Monaco Franke

Monaco Franke #30

Alle reden über den Klimawandel, nur der Monaco nicht. Bisher jedenfalls nicht. War doch bislang alles ziemlich weit weg. Die Gefahr, dass der Staffelberg in absehbarer Zeit überflutet werden könnte, war und ist doch eher gering. Und gegen eine um zwei Grad höhere Durchschnittstemperatur kann ja niemand ernsthaft etwas haben, der in den letzten Jahren so manchen Augustabend bibbernd mit Wolldecke auf der Terrasse oder im Garten zugebracht hat und der im Sommer gerne draußen ist, oder? Armageddon kannte der Franke bisher allenfalls aus dem Kino. Doch das ist jetzt vorbei! Denn ein Katastrophenszenario als eine Folge des Klimawandels wird auch unsere Breiten und damit alle Franken bis ins Mark erschüttern!

Ja, wos soll des etzad saa? Coburg wird mecklenburgische Enklave als Ausgleich dafür, dass sich die Ostsee immer mehr Land zurückholt? Landesweites Schafkopfverbot, weil durch das heftige Auf-den-Tisch-Klopfen beim Stechen und Schmieren vor der holländischen Küste Tsunamis ausgelöst werden? Wos geht des also uns an, Kreizdeifl?! Bisher haben wir geglaubt, der Kampf gegen den Klimawandel sei wichtig, weil durch die Erderwärmung die Polkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt und weil es als Folge der erhöhten Wassertemperaturen zu mehr Unwettern, Wirbelstürmen und Tornados kommen wird. Bisher haben wir geglaubt, dass Holland, Venedig und Bangladesch irgendwann absaufen und dass die süßen, kleinen Eisbärenbabys in der Arktis kraftlos zurückbleiben und verhungern könnten, weil das Eis bricht und sie beim Schwimmen so viel Energie verlieren. Was uns aber bisher niemand gesagt hat – und jetzt kommt’s: Bier wird teurer!

Ja, Himmelherrgottdunnerwedder nuchamol. Des kann ja wohl ned saa! Wieso soll ich für mei Seidla plötzlich mehra bezohln, nur weil’s draußen wärmer is!? Und überhaupt: Hod’s ned im Sommer erst g’haaßen, dass die Brauer über neue Rekordumsätze jubeln, weil die Leit bei dera Hitz‘ viel mehr Durschd g’habt ham als sonst? Das erste Halbjahr 2018 war laut Bayerischem Brauerbund tatsächlich das beste seit 25 Jahren, weil’s schon im April so warm war, dass die Biergärten voll waren und der Gerstensaft nur so floss. Und im zweiten Halbjahr mit dem heißen Juli und August und dem milden Herbst ging es ganz sicher so weiter. Des Bier müsst‘ also doch günstiger wer’n, Herrschaft!

Stimmt alles. Trotzdem ist es wie es ist. Und die Erklärung liefert eine neue Studie der University of California in Irvine/USA: Steigende Temperaturen, so heißt es da, sorgen für Dürre, steigende Meeresspiegel und höhere Bierpreise. Ja, Himmel, Arsch und Zwirn! Ich versteh’s nuch ned! Also: Durch anhaltende Dürre, wie auch wir sie in diesem Sommer erlebt haben, komme es zu erheblichen Ernteausfällen. In manchen Jahren würde weltweit bis zu 17 Prozent weniger Gerste wachsen. Und aus Gerste, Hopfen, Malz und Wasser wird bekanntlich unser Bier gebraut. Das Bier werde deshalb langfristig doppelt, in manchen Regionen sogar viermal so teuer.

Braugerste ist aufgrund der schwachen Ernte momentan rund 60 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Aber deswegen soll ein Kasten Bier durchschnittlich bald ein Euro teurer werden? Da geht es für die Brauer im Einkauf doch maximal um Centbeträge! Richtig, allerdings ist das auch nicht der einzige Grund für die zu erwartende Preiserhöhung. Der Bayerische Brauerbund erklärt dazu: Nicht nur die Zutaten seien in den letzten Jahren teurer geworden. Auch Lohn-, Energie- und Transportkosten seien immer weiter gestiegen, nur hätten viele Brauereien das nicht auf den Preis umgelegt: „Die Brauer haben lange viel geschluckt“, wird Geschäftsführer Walter König zitiert. Des glabbd der Monaco freilich aufs Wort!
Erfrischend realistisch sieht die Sache der Leiter der Studie, Steven Davis. Denn er sagt: „Die Welt sieht zahlreichen, lebensbedrohlichen Auswirkungen des Klimawandels entgegen; etwas mehr Geld für Bier ausgeben zu müssen, erscheint angesichts dessen vielleicht trivial. Aber es gibt definitiv eine interkulturelle Anziehungskraft von Bier, und am Ende eines zunehmend gewöhnlich heißen Tages kein kühles Bier zu bekommen, würde das Ganze noch schlimmer machen.“

Recht hat der Mann! Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass immer mehr kleinere fränkische Brauereien und Gastwirtschaften schließen, dass die EU unsere schönen traditionellen Krüüchla verbietet, weil man den Eichstrich nicht sehen kann, und man auch bei uns immer öfters eine oberbayerische Plörre, oder noch schlimmer: ein Pils in der Tulpe serviert bekommt, wenn man eigentlich nur „a Seidla“ will. Ich finde ja, eine schöne Aufgabe für unseren Heimatminister, da mal was für seine Landsleute zu tun. Auch wenn das inzwischen ein Oberpfälzer und kein Franke mehr ist und es in der bayerischen Politik auch gerade zu einem „Klimawandel“ gekommen ist. Das ist aber ein wieder ein anderes Thema.
Schätzla, schau wie iech schau!

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