und bestens gepflegten Weg gönnen. Man wird wiederkommen.

CANCALE

So führt der Zöllnerpfad von St. Malo kommend in Richtung Norden natürlich auch durch oder besser meerseitig an Cancale vorbei, einem belebten, aber dennoch charmanten Badeort mit seinem pittoresken Hafen, schönen Villen und vielen kleinen Restaurants. Cancale nämlich ist vor allem bekannt für seine Muscheln und Austern, die hier direkt vor Ort in großen Parks gezüchtet werden. Frischer und schmackhafter geht es nicht. Also am besten einen schönen Platz mit Blick auf die Bucht sichern, dem lebhaften Betrieb auf dem Meer und an Land folgen und dabei die Spezialität der Region genießen. Wahlweise kann man auf dem Austernmarkt auch selbst einkaufen, sich ein gemütliches Plätzen mit Blick aufs Meer suchen, und den Blick schon einmal in die Ferne schweifen lassen, wo scheinbar mitten aus dem Wasser der Mont Saint-Michael herausragt.


LE MONT ST. MICHEL

Ein Berg, eine Insel, eine Abtei, ein kleines Städtchen wie aus einem Fantasyfilm: Der Mont-Saint-Michel gleich an der Grenze zur Bretagne fasziniert seit über einem Jahrtausend seine Bewunderer. Es ist seine Lage mitten im Wattenmeer, ein paar hundert Meter vom Festland entfernt, und seine hochaufragende Abtei, die die Menschen in ihren Bann zieht, jährlich weit über 3 Millionen Touristen, die sich vor allem zur Hauptsaison dicht an dicht durch die engen Gässchen den keine 100 Meter hohen Berg hinauf- und wieder hinunterbewegen. Seit 2014 erreichen die Besucher den mystischen Klosterberg über eine lange Brücke, die das Wattenmeer überspannt. Neben dem gewaltigen Eindruck ist auch das Kloster selbst sehenswert mit seiner Kirche und verschiedenen Räumen, die besichtigt werden können.

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