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SONDERTHEMA Zukunft – Digitale Agenda Coburg #25

Eine Leitlinie für die Zukunft

Ein Journalist recherchiert auf dem Coburger Marktplatz vor seinem Interview mit dem Oberbürgermeister noch schnell ein paar Hintergründe und nutzt mit CoburgHOTSPOT das kostenfreie Wlan der Stadt. Melanie B. aus Erfurt besucht am Wochenende ihre Mutter in der Vestestadt und freut sich auf den verkaufsoffenen Sonntag. Auf GoCoburg findet sie die Öffnungszeiten ihrer Lieblingsgeschäfte und viele aktuelle Angebote. Im Coburger Baublog erfährt der Rentner Uli G. mit einem Mausklick alle Neuigkeiten rund um die Sanierungsarbeiten in seinem Viertel. Michael M. hat in Coburg seinen Traumjob gefunden und informiert sich auf der Internetseite der Stadt Coburg, wo der Stammtisch für Neubürger stattfindet.

Die Welt vernetzt sich immer stärker digital. Das wirkt sich mehr und mehr auf unseren Alltag aus: Wie und wo wir arbeiten, leben und unsere Freizeit gestalten. In diesem Fortschritt liegen große Chancen für mehr Wohlstand, eine bessere Lebensqualität und unsere wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit. Der digitale Wandel bedeutet vor allem Veränderung. Deshalb ist es wichtig, dass die positive Wirkung der Digitalisierungsprozesse in der Mitte der Gesellschaft ankommt und von allen gesellschaftlichen Gruppen mitgestaltet werden kann. Das betrifft auf individuelle Weise jeden von uns. Bürgerinnen und Bürger stellen hohe Ansprüche an ihr Lebensumfeld, ihre Versorgung und die Dienste ihrer Stadtverwaltungen. Dies gilt für alle Bereiche: Von der Mobilität und Infrastruktur über die Energie- und Gesundheitsversorgung bis hin zu den Themen Bildung, Arbeiten und Freizeit. Gleichzeitig steigt der Anteil älterer Menschen und die Digitalisierung stellt neue Anforderungen an die Stadtgesellschaft.

Coburg auf dem Weg zur smarten Kommune

Städte stehen somit vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Doch wie können sich Städte, Menschen, der Handel, Verwaltungen und ganze Unternehmenskulturen verändern, um fit für die digitale Zukunft zu werden? Auf was müssen wir uns zukünftig einstellen und welche digitalen Neuerungen bewähren sich bereits? Wie sieht er aus, der Weg in eine digitalisierte Welt? Coburg strebt einen nachhaltigen Transformationsprozess an. Ziel ist es, die Stadt zu einer zukunftsfähigen und „smarten“ Kommune weiterzuentwickeln. Um Antworten auf viele Fragen zu erhalten und das Wissen sowie die Expertise Vieler zu nutzen, startet die Stadt Coburg unter der Leitung von Oberbürgermeister Norbert Tessmer, der 2. Bürgermeisterin Dr. Birgit Weber, dem 3. Bürgermeister Thomas Nowak und der Stadtkämmerin Regina Eberwein die Erstellung einer „Digitale Agenda Coburg“. Eingeladen sind verschiedenen Akteure aus Bürgerschaft, Stadtgesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung und den Unternehmen. „Ziel der Ausarbeitung ist es, gemeinsam zukunftweisende Ideen zusammenbringen, zu bewerten und konkrete Maßnahmen für ein digitales Coburg der Zukunft formulieren. Wir nehmen die Herausforderungen der Digitalisierung an – den digitalen Wandel nachhaltig positiv zu begleiten und mitzugestalten“, erklärt Karin Engelhardt von der Stabsstelle E-Government der Stadt Coburg, die das Projekt gemeinsam mit Stephan Horn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Coburg steuert.

