Monaco Franke

Monaco Franke #26

Heiland, das waren zuletzt wirklich harte Wochen für alle Oberbayern! Erst stößt dieser überehrgeizige Emporkömmling aus Mittelfranken unser aller Horst Seehofer als Ministerpräsident vom Thron. Dann muss Ilse Aigner, Vorsitzende des so mächtigen CSU-Bezirkverbandes Oberbayern, das wichtige Bayerische Finanzministerium an einen Oberpfälzer abgeben. Einen OBERPFÄLZER! Und schließlich sagt auch noch ein gebürtiger Schwabe dem großen FC Bayern ab. Ach Du liebes Bissla! Da könna sie einem fei richtig leidtun! Und des will wos heiß’n, wenn des a Franke sagt!

Ich mein‘, der Monaco ist natürlich schon stolz, dass jetzt „aaner von uns“ der neue Landesvater ist. Gut, er ist zwar kein Oberfranke, des stimmt scho. Aber ein Nermbercher! Und des is doch allweil noch besser als ein Ingolstädter! Der Söder hat das Herz schon am rechten Fleck, gell! Mag Hunde, geht gern zum Fasching, kümmert sich um die Leut‘ auf dem Land, wo er jeden Bürgermeister kennt. Und im Fußball schlägt sein Herz für den Glubb! Einfach symbaadisch, gell?! Dass die 32.000 landeseigenen Wohnungen der BayernLB-Tochter GBW, die er in seiner Zeit als Finanzminister an irgendwelche windigen Bieterkonsortien verscherbelt hat, jetzt das zigfache kosten? Das hat er ja nicht ahnen können!

Ganz schön aufgeräumt hat Söder in München. Heilicher Bimbam! Einige „Großkopferte“ wie der bisherige Kultusminister Ludwig Spaenle (übrigens ein Münchner, also auch ein Oberbayer!) tauchen im Kabinett plötzlich gar nicht mehr auf. Dafür ist die Ministerriege eigentlich ganz CSU-untypisch jünger und weiblicher geworden. Melanie Huml aus Bamberg, die Basketball-Nationalspieler schon mal medienwirksam gegen FSME impfen darf, ist als Gesundheitsministerin weiterhin dabei. Dazu kommen Kerstin Schreyer („Familie, Arbeit, Soziales ohne Asyl“), Michaela Kaniber (Landwirtschaft) und schließlich Söders Trumpf: Dr. Marion Kiechle. Die neue Wissenschaftsministerin ist eine angesehene Gynäkologin, die bisher als Ordinaria der Frauenklinik am Münchner Klinikum rechts der Isar tätig war – oder wie die „Bild“-Zeitung ihre fachliche Qualität kurz zusammenfasste: die Gattin von TV-Sportreporter Marcel Reif. Heimatland!

Und die Aigners Ilse, die lange Zeit als seine größte Konkurrentin im Kampf um die Seehofer-Nachfolge galt? Die muss sich mit einem „SUPERministerium“ trösten. Also jedenfalls haben Söders PR-Leute dafür gesorgt, dass das überall so stand. Zuständig ist Aigner für Wohnen, Bau und Verkehr – in Zeiten von Schwarzarbeit am Bau, Verkehrsinfarkten, drohenden Dieselfahrverboten und Mietwahnsinn ist das vor allem mal eine SUPER undankbare Aufgabe, quasi das politische „Bermuda-Dreieck“ Bayerns. Da könnte die Superministerin schon mal in schwere See geraten. Aber jetzt lassen wir ihn erstmal machen, den „Maggus“. Im Herbst steht ja mit der Landtagswahl auch gleich die erste Standortbestimmung an. Söder will seine in Umfragen auf historisch schlechte 42 Prozent abgerutschte CSU wieder in altgewohnte Höhen führen – deshalb übrigens auch der Zusatz „ohne Asyl“ bei Sozialminsisterin Schreyer, denn das ist ab sofort Chefsache! „50 plus x“ hieß das immer. Und wenn es dann so weit ist im September, dann spielt Söders FCN so wie es aussieht auch bald wieder gegen den FC Bayern – eine schöne Gelegenheit, sich im Wahlkampf mal werbewirksam mit rot-schwarzem Schal im Stadion blicken zu lassen.

Apropos Bayern München: Auch die haben gerade Probleme, obwohl man das an der aktuellen Bundesligatabelle nicht unbedingt ablesen kann. Ehrlich, die Liga ist so langweilig und fad wie ein Interview mit Philipp Lahm! Bayern wird zum sechsten Mal in Folge Deutscher Meister, und trotzdem läuft aus Sicht des Branchenprimus gerade einiges falsch. Thomas Tuchel hat als Trainer für die kommende Saison abgesagt, was ihm die Bayern mindestens als Majestätsbeleidigung auslegen werden. Und dann hat die Liga auch noch gegen den ausdrücklichen Willen der Münchner entschieden, die „50-plus-1-Regel“ beizubehalten. Rotnase Kalle Rummenigge, der nodorische Bobberer, hat hinterher – wie in solchen Fällen eigentlich immer –wie ein beleidigtes Kind getrotzt und gegen alle geätzt, die sich nicht seiner, also der richtigen Meinung angeschlossen haben. Allen voran Andreas Rettig bekam das zu spüren, der Geschäftsführer des „mittelmäßigen Zweitligisten“ FC St. Pauli, der den Antrag auf Beibehaltung der Regel gestellt hatte. Den Mann, den er schon mal „Schweinchen Schlau“ nennt, hat Rummenigge diesmal als „Ideologen und Zwecknostalgiker“ beschimpft.

Ja, das hat fast schon politisches Niveau. Aber so ist das, wo sich jemand den anderen überlegen fühlt. Und dann is‘ scho wurscht, ob es um „50 plus x“ oder „50 plus 1“ geht.

Schätzla, schau wie iech schau!

Für den COBURGER von Wolfram Porr

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