Macher – Fabian Denk #49

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen oder Diverse.

Dieses Mal: Fabian Denk, Inhaber von Denk Keramik in Coburg und Rödental. Er hat das 1964 von seinem Vater gegründete Unternehmen seit 2009 wieder auf Erfolgskurs gebracht und beliefert heute den gesamten deutschsprachigen Raum mit innovativer Keramik aus der Region.

Sind Sie ein Macher?

Ich bin sicher kein Macher im eigentlichen Sinne. Ich bewundere die Leute, die sich als solcher bezeichnen können, die loslegen und etwas anpacken. Ich bin eher der Typ, der innehält und in Ruhe überlegt, und erst dann den zweiten Gang einlegt.

Warum sind Sie ein Macher?

Ich sehe mich als Teamchef, als Animateur, als Innovator. Es geht nichts von allein, ich brauche die Menschen um mich herum, damit wir unsere Ziele erreichen können. Und die versuche ich zu begeistern für das, was wir tun. Machen hat auch etwas mit Wertschätzung zu tun, persönliche Wertschätzung jedes einzelnen. Nur so bringt jeder seine beste Leistung.

Was macht das Machen aus?

Wir bei Denk Keramik machen nur das, was kein anderer produziert. Wir bieten keine Teller oder Tassen an. Wir sind immer auf der Suche nach Innovationen, nach neuen Ideen, neuen Techniken, Materialien. Wir haben uns zum Beispiel mindestens zwei Patente im Jahr zum Ziel gesetzt, und das ziehen wir auch durch. Wir müssen etwas fi nden, von dem der Kunde noch gar nicht weiß, dass er es braucht. Dann haben wir ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt. Dafür stehen wir als Marke. Und Markenpflege ist ganz entscheidend. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass es in Sachen Preis keine Kompromisse gibt, keine Sonderangebote. Das hat auch etwas mit Wertschätzung zu tun. Nur so können wir wirtschaft lich arbeiten.

Wie ging es los mit dem Machen?

Ich habe schon während meines BWL-Studiums in Bayreuth in der elterlichen Firma mitgeholfen, wir haben zum Beispiel Messen organisiert. 1995 bin ich dann in die Firma eingetreten. Das waren andere Zeiten damals, völlig andere Strukturen. Im Laufe der Jahre ging das Geschäft immer mehr zurück. Irgendwann war klar, dass wir so nicht weitermachen können, dass wir pleitegehen. Ich habe dann 2009 die Firma von meinem Vater übernommen und habe überlegt, wie wir eine Zukunft haben, wie wir als Keramikfirma weiterleben können. Das war die Zeit der großen Umbrüche auf dem Markt, das Internet ist immer stärker geworden. Damit ergaben sich völlig neue Möglichkeiten. Wir konnten plötzlich auch als kleine Firma in ganz Deutschland auftreten. Außerdem sind wir bewusst aus dem Handel heraus und haben ganz gezielt Endkunden angesprochen. Das war damals schon revolutionär, dass man als Hersteller seine Produkte auch selbst verkauft , ohne Zwischenhändler. Und wir sind als Keramik-Manufaktur im deutschsprachigen Raum nahezu einzigartig. Das alles hat uns wieder erfolgreich gemacht. Heute verschicken wir etwa 100 000 Pakete im Jahr an die Kunden vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und haben 40 Mitarbeiter.

Ist die Region Coburg ein guter Ausgangsstandort zum Machen?

Klar, ich fühle mich hier unheimlich wohl. Wir haben hier sehr gute, begabte, motivierte Menschen, die bei uns arbeiten möchten, dafür sind wir sehr dankbar. Wohnen und Leben in der Region sind sehr bezahlbar. Das ist auch das Wunderbare am Onlinegeschäft, das kann man von überall aus machen, wenn man gute Ideen und gute Mitarbeiter hat.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

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