Stolzer Hieber – Was Freude macht #48

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125 Jahre Optik Müller

EIN GESPRÄCH MIT WERNER HIEBER

125 Jahre Optik Müller. Ein stolzes Jubiläum. Ein traditionsreiches regionales Unternehmen in mittlerweile fünfter Generation. Und die sechste steht schon in den Startlöchern. Ein Meisterbetrieb mit qualifizierten Leistungen und Produkten rund um Auge und Ohr. Gelegenheit für ein Gespräch mit Werner Hieber, Optiker und Hörgeräteakustiker, der das Unternehmen von 1989 bis 2010 geführt hat.

COBURGER: Herr Hieber, warum heißen Sie eigentlich nicht Müller wie ihr Familienunternehmen?

Werner Hieber (lacht): Die allermeisten meiner gerade älteren Kunden sagen ja Müller zu mir und ich habe damit auch kein Problem. Die Erklärung ist einfach: Meine Mutter war eine Müller, aus ihrer Familie kommt das Unternehmen. Und weil das Unternehmen drei Generationen lang Optik Müller hieß, haben wir es auch dabei belassen. Was gut läuft, sollte man nicht verändern.

COBURGER: Sie sprechen immer noch von Ihren Kunden, obwohl Sie das Unternehmen vor ein paar Jahren an ihren Sohn übergeben haben. Fällt es Ihnen schwer, loszulassen?

Werner Hieber: Nein. Ganz und gar nicht. Der macht das gut. Aber ich habe schon immer Kunden zu Hause besucht, gerade ältere, habe ihnen zum Beispiel beim Einrichten von Hörgeräten geholfen, oder habe sie abgeholt in eines unserer Ladengeschäfte, wenn sie nicht mehr so fit waren. Auch in Altersheime bin ich schon früher gefahren, seit 20 Jahren. Und ich habe auch schon immer Vorträge über Augen und Ohren gehalten in Grundschulen oder an der Volkshochschule. Und all das mache ich auch heute noch, weil es mir einfach Freude macht. Und natürlich ist das auch für das Geschäft gut, das ist echter Service, wir kümmern uns um unsere Kunden. Das spricht sich herum. Ich bin Halbrentner.

COBURGER: Wie ging es denn los bei Ihnen mit der Übernahme?

Werner Hieber: Das war 1989, da war ich Mitte 30 und schon fast 18 Jahre in der Firma. Es war schon immer mein Wunsch, in die Fußstapfen meines Vaters zu treten, doch dann ging es schlagartig und ich hatte die Verantwortung für vier Geschäfte in Coburg, Bad Rodach und Rödental mit insgesamt 34 Angestellten. Das war schon ein schwieriger Moment, ich wurde Chef von vielen Menschen, die mich von klein auf kannten. Der eine, ein großer Typ, hatte mich mal als kleinen Jungen auf einen hohen Schrank gesetzt, weil ich frech war. Und plötzlich war ich sein Chef…

COBURGER: Wie fühlt es sich an, wenn Sie wissen, dass nach ihrem Sohn jetzt schon ihre Enkel in den Startlöchern stehen, die Firma in die sechste Generation zu führen?

Werner Hieber: Das ist schon ein tolles Gefühl von echtem Stolz auf das Erreichte. Ich habe einen großen Teil des Fundaments der heutigen Firma aufgebaut, war 20 Jahre lang im Geschäft, habe es in dieser Zeit in erfolgreiche Bahnen gelenkt. Da ist es schon befriedigend, dass es weitergehen soll in die nächste Generation. Und wenn ich mir meine drei Enkelinnen so anschaue, die sind schon aus dem richtigen Holz geschnitzt, die sind ja jetzt schon geschäftstüchtig.

COBURGER: Viele Familienunternehmen scheitern an der Übergabe an die nächste Generation, die viele Arbeit als Selbständiger schreckt oft ab. Was ist Ihr Geheimnis?

Werner Hieber: Ja, es war schon oft ein Spagat, die vierköpfige Familie und die Firma unter einen Hut zu bringen. Man muss schon viel gegenseitige Toleranz und viel Verständnis mitbringen. Man arbeitet als Selbständiger eigentlich rund um die Uhr, die Firma ist immer gegenwärtig, das müssen alle mittragen, sonst geht das nicht. Aber das haben wir immer hinbekommen.

COBURGER: Und was gehört noch zum Erfolg?

Werner Hieber: Natürlich erst einmal das Fachliche, das ist die Grundlage, ohne geht es nicht. Dann war mir auch der Teamgeist wichtig, ich habe mir – denke ich – nie den Chef raushängen lassen, habe immer appelliert, dass wir gemeinsam die Herausforderungen angehen müssen. Und wir haben uns auch schon immer gesellschaftlich engagiert. Ich habe beispielsweise gemeinsam mit einem Bekannten den Gewerbemarkt in Rödental mitorganisiert, zehnmal, mit insgesamt 25 000 Besuchern, ich habe den Nikolaus gespielt in einem Rödentaler Kindergarten, war fast 100 mal beim Blutspenden, wir haben Fußball- und Schwimmturniere veranstaltet, bei einem Fußballturnier hatte unsere eigene Optik Müller-Mannschaft sogar Verstärkung von vier Ex-Profis vom Club, darunter Dieter Eckstein. Das alles gehört auch dazu, diese Teilhabe, dieses Mitmachen, dieses Engagieren, man ist ein Teil der Region und sollte sich da auch einbringen, und mir hat das immer
Freude bereitet.

COBURGER: Blieb da überhaupt Zeit für Hobbies?

Werner Hieber: Wenn immer möglich habe ich Sport gemacht, bin bis heute aktiver Fußballer, jogge seit ein paar Jahren bis hin zum Halbmarathon, und war früher Spitzenspieler bei den Billardfreunden Creidlitz-Coburg im Karambolbillard. Wir sind damals sogar in die 2. Bundesliga aufgestiegen und einmal habe ich auch an Deutschen Meisterschaften teilgenommen. Das war schon auch eine großartige Zeit. Auf der anderen Seite hätte ich deswegen fast nicht heiraten können, weil alle Wochenenden belegt waren. Nur ein Tag war frei, der 1. Oktober 1977. Und ausgerechnet da hat es geregnet und gestürmt … ich glaube, das hat mir meine Frau bis heute nicht verziehen.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen

 

Werner Hieber

Optik Müller Chef in vierter Generation bis 2010

  • Geboren 8. September 1953
  • 1971 Eintritt in Firma
  • Ausbildung zum Augenoptiker
  • 15 Monate Bundeswehr
  • Ausbildung zum Hörgeräteakustiker
  • Meisterausbildung Hörgeräte und Augenoptiker
  • 1989 Übernahme von Optik Müller
  • 2010 Übergabe an Sohn Björn

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