Monaco Franke

Monaco Franke #41

Dem Franken an sich wird ja eine gewisse Bierruhe nachgesagt. Angesichts des täglichen Wahnsinns, der uns umgibt, kann man da ja nur sagen: Gott sei Dank! Denn man stelle sich vor, jeder würde bei all dem Irrsinn dieser Welt, jedem potenziellen Aufreger, lautstark lospoltern wie so a narrischer Uhu! Was da an Kraft ausdrücken und Schimpft iraden in die Luft geblasen würde, gängert‘ auf ka Kuhhaut! A jeder hätt‘ n an gschwollnen Hals, an hochroten Schädel und’s Maul off en. A aanzichs Kuddlmuddl wär des und goar ned gut für’n Blutdrugg! Dann doch lieber nach dem Motto leben: „Was soll ich mich aufreeng, ich kann’s ja eh ned ändern. Also halt‘ ich die Gosch‘n“!

Stimmt ja auch oft genug! Klappt halt nur leider nicht immer! Dafür gibt’s einfach zu viele Irre. Nicht genug, dass wir hier bei uns ein paar Themen und Figuren haben, die einen zur Weißglut treiben können. Da wären ja auch noch Putin und Erdogan, Lukaschenko und Orban und nicht zu vergessen der durchgeknallte Semmelblonde aus dem Weißen Haus. Ja, was ist denn mit dem los?!? Ein „Staatsmann“, der sich wie ein Halbstarker geriert und sich seit Jahren mit Halb- und Unwahrheiten durch die Weltpolitik zwitschert, während er andere gleichzeitig der Lüge bezichtigt („Fake-News“!). Keine Rede ohne Attacken und persönliche Angriff e auf alles und jeden – und das beschränkt der GröPaZ (der größte Präsident aller Zeiten) längst nicht auf politische Gegner. Deutschland, obwohl enger Verbündeter, ist längst zu einer Art Lieblingsfeind Trumps geworden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel („Angela, you got to pay, Angela!“ ) hat das zu spüren bekommen.

Der SPD-Politiker Ralf Stegner hat’s vorher gewusst. Eine Woche vor den US-Wahlen 2016 twitterte er: „Donald Trump ist ein ungehobelter, umgebildeter, sexistischer und peinlich auftretender Proll. (In Franken würde man sagen: „großmäuliggs Rindviech, gscherts!“, d. Red.) So ein Mann darf nicht US-Präsident werden!“ Wurde er aber. Im November schauen wir nun wieder gespannt in die USA. Denn bevor uns hier in Deutschland mal wieder ein sogenanntes Superwahljahr ereilt, werden die Amerikaner an die Wahlurne gerufen. Zwischen Demokraten und Trumps Grand Old Party, den Republikanern, ist darüber ein offener Streit entbrannt. Hinter der jüngsten Briefwahl-Offensive der bösen, linken „Dems“, die den blassen, ausstrahlungslosen Greis Joe Biden ins Rennen schicken, vermutet Trump nämlich eine große Verschwörung – genauer gesagt die „GröVaZ“ – die größte Verschwörung aller Zeiten (darunter macht er’s nicht). Eine groß angelegte, vorsätzliche Wahlmanipulation, die seine Abwahl zum Ziel habe. Aber Trump wäre nicht Trump, hätte er nicht immer eine passende Antwort parat: So hat er seine Anhänger dazu aufgerufen, genau zu überprüfen, ob ihre Stimme auch wirklich gezählt wird, sollten sie Briefwahl machen. Sicherheitshalber mögen sie einfach zusätzlich noch ins Wahllokal gehen und ihre Stimme (dann ein zweites Mal) für ihn abgeben. Aufforderung zum Wahlbetrug? Ist ihm doch egal. Wenn die Worschd so dick wie’s Brot ist, dann is worschd wie digg‘s Brot is!

Am 4. November wissen wir, ob die Weltgemeinschaft diesen selbstherrlichen Pfau noch weitere vier Jahre erdulden muss. Immerhin hat Trumps Politik durchaus auch Auswirkungen auf Bayern. Der Abzug der US-Soldaten aus Deutschland wird auch hier böse Folgen für einige Städte und Gemeinden haben. 12.000 GIs sollen nach dem Willen Trumps ins gelobte Heimatland zurückkehren. Zurückbleiben werden ländliche Regionen, die bisher von den „Amis“ lebten und nun vor dem Nichts stehen. Es drohen gigantische Leerstände. Jobs fallen weg. Das Geld, das an solchen Standorten für Investitionen in die Hand genommen wurde, wäre verbrannt. Noch gibt es kein fertiges Konzept für den US-Truppenabzug und auch keinen Zeitplan. Viele hoff en aber genau jetzt auf einen politischen Wechsel, damit das Schlimmste vielleicht doch noch verhindert wird. Doch selbst wenn Trump abgewählt werden sollte, könnte der drohende Teilabzug der US-Soldaten weiterhin eine Hängepartie bleiben.

So weit sind wir aber noch lange nicht. Erstens: Trump kämpft um eine zweite Amtszeit. Mehrfach hat er außerdem angedeutet, bei einer Wahlniederlage nicht unbedingt freiwillig das Feld zu räumen. Trumps „Logik“ dahinter ist klar: Nur bei einem Wahlsieg des GOAT („Greatest of all time“) kann die Wahl korrekt abgelaufen sein. Bei einer Niederlage muss Manipulation im Spiel gewesen sein. Jedem „normalen“ Menschen würde ein Psychiater spätestens hier eine narzisstische, wenn nicht sogar maligne (also bösartige) narzisstische Störung attestieren. In einem schon 2018 veröffentlichten Buch kommen 27 Psychiater und Psychologen zu dem Schluss, dass Trump gemeingefährlich und für sein hohes Amt unfähig ist. Klar ist mal: Würde sich ein US-Präsident im Fall seiner Abwahl gegen einen friedlichen Machtwechsel stemmen, so wäre das ein beispielloser Vorgang.

Schwer vorstellbar, was passieren würde, sollte Trump sich wirklich weigern, das Weiße Haus zu verlassen. Müsste er dann mit Polizeigewalt aus dem Präsidentensitz getragen werden? Und was würde dann aus ihm? Nun, sollte der Hobbygolfer und Fan seichter Sitcoms Amerika den Rücken kehren, vielleicht hätten ja wir in Deutschland Verwendung für ihn. Sprecher der Reichsbürger wäre eine Möglichkeit. Oder SPD-Kanzlerkandidat, falls Olaf Scholz noch über seine Cum-Ex- und Wirecard-Verwicklungen stolpern sollte. „Make SPD great again“ wäre doch ein passender Slogan?! Oder Wiesnwirt in München! Das „Bräurosl“-Zelt sucht für 2021 noch einen Nachfolger. Wie wär’s also mit dem „Trump Tower“ auf dem Oktoberfest? Das könnte nur eine Erfolgsgeschichte werden, sorry: die „GröEaZ“, die größte Erfolgsgeschichte ever. Natürlich. Mindestens!

Schätzla, schau wie iech schau!

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