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MACHER #40

Konzeption & Foto: Sebastian Buff

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen.

Dieses Mal: Markus Rink, Gründer und Inhaber des Coburger Designbüros 8quadrat, vielfacher Preisträger von Designawards, u.a. des renommierten reddot awards.

Sind Sie ein Macher?

Situationen rufen Entscheidungen hervor. Täglich automatisierte Prozesse sind aufgrund von Erfahrungen schnell zu erledigen. Andere Situationen stellen Herausforderungen dar. Hier stelle ich im Privaten und Beruflichen immer wieder fest, dass argumentiert wird, warum ein Problem so groß ist. Die Herausforderung liegt aber nicht in der Argumentation für das Problem, sondern in der analytischen Vorgehensweise, die Vergangenheit und die Gegenwart mit den Erkenntnissen zum Ist-Stand in eine Lösung zu wandeln.

Warum gibt es Probleme?

Wenn man sich zu intensiv fokussiert, aber in die falsche Richtung, zum Problem hin. Denken wir in eine andere Richtung, haben wir auf einmal völlige freie Gedanken. Ob ich ein Macher bin, naja das sollen andere entscheiden. Ich finde das Positive im Problem ist die Lösung.

Warum sind Sie ein Macher?

Ein enger Freund meinte mal, dass ich jedes Projekt mit einer Überzeugung angehe und es auch zu Ende bringe, egal auf welchem Level. Das hat mich erstmal zum Nachdenken angeregt. Dann in der Retrospektive erschien mir seine Wertung doch sehr aufschlussreich.

Was macht das Machen aus?

Ich denke Zufriedenheit. Nicht etwa, etwas geschafft zu haben, sondern eher eine Lösung gefunden zu haben. Eine Problematik, eine Situation, eine Fragestellung in all ihren Facetten durchleuchtet zu haben und zu einem akzeptablen Entschluss, einer finalen Entscheidung oder auch zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht zu haben. Egal ob im privaten oder beruflichen.

Wie ging es los mit dem Machen?

Ich denke das liegt in der Kindheit und in der Erziehung. In meinem Kindesalter hatte ich nicht viel Spielzeug. Fantasie ist der Spielraum und so fing ich an, diverse Spielzeugarten miteinander zu kombinieren, eine eigene Spielzeugwelt zu erbauen. Dann war natürlich in einer Handwerkerfamilie Tüfteln und Lösungen zu finden immer an der Tagesordnung. Ich denke, das ist der Grundstock für das kreative Schaffen, für das Machen.

Was treibt Sie an?

Irgendwann fiel mir ein Spruch ein, „Meine kreative Leidenschaft ist der Dirigent meiner Arbeit“. Naja, dachte ich mir, klingt plausibel. Letztendlich sind es sicherlich die Erfolge durch die Projekte, aber auch der Zuspruch der Beteiligten. Einen großen Teil bietet die Natur, diese gibt mir immer wieder die Möglichkeit, das Bestehende zu hinterfragen, das Getane zu werten und neue Pläne zu schmieden.

Ist die Region ein guter Standort für Macher?

Coburg kam mir damals, als ich 2001 anfing zu studieren, sehr groß vor. Dann aber mit der Zeit merkte ich, dass es unglaublich kompakt ist und die Wege sehr kurz. Und das ist ein sehr gutes Argument für Coburg. Hohe Industriedichte und familiäre Verbindungen ließen meine Entscheidung schnell reifen, hier zu bleiben. Ob es ein guter Standort ist für Macher? Das entscheidet die Bereitschaft , das Potenzial für sein Vorhaben zu erkennen. Aktuell und bezüglich der Situation mit Covid19 kann ich nur erkennen, dass selbst hinter einem Geschäftsmann ein emotionaler Mensch steckt, der auf einmal über persönliches Empfinden spricht. Das spricht für die Region.

Die Fragen stellte Wolfam Hegen.

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