Sonderthema Stadtsanierung – Coburg schreibt Zukunft #45

50 Jahre Stadtsanierung in Coburg – so geht es weiter

Coburg schreibt Zukunft

Ein Kran überragt unübersehbar die Baustelle. Baumaschinen rollen an und wirbeln Staub auf. Das Fundament ist gegossen, Zwischenwände sind sichtbar. Das Globe am ehemaligen Güterbahnhof nimmt Gestalt an. Im Herbst 2022 soll es fertig sein. Zunächst als Interimsspielstätte für das sanierungsbedürftige Landestheater gedacht, soll es später Coburgs kulturelles Leben bereichern. Der hölzerne Rundbau wird mit 18 Metern Höhe das auffälligste Gebäude in Coburgs neuem Süden sein.

Zwischen den Bahngleisen und der Itz schreitet in den kommenden Jahren die Stadtentwicklung in großen Schritten voran. Ein junges Quartier mit einer Mischung aus Wissenschaft, Kultur, Events und High-Tech entwickelt sich auf der einstigen Brache. Da die Stadt Coburg im Wettbewerb zu anderen Regionen stehe, sei es wichtig, spannende Anreize für junge Menschen aus nah und fern zu schaffen, sagt Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig. „Mit der Entwicklung dieses Areals schaffen wir einen Leuchtturm, der weit über die Region hinaus strahlen und junge Leute anziehen wird. Die Stadt geht ihre Zukunft aktiv an.“

Der Güterbahnhof erinnert an Zeiten, als hier noch geschäftiges Treiben herrschte, als Züge anrollten, Pakete ein- und ausgeladen wurden. Besonders in der alten Pakethalle ist diese Atmosphäre noch spürbar. Der Charme des Backsteinhauses soll erhalten bleiben, versichert Mechthild Neumann, Bau- und Umweltreferentin der Stadt Coburg. „Wir planen eine niederschwellige Sanierung.“ Damit ist gemeint, dass die Pakethalle behutsam und mit Fingerspitzengefühl instandgesetzt werden soll. Lange Zeit stand das Leben hier komplett still, bis das Designforum Oberfranken mit den Designtagen einzog. Einmal im Jahr stellten Designer ihre Produkte aus, Jung und Alt flanierten umher, Musik-Festivals fanden statt. Doch aufgrund fehlenden Brandschutzes und nicht ausreichender Sanitäranlagen durften keine Veranstaltungen mehr genehmigt werden. „Mit der sanften Sanierung schaffen wir wieder ein spannenden Raum für Events aller Art“, so Neumann.

Auch am stillgelegten Schlachthof sind Arbeiter am Hämmern und Bohren. Die ehemalige Kühlhalle, ein prägnantes Gebäude direkt am Ufer der Itz gelegen, wird im Rahmen der Städtebauförderung von Grund auf saniert. Hier soll die Zukunftswerkstatt der Coburger Hochschule einziehen. Der Makerspace von Creapolis, eine „Mitmachwerkstatt“ für jedermann, wird in der Kühlhalle einen Platz finden, ebenso wie das Gründerzentrum „Zukunft.Coburg.Digital“. „Im Rahmen unserer Stadtentwicklung verbinden wir auf dem gesamten Areal Altes mit Neuem, Historie mit Zukunft“, erklärt Sauerteig. „Zwischen Kühlhalle und Globe wird nach und nach der dritte und modernste Campus der Hochschule, der Prinz-Albert-Campus, entstehen“, freut sich der OB. „Junge Leute werden hier bald lernen, arbeiten, feiern und kreativ sein und Stadt und Landkreis voranbringen.“

Durch Coburg fließt die Itz, leider wird der Fluss kaum wahrgenommen. Das soll sich ändern. Im Jahr 2008 hat die Stadt Coburg mit dem integrierten Stadtentwicklungskonzept die Weichen für eine nachhaltige Stadtentwicklung gelegt, sagt Sauerteig. „Die Erlebbarkeit der Itz ist eine Idee daraus.“ Nun wird diese Erlebbarkeit angegangen: Es sollen an der Itz Räume zum Verweilen, für Sport und Ruhe entstehen – beispielsweise im Bereich der Mohrenbrücke. „Die Maßnahmen werden in enger Abstimmung mit dem Arten-, Umwelt- und Baumschutz vorgenommen“, versichert Sauerteig. Begleitend dazu werden auch die Geh- und Radwege entlang des Flusses weiterentwickelt und Lücken geschlossen.

Ein „Herzensprojekt“ des Oberbürgermeisters ist die neue Trendsportanlage, für die er sich seit Jahren – schon als Stadtrat – einsetzt. Nun wird sie Realität. Gebaut wird sie neben dem Stadtjugendheim „Coje“ auf dem Sportplatz. Bereits im kommenden Jahr können Jugendliche und Jung-Gebliebene sich hier nach Herzenslust austoben. Es entsteht eine Sportanlage mit Pumptrack, Skateanlage, Parcours und Basketballfeld.
Das sind nur einige Beispiele, die zeigen: Coburg schreibt Zukunft.

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