Zeitgemäße Lösungen für Bürgerinnen und Bürger

Die Digitale Agenda der Stadt Coburg will Menschen sensibilisieren, zur Abstimmung laufender Projekte beitragen, neue Projekte initiieren und Szenarien entwickeln, wie die Digitalisierung das zukünftige Leben in der Stadt beeinflussen wird. Auch Fördermittel, die von der EU, dem Bund oder dem Freistaat Bayern bereit gestellt werden, können auf diese Weise zielgerichtet ermittelt und beantragt werden. So erhöhen sich die Chancen Zukunftsthemen aktiv anzugehen und umzusetzen. Erarbeitet wird ein strategisches Dokument, das in den kommenden drei Jahren den zukünftigen digitalen Weg der Stadt Coburg deutlich macht. „Wir wollen wissen, was schon gut läuft, wo noch Ängste und Herausforderungen zu bewältigen sind, welche Projekte und Förderungen zukünftig zu Coburg passen, und welche Maßnahmen gewinnbringend eingesetzt werden können“, resümiert Engelhardt. Die Projektmanagerin hat eine genaue Vorstellung, wie der digitale Weg ihrer Stadt aussehen soll. „Wenn ich beruflich unterwegs bin und neue Projekte kennenlerne, überlege ich, was davon auch für Coburg passen würde. Doch nicht jede Maßnahme, die in anderen Kommunen erfolgreich umgesetzt wird, funktioniert auch bei uns“, erklärt sie. Wichtig sei es herauszufinden, welche Strategien und neuen Konzepte nachhaltig wirken und gleichzeitig von möglichst vielen Menschen mitgetragen werden. „Das, was wir suchen, sind zeitgemäße Lösungen, mit denen möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in Coburg zurecht kommen“, weiß Engelhardt.

Deutscher Städte- und Gemeindebund ermittelt Grundlagen

Die „Digitale Agenda“ wird in mehreren Runden bestehend aus Interviews und Workshops erarbeitet. Die Leitung übernimmt die Steuerungsgruppe, die sich aus Oberbürgermeister Norbert Tessmer, Mitarbeitern der Stabsstelle E-Government, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Mitgliedern der Stadtverwaltung, des SÜC-Konzerns, des CEB sowie der Wohnbau zusammensetzt. Außerdem treffen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Institutionen, Stadt und Wirtschaft auf lokaler und auf nationaler Ebene. Insgesamt sammeln rund 30 Personen effektive Vorschläge und Informationen rund um das Thema Digitalisierung in Coburg, um daraus eine Bestandsaufnahme zu ermitteln und Lösungsvorschläge zu formulieren. Bevor viele Akteure aus kommunalen Handlungsfeldern wie Bildung, Wirtschaft, Wohnen, Mobilität und Gesundheit sowie Verwaltung und Stadtgesellschaft gemeinsam diskutieren und ihr Wissen und ihre Erfahrung einbringen, wird ein Expertenteam des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und des Instituts für Information und Technik (iit) die bestehenden Grundlagen ermitteln. Im Rahmen der Initiative „Transform Local“ können sich mittelgroße Städte und Gemeinden wie Coburg bei den anstehenden Transformationsprozessen auf dem Weg ins digitale Zeitalter unterstützten lassen. Die Ergebnisse werden als Handlungsempfehlungen in die Digitale Agenda der Stadt Coburg einfließen und dienen als Arbeitsbasis.

Coburg Vorreiter in Sachen Digitalisierung

Die Digitale Agenda wird kein in sich abgeschlossener Prozess sein oder bleiben, im Wesen der Digitalisierung ist bereits bedingt, dass sich alles im Fluss befindet. So wird auch die Digitale Agenda der Stadt Coburg ein dauerhafter Prozess sein, der sich verändernden Rahmenbedingungen unterwerfen und mit zwischengeschalteten Meilensteinen und Entscheidungsphasen über einen langen Zeitraum immer wieder fortgeschrieben wird, ja sogar fortgeschrieben werden muss. Die Ausarbeitung der „Digitalen Agenda Coburg“ ist ein weiterer wichtiger Schritt Coburgs zur digitalen Weiterentwicklung unserer Stadt. Schon seit 2001 beschäftigt sich die Stabsstelle E-Government damit, die digitale Daseinsvorsorge immer weiter zu entwickeln. So beteiligte sich das Team an der Ausarbeitung der Smart-City-Charta „Digitale Transformation in den Kommunen nachhaltig gestalten“, wirkte an der im Rahmen der Digitalen Agenda der Bundesregierung initiierten „Initiative Intelligente Vernetzung“ mit, oder nahm erfolgreich am Modellprojekt „Digitale Einkaufsstadt Bayern“ teil. Erst kürzlich wurde das Projekt „Zukunft.Coburg.Digital“ ins Leben gerufen, wobei mittels gezielter Netzwerkaktivitäten und innovativer Veranstaltungsformate Gründungsideen sowie die digitale Transformation der hiesigen Wirtschaft unterstützt werden. An dessen Ende soll ein Digitales Gründer- und Kompetenzzentrum stehen, mit dem die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Coburg ausgebaut wird.

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