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Krankmacher Diät #25

Gesponserter Beitrag

Interview mit Uwe Fink über den richtigen Weg zu mehr Vitalität

Der Frühling naht. Mit ihm rollt die alljährliche Diätwelle übers Land: Weniger Essen oder kein Alkohol oder keine Kohlehydrate oder nur einseitig Kartoffeln oder Ananas oder Kohl oder Trennen oder oder oder… Es gibt fast kein Ess- und Trinkverhalten, das nicht als Diät Hoffnungen auf dauerhaftes Wohlbefinden, Fitness, Vitalität und einen schlanken Körper weckt. Das meiste ist Quatsch, sagt Uwe Fink, der sich seit vielen Jahrzehnten intensiv mit den Themen Ernährung und Fitness beschäftigt, sein Wissen auch in Vorträgen weitergibt. Uwe Fink ist Geschäftsführender Gesellschafter des VitaDROM Fitnessstudios in Coburg.

„Modelmaße? Darum geht es nicht.“

COBURGER: Was ist das Problem an Diäten?

FINK: Alle Blitzdiäten konzentrieren sich nur auf die Waage, nur auf den Gewichtsverlust, nur aufs Abnehmen als Selbstzweck. Das aber ist der falsche Weg. Es geht nicht ums Abnehmen an sich. Es geht darum, Fett zu verbrennen, aber eben nicht Muskeln und aktive Körperzellmasse, also alles, was dem Körper nutzt, was für Vitalität und Lebensqualität steht. Genau das passiert aber, wenn wir nur abnehmen.

COBURGER: Was passiert bei einer Diät im Körper?

FINK: Der Körper kennt ja keinen Genuss, er ist simple Biologie, er will uns am Leben erhalten. Wenn jemand mehr Kalorien zu sich nimmt als er verbraucht, schiebt der Körper alles in die Fettzellen. Das hat früher Sinn gemacht, um durch den entbehrungsreichen Winter zu kommen. Wir haben aber keine schlechten Zeiten mehr. Also nehmen wir zu. Diäten sollen dann schlechte Zeiten simulieren.

Die Rechnung erscheint einfach: Ich nehme weniger Kalorien zu mir, z.B. 500 Kalorien pro Tag weniger, das macht etwa 1 Pfund Fett in einer Woche. Aber eben nur rechnerisch. Der Körper nämlich merkt nach ein paar Tagen, daß er weniger bekommt. Also fährt er den Stoffwechsel herunter, haushaltet sparsamer mit den Kalorien und greift nicht mehr auf die Fettdepots zu.

Im Extremfall nehme ich nur noch 750 Kalorien am Tag zu mir, damit kommt der Körper gerade noch zurecht, die lebenserhaltenden Systeme funktionieren noch. Aber man ist schlaff, nicht leistungsfähig, mangelernährt, weil der Körper essentielle Nährstoffe nicht mehr bekommt. Eine Notsituation. Deswegen wird der Körper mit den paar Kalorien auch noch bis zu drei Monate haushalten, selbst wenn wir wieder normal essen. Die Folge: Wir nehmen überproportional zu, der Körper saugt sich richtiggehend voll, um für die nächste Notsituation gerüstet zu sein.

COBURGER: Aber viele Diäten haben doch den Effekt, dass man nach ein paar Tagen ein paar Kilo weniger auf der Waage hat und sich wieder besser fühlt, oder?

FINK: Das mag sein, ist aber ein Trugschluss: Grundprinzip aller Blitz-Diäten ist ja: Kohlenhydrate weglassen. Kohlenhydrate wiederum binden Wasser. Wenn ich dann noch auf Salz verzichte, das ja auch Wasser bindet, habe ich schnell drei Kilogramm verloren. Aber eben nur Wasser. Das bringt gar nichts. Im Gegenteil: Wenn der Wasserhaushalt nicht stimmt, kommt der Stoffwechsel nicht in Gang. Ich bin dehydriert, und die Muskulatur ist in einem schlechten Zustand – und ich verbrenne kein Fett.

COBURGER: Warum leidet die Muskulatur?

FINK: Wir haben ja nur einen Fettverbrenner im Körper, das sind die Muskeln. Und mit einer Diät schwäche ich die Muskeln. Zum einen fährt der Stoffwechsel herunter, der Körper lebt sparsamer, verbrennt also weniger, baut Muskulatur ab, zum anderen bedient sich auch noch unser Gehirn an den Muskeln. Es braucht ja täglich ca. 120 Gramm Glukose, also einfache Kohlenhydrate, um zu funktionieren, wach, aufmerksam, konzentriert zu sein. Blöderweise aber kann der Körper aus Fett keinen Zucker machen, sondern nur aus Muskelprotein. Großes und wirklich ganz ernsthaftes Problem dabei: Weil ja auch unser Herz ein Muskel ist, schädige ich mit einem Verzicht auf Kohlenhydrate auch noch unser wichtigstes Organ.

COBURGER: Also was empfehlen Sie?

FINK: Zunächst einmal muss man das Fett ja unterscheiden: Es gibt das essentielle für den Körper, das er braucht, um zu wärmen, als Schutz. Dazu kommt das unangenehme kosmetische Fett, das sind die eigentlichen Fettreserven für schlechte Zeiten, am Bauch, am Oberarm, unter dem Po. Das gefährlichste aber ist das überschüssige Fett: viszerales Fett und Bauchfett, das sieht man von außen gar nicht, ist aber die Ursache aller sog. Zivilisationskrankheiten. Wenn ich dieses Fett dauerhaft verbrennen will, muss ich mich bewusst ernähren, nicht asketisch, und richtig trainieren. Es gibt ja einen alten Satz: „Fett verbrennt im Feuer der Kohlenhydrate.“ Das Kraftwerk wiederum sind die Mitochondrien in den Zellen. Und diese werden durch nichts so aktiviert wie durch Muskeltraining. Also: Ein vernünftiger Kohlenhydrathaushalt, dazu dosiertes Muskeltraining. Mehr muss nicht sein. Der reine Gewichtsverlust ist dabei nicht entscheidend: Muskeln sind ja viel schwerer als Fett, haben eine viel höhere Dichte, aber ich kann eben nur nachhaltig Fett verbrennen, wenn ich meine Muskulatur trainiere. Und nur dann werde ich mich vital und attraktiv fühlen.

„Smoothies? Obst ist gesünder und billiger.“

7 Tipps

  1. Muskeltraining
  2. Genügend trinken
  3. 5-mal täglich kleine Mahlzeiten
  4. 65 % davon Kohlenhydrate, 20 bis 25 % Protein, 10 bis 15 % Fett
  5. Zucker meiden
  6. Kein sichtbares Fett essen
  7. Langsam essen, unser Gehirn meldet erst nach 20 Minuten: satt

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