MACHER #45

MACHER

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen.

Dieses Mal: Stefan Finzel, Gründer und Geschäftsführender der Finori GmbH, des weltweit tätigen Möbelunternehmens aus Untersiemau.

Sind Sie ein Macher?

Ich bin eher jemand, der Visionen hat, sie umsetzt und für sie lebt. Immer nach dem Grundsatz „nichts ist unmöglich“.

Warum sind Sie ein Macher?

Ich gebe eigentlich nie auf, ich denke aus einer ganz tiefen optimistischen Überzeugung, dass es zu jedem Problem immer eine Lösung gibt. Es ist eher so, dass ich in jeder Krise, jedem Tal, jedem Negativen eine Chance sehe. Das spornt mich eher an. Wenn man den Willen dazu hat, kann man alles schaffen. Dieses Gen habe ich sicher von meinem Vater, der noch heute, mit über 80, Dinge nach vorne bringt.

Was macht das Machen aus?

Ich glaube daran, dass Fleiß belohnt wird, ich denke immer langfristig, ich handle nach Prinzipien wie Authentizität, Ehrlichkeit, Treue. Das Leben ist immer ein Geben und Nehmen. Also stehen verlässliche Partnerschaften auch geschäftlich über allem, Harmonie, ein gutes Miteinander. Ich mag keine Hinterhältigkeiten, keine Lügen. Und nicht zuletzt braucht es zum Erfolg immer eine tolle Mannschaft. Ich kann auch nur so gut sein wie der Schlechteste im Team. Und wir sind wirklich ein eingeschworener Haufen, 15 von 50 Mitarbeitern sind von Anfang an dabei, das macht mich schon auch stolz.

Wie ging es los mit dem Machen?

In der Schule war ich eigentlich kein Macher, war kein herausragender Schüler oder Student, Hauptsache, irgendwie die Abschlüsse schaffen. Dann bin ich zur damaligen Firma Chromo nach Sonnefeld, dort schnell in eine Führungsposition gekommen, war Importleiter, bin dann mit 31 Jahren nach Ostwestfalen zum großen Möbelhersteller FMD (Flötotto Möbel Design) gewechselt. Während dieser ganzen Zeit habe ich schon gemerkt, dass ich im Vertrieb meine Stärke habe. Und ich war entschlossen, diese Stärke konsequent zu nutzen. Ich habe das Unternehmen verlassen, als sich die Chance ergeben hat, mich selbständig zu machen, gemeinsam mit einem Kompagnon, der später ausgeschieden ist. 2002 war das, also vor fast 20 Jahren. Heute haben wir weltweit an zwei Standorten 50 Mitarbeiter bei 70 Millionen Euro Jahresumsatz, in den letzten Jahren mit jeweils 20% Umsatzsteigerung, liefern in 62 Länder auf allen Kontinenten. Wir sind eines der größten Unternehmen in Europa im Kleinmöbelbereich. Ich hätte nie gedacht, dass sich das mal so entwickelt. Auch sportlich, als Hauptsponsor von Sylvia Ebersdorf, können wir auf Erfolge zurückblicken, die den ganzen Verein, die mich stolz machen. Von der Kreisliga in die Landesliga in wenigen Jahren, das ist schon großartig.

Ist die Region Coburg ein guter Ausgangsstandort zum Machen?

Ja, das würde ich auf jeden Fall sagen. Es gibt hier zum einen viele Menschen, die etwas bewegen wollen, außerdem ist die Übersichtlichkeit der Region ein Vorteil, vieles läuft auf der persönlichen Ebene, mehr als in der Großstadt. Und viele Menschen sind auch bereit, zu helfen, zu unterstützen, sich zu engagieren.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

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