Macherin – Astrid Hess #52

Dieses Mal: Astrid Hess, geboren in Südtirol mit Coburger Wurzeln, seit 1981 in Coburg, Sportmacherin – Vorsitzende des TV 1848 Coburg, des größten Sportvereins Coburgs, Lehrerin am Casimirianum für Sport und Kunst, Skilehrerin für Generationen Coburger Kinder, Vortragsreisende in Sachen Inklusion und vieles mehr.

Sind Sie eine Macherin?

Macherin ist sicherlich ein großer Begriff. Aber ich habe einen Kopf voller Ideen und kann mich immer wieder selbst begeistern, diese auch umzusetzen. Dabei ist die Qualität der Ideen mit den Lebensjahren sicherlich gewachsen.

Warum sind Sie eine Macherin?

Wahrscheinlich bin ich ganz unschuldig, ich wurde einfach in eine Macherfamilie reingeboren. Mein Vater war der erste Landesjugendführer im Alpenverein Südtirol und meine Mutter brachte mehr als zwei Generationen Kindern das Schwimmen im Lido von Meran bei. Etwas bewegen, andere begeistern, Neues planen und auch umsetzen – das hat meine gesamte Kindheit und Jugend geprägt. Ich selbst liebe die Herausforderung, aus wenig oder Nichts etwas auf die Beine zu stellen.

Was macht das Machen aus?

Der Macher wird nicht einfach als solcher geboren. Er wird geprägt vom Elternhaus, entwickelt sich erst mit den Jahren. Lebenserfahrung spielt dabei sicherlich auch eine große Rolle. Ganz wichtig ist aber die Freude am Tun. Wenn das Machen eine Lebenserfüllung ist und Freude macht, dann läuft es eigentlich fast von allein.

Wie ging es los mit dem Machen?

Ich habe bereits im Jugendalter als Jugendführerin im Alpenverein begonnen und auch bei den Kinderskikursen geholfen. Mit dem Umzug zum Studium nach Coburg ging es dann in der aktiven Vereinsarbeit weiter. Die Interessen haben dabei auch immer mal gewechselt. Ganz am Anfang stand das Engagement für den Skisport in Coburg, den ich wohl über viele Jahre geprägt habe. Auch heute stehe ich noch gerne an den wenigen Schneetagen in Neukirchen oder Heubach am Skihang und bringe den Jüngsten die ersten Schritte auf den Skiern bei. Auch im Tennis bin ich immer noch gerne mit ihm Team, wenn es um ein Tenniscamp geht oder mit innovativen Ideen den Verein auf einem guten Weg zu halten.

Die vielen Erfahrungen in den unteren Ebenen als Vereinsfunktionär sind jetzt von Nutzen, wenn es darum geht, den TV 48 Coburg auf seinem Weg zum modernen Sportverein zu führen. Die Zeiten im Vereinsleben haben sich gewandelt. Gerade die Pandemie hat die Situation noch beschleunigt. Man darf es nicht versäumen, in den modernen Medien präsent zu sein, sich professioneller aufzustellen und dabei doch auch alte Traditionen zu bewahren.

In den letzten Jahren hat noch ein weiteres Thema mein Interesse bewegt: Inklusion im Sport, damit alle Menschen Zugang zum Sport und auch zum Sportverein bekommen. Ich bin hier Inklusionscoach in der Deutschen Turnerjugend DTJ und deutschlandweit als Referentin zu diesem Thema unterwegs. Besonders spannend finde ich hier die Verbindung von Theorie und Praxis: Vereine und Einrichtungen für das Thema interessieren, Übungsleiter für den Einsatz schulen, und alle bei ihren ersten Umsetzungen begleiten.

Ist die Region Coburg ein guter Ausgangspunkt zum Machen?

Wenn man so vernetzt ist wie ich, ist Coburg ein sehr guter Ausgangspunkt. Man kann in Coburg auf kurzem Wege viele interessante und engagierte Menschen erreichen und auch von neuen Ideen begeistern. Ich merke auch immer mehr, dass man als Sportverein auch für soziale ldeen Unterstützer finden kann.

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