Macher: Prof. Dr. Stefan Gast #55

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen.

Dieses Mal: Prof. Dr. Stefan Gast, seit März 2022 Präsident der Hochschule Coburg

Sind Sie ein Macher?

In der Öffentlichkeit gilt vor allem der als Macher, der nicht lange redet, sondern der gleich macht. Ich glaube, das würde meinem Amt nicht gerecht werden. Wir sind kein Unternehmen, wir sind eine öffentliche Institution. Das heißt, ich muss Beides tun: Ich muss machen, aber ich muss auch viel kommunizieren, ich muss Menschen mitnehmen. Es ist ein Amt zwischen Machen und Diplomatie, zwischen aktuellen Anforderungen und dem Blick darüber hinaus. Das tue ich, von daher bin ich wohl ein Macher.

Warum sind Sie ein Macher?

Das ist mein Wesen, ich gestalte gerne und ich freue mich, wenn ich Menschen von meinen Ideen überzeugen kann, wenn ich mit ihnen Konzepte entwickeln, mich austauschen kann. Alleine kann ich nichts ausrichten, ich brauche Menschen um mich herum, die gemeinsam etwas nach vorne bringen wollen. Und diese Menschen habe ich hier an der Hochschule und darüber hinaus in der gesamten Region.

Was macht das Machen aus?

In meinem Fall vor allem, dass ich das Richtige machen muss. Wir sind als Hochschule Coburg und ich als deren Präsident qua Amt der Region verpflichtet. Ich muss die aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse in Coburg, Kronach, Lichtenfels und Bamberg kennen, ich muss der Wirtschaft zuhören, den Verbänden, den Kammern, wo können wir helfen, welche Fachkräfte werden gebraucht, ob nun in der Industrie, im Gesundheitswesen, im sozialen Bereich, im Handwerk oder in der Kreativbranche. Dieser Austausch ist ganz entscheidend, damit wir hier an der Hochschule und letztlich ich das Richtige machen, damit wir die Initiativen ergreifen können, die die Region nach vorne bringen.

Wie ging es los mit dem Machen?

Ich war früher bei einem großen deutschen Automobilkonzern tätig und hatte immer das Bedürfnis, mich mehr einzubringen, mehr zu gestalten. Doch in so großen Häusern mit Hunderttausenden von Mitarbeitern gelingt das aufgrund des eingeschränkten Verantwortungsbereiches nicht so leicht, die Wege sind sehr lang. Bei einer regionalen Hochschule ist das anders. Wir können hier schneller etwas bewegen. Ich bin jetzt seit 12 Jahren hier in Coburg, zunächst als Professor, dann als Dekan der Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik und jetzt seit einem knappen Jahr als Präsident der Hochschule.

Ist die Region Coburg ein guter Ausgangspunkt zum Machen?

Ja, auf jeden Fall. Ich sehe hier ein gigantisches Potential, hier im gesamten Innovationsdreieck Coburg, Kronach, Lichtenfels. Unser Heimatstandort hat außerordentliche kulturelle und wirtschaftliche Möglichkeiten, wir haben eine große Aufbruchstimmung, viele tatkräftige Menschen und erfolgreiche Unternehmen, viele, die dasselbe Ziel haben, nämlich die Region weiterzuentwickeln. Das alles stimmt mich sehr optimistisch.

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