Kummert macht Kasse #52

Degasso: Design, Gastro und Software

Valentin Kummert tüftelt und entwickelt mit Leidenschaft . Am 1. Mai ist er mit seinem Startup-Unternehmen „degaso“ in die digitale Manufaktur in Rödental eingezogen. Der 25-Jährige hat eine Kassen-Software für die Gastronomie entwickelt.

„Ein Gastronom muss ein guter Koch, Gastgeber und Unterhalter sein, aber er muss kein Techniker oder Informatiker sein“, sagt der Lautertaler. Genau deshalb hat er ein Kassensystem entwickelt, das schnell und unkompliziert installiert werden kann. Alle Vorgänge, wie bestellen, zahlen oder eine Speisekarte erstellen, lassen sich kinderleicht abwickeln. Und damit unterscheidet sich Kummerts Entwicklung von bestehenden Systemen, die viel Zeit und Nerven kosten. Mit seiner Erfindung erleichtert der Jungunternehmer die Abläufe in der Gastronomie enorm. Apropos: Sein eigener Chef wollte der 25-Jährige schon immer sein. Was ihm dazu fehlte, war die zündende Idee – bis ein Zufall zu Hilfe kommt.

Als sein Schwager in spe ein neues Restaurant in Fürth bei Erlangen eröffnet, bittet er Kummert alle technischen Arbeiten zu übernehmen. Dazu gehört alles, was einen Stromstecker hat, auch die Kasse. Zunächst wird ein Kassensystem gesucht; die Entscheidung fällt auf eine Anwendung, die zu den Marktführern gehört. Kummert versucht, die Software einzurichten. Für den Fachinformatiker und Softwareentwickler sollte das kein Problem sein, aber die Einrichtung erweist sich als äußerst kompliziert. Kummert wird stutzig.

„Wie kann es sein, dass ich mit meinem Handy mit einem Klick alles im Internet bestellen kann, aber bis wir die Kasse eingerichtet haben, dauert es zwei Tage, und ich habe einen Mitarbeiter am Telefon gebraucht, der uns geholfen hat.“ Valentin Kummert

Es könne doch nicht wahr sein, dass in unserer heutigen, digitalisierten Welt selbst jemand, der Erfahrungen habe, Tage benötige, um eine Software zum Laufen zu bringen. Das bringt ihn auf die Idee, eine Software zu entwickeln, die unkompliziert und leicht anwendbar ist. „Ich habe diesen Markt angeschaut und da war für mich klar, dass da was möglich ist und wir was bewegen können“, sagt der Jungunternehmer. Kummert ist zu dieser Zeit bei Innosonix als Softwareentwickler angestellt. Neben seinem Hauptjob tüftelt er nun an der Kassen-Soft ware für die Gastronomie. Das fesselt ihn so, dass er sich entscheidet, sich ausschließlich dieser Idee zu widmen. Er beendet sein Arbeitsverhältnis und macht sich selbstständig.

Die Geschäftsidee des „Startuppers“ passt in die digitale Manufaktur in Rödental. Dort, im Gründerzentrum, sind digitale Geschäftsmodelle wie die Industrie 4.0 oder „die Arbeitswelt der Zukunft “ angesiedelt. Da das Gründerzentrum auf dem ehemaligen Goebel-Gelände vom Freistaat Bayern gefördert wird, kann der Neugründer günstig ein Büro mieten. „Hier ist natürlich das perfekte Umfeld für Innovationen“, sagt der 25-Jährige. Seit Dezember 2021 programmiert er in Vollzeit und lebt von seinen Ersparnissen. Am 1. Mai 2022 gründet er offiziell das Unternehmen „degaso“.

In weniger als 60 Minuten installiert

Degaso-cash arbeitet, im Unterschied zu den bestehenden Systemen, zu 100 Prozent automatisiert. Der Kunde erhält die Zugangsdaten und folgt den Anweisungen – einfach und schnell. Ergänzend dazu gibt es kurze, zweiminütige Erklär-Videos. Die Software muss nur auf das Hauptgerät installiert und der QRCode auf den Endgeräten gescannt werden. Kummert nennt ein Beispiel:

„Ich bin die Aushilfe für Freitagabend und ich habe auf meinem Handy keine Kassen-App installiert. Jetzt kann ich ein neues Gerät hinzufügen und einfach den Code an der Hauptkasse scannen“, erklärt der Entwickler. „Nehme ich die Bestellung entgegen und drücke den entsprechenden Knopf, erscheint die Bestellung am Endgerät.“ Mit „degaso-cash“ lassen sich Speisekarten einpflegen und verschiedene Kategorien erstellen. Mit dabei ist ein digitales Kassenbuch und die technische Sicherheitseinrichtung (TSE), die Schwarzgeld in der Kasse verhindern soll und die bei Neukassen Pflicht ist. Ab Januar 2023 wird die TSE bei allen digitalen Kassen in der Gastronomie verbindlich. Die Software „degaso- cash“ kostet nur 699 EUR und monatlich 66 EUR Lizenzgebühr. Ein weiterer Vorteil: Das System ist unabhängig von einer Hardware und somit entstehen keine weiteren Kosten.

Ab August am Markt

Drei Personen zählen zu Kummerts Team, jeder muss mindestens eine Woche in der Gastronomie gearbeitet haben.

„Du kannst keine gute Kasse entwickeln, wenn du nicht selbst mal die Schürze in die Hand genommen hast.“ Valentin Kummert

Die digitale Manufaktur wurde für einen Abend zur Gaststätte, um zu sehen, was noch verbessert werden kann. Zurzeit nutzen vier Pilotkunden Kummerts Erfindung, im August geht „degaso-cash“ auf den Markt. Vier neue Kunden haben sich bereits gemeldet.

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