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Stadtgespräch #16

Vom Knast in die Küche

Es war ein Prozess wie in einem Hollywood-Film, der Prozess gegen den Coburger Uli S. im Jahr 2013: Die junge von ihm geliebte Frau, eine Schrotflinte, eine Rattenjagd, ein Hund zum Stolpern, der Schuss in den eigenen Bauch, die allgegenwärtige und ihn immer noch liebende Ex-Frau, ein explodierender Richter.

Am Ende musste Uli S. für 12 Jahre hinter Gitter – weil er seine Frau getötet hat, wie das Gericht entschied. Diese Zeit sitzt der bald 60jährige jetzt in der JVA Bayreuth ab. Aber das Stehaufmännchen, der frühere Gastronom, der Lebemann, der bunte Hund wäre nicht Uli S., wenn er nicht auch dort wieder für Furore sorgen würde: Mittlerweile, so heißt es, sei er in der Küchenhierarchie der JVA aufgestiegen, und auch als Sprecher der Gefangenen im Einsatz.

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Vom Kampf der Bürger

Es ist ambitioniert, das Bauvorhaben im und um das ehemalige Diakonisch-Soziale-Zentrum in Coburg im Probstgrund entlang der Leopoldstraße. Im Frühjahr wurde die Baugenehmigung erteilt, zum einen für die Sanierung des ehemaligen DSZ, zum anderen für die Neubauten. Insgesamt sollen über 100 neue Wohnungen entstehen.

Doch es scheint ein wenig Sand ins Baugetriebe gekommen zu sein: So sollte mit den Bauarbeiten bereits im Frühjahr begonnen werden, noch rollen aber auch Ende Juni und Anfang Juli keine Bagger, und so laufen auch zahlreiche Anwohner Sturm: „Profit vor Lebensqualität“, „Keine neuen Bausünden in der Leopold“, „Die Stadt zerstören“, „Anwohner-Parkplätze ade – Stadt verkauft an Investor“, das alles ist auf großen Werbetafeln in den Vorgärten der Anwohner zu lesen.

Vom Heft in den Teich

Eine Karikatur ist so etwas wie eine überzeichnete Darstellung eines Sachverhalts, Satire eben. So etwas machen wir im COBURGER gerne, vor allem in unseren Stadtgesprächen. Umso schöner, wenn eine Karikatur etwas bewirkt und Wellen schlägt. So oder so ähnlich geschehen in Lautertal: Unsere Karikatur im letzten Coburger mit einer weltberühmten Comicente namens Donald, die im Ortsteil Rottenbach im umstrittenen Dorfteich Entenhausen gründet, muss wohl anregend gewesen sein:

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Jetzt steht dort in der Tat ein Entenhaus, ist uns berichtet worden. Vielleicht dient das ja auch der Befriedung des dörflichen Konflikts vor Ort: den Tümpel zuschütten oder aufhübschen und zum Dorfmittelpunkt machen, das ist der Streitpunkt. Vielleicht heißt jetzt schon bald: Ente gut, alles gut.

Vom Apfel ein Stück

Der HSC 2000 Coburg ist in der ersten Liga angekommen. Thomas Apfel aber wir als Pressesprecher nicht mehr dabei. Auch sein Stellvertreter Sebastian Straubel hört auf. Zu zeitaufwändig ist das Ehrenamt für den Radio-EINS Chef, der jetzt nur noch als Hallensprecher zu Verfügung steht. Und der Lautertaler Bürgermeister kann den Job beim HSC nicht mehr mit seinem Beruf unter einen Hut bringen. Die neue Doppelspitze des HSC wird die Pressebetreuung jetzt selbst mit organisieren. Außerdem wechselt iTV-Redakteur Maximilian Heller als Pressesprecher zur Stadt Coburg, hat die Leiterin der Geschäftsstelle Stadtrat Tanja Angermüller gekündigt und soll der frühere Pressesprecher Michael Selzer zum Stadtmarketing abgeordnet werden und sich dort um die Landesausstellung 2017 kümmern.

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Vom Geld zu wenig

Der Coburger Spitzenvolleyball heißt nicht mehr „VSