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Landpartie #53

Ein Streifzug durch das Coburger Land

von Gabi Arnold | Fotos: Val Thoermer

Sanfte Hügel, naturnahe Flüsse, satte Wiesen und Wälder, historische Städtchen, hübsche Fachwerkfassaden, bekannte und weniger bekannte Ausflugsziele, das ist das Coburger Land. Wir laden Sie in unserer Reihe „Landpartie“ zu einer kleinen Entdeckungsreise durch den Landkreis Coburg ein und sind dieses Mal in Coburgs Süden, der Überraschungen bereithält.

Niederfüllbach

Durch den Schlosspark flanieren, auf Sitzbänken im Schatten ruhen, die Enten auf dem Weiher beobachten oder auf den Wiesen picknicken – in Niederfüllbach ist das möglich. Es ist noch nicht lange her, dass der Schlosspark neugestaltet und zu einem Ort für Jung und Alt wurde. Steinerne Stufen führen zum Gewässer und laden ein, Platz zu nehmen. Einen Bouleplatz und eine Voliere findet man hier ebenso wie viele Spielmöglichkeiten. Der Park ist ein ehemaliger Herrenpark und gehört zum Schloss Niederfüllbach, das sich in Privatbesitz befindet. Es hat eine wechselvolle Geschichte und wurde im Laufe der Jahre renoviert und erweitert. So war es im Besitz von Prinz Leopold von Sachsen-Coburg-Saalfeld, der später erster König von Belgien wurde. Es diente in der Zeit des Nationalsozialismus als Schulungsstätte, später als Lazarett sowie als Kinder- und Altenheim. Nach einem Brand im Jahr 1957 wurde das Schloss beschädigt und stand leer. 1966 kaufte Clodt von Pezold das Schloss und ließ es sanieren, wobei der historische Grundriss erhalten blieb.

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Untersiemau

Auch in Untersiemau zeugt ein prägnantes Bauwerk von vergangenen Zeiten: Das sogenannte untere Schloss wurde im Hochmittelalter erbaut und im 20. Jahrhundert nach alten Vorbildern erneuert, es gehört Privatpersonen. In Untersiemau führt auch ein wunderschöner Wanderweg durch unser Sonnensystem. Der Planetenweg ist ein astronomischer Lehrpfad und der Erste seiner Art in Deutschland. Auf einer Entfernung von sieben Kilometern reihen sich die Himmelskörper maßstabsgetreu aneinander. Wer noch nicht dort gewandert ist, sollte es nachholen.

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In einem Waldstück bei Ziegelsdorf ruht der Freiherr Hans Georg Friedrich Werner von Seebach (2. Mai 1851 bis 14. November 1895). Das Mausoleum wurde damals in einem Park mit Teichen und Wegen errichtet. Der einstige Park lässt sich nur noch erahnen, die Natur hat sich ihr Revier zurückerobert. Das Mausoleum steht inmitten des Waldes, die Umgebung ist verwildert. An dem imposanten Bauwerk nagt schon lange der Zahn der Zeit, der Putz bröckelt, Moos und Unkraut überwuchern die steinernen Stufen. Vielleicht ist es gerade deshalb auch ein mystisches und beeindruckendes Bauwerk, das in der Gesellschaft von Bäumen steht. Im Jahr 1992 hat der Freistaat Bayern einige notwendige Maßnahmen zum Erhalt der Fassade und des Daches veranlasst und ließ den Innenraum mit Gittern absperren. Da es sich im Privatbesitz befindet, sollte man das Mausoleum nur aus der Ferne anschauen. Es ist übrigens eines von zwei Mausoleen im Landkreis Coburg, das andere steht auf dem Coburger Stadtfriedhof. Hier haben die Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha und ihre Familien ihre letzte Ruhestätte gefunden.

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Großheirath und Itzgrund

Den Blick über Wiesen und Felder schweifen lassen und am Ufer der Itz spazieren gehen. Auf ausgebauten Wegen durch Orte mit hübschen Fachwerkfassaden und Kirchen wandern und radeln – die Gemeinde Großheirath und der Itzgrund sind ein Paradies für Naturliebhaber, für alle Erholungssuchenden, die Ruhe bevorzugen und den Alltag vergessen wollen. In den Sommermonaten begegnet man den Störchen, die über die Wiesen und Felder stelzen und dem Schlot auf der Brauerei Schleicher in Kaltenbrunn ihr Domizil gefunden haben. In Kaltenbrunn können Wanderer und Radler eine Pause einlegen und den erfrischenden Gerstensaft und köstliche Speisen genießen. Von Kaltenbrunn läuft oder radelt man zur Schenkenau, einer Einöde, die aus einem Schloss und einer Mühle besteht und Ferienwohnungen vermietet. Rund um die Schenkenau erschließt sich ein Naturschutzgebiet, man hört man die Frösche quaken, seltene Libellen schwirren umher und Grillen zirpen. Ausflügler gelangen von hier zum Beispiel nach Untermerzbach in den benachbarten Landkreis Hassberge zu hübschen Ortschaften mit schönen Biergärten.

Und damit endet unser Streifzug durch das Coburger Land. Gehen Sie doch selbst auf Entdeckungsreise. Es lohnt sich.

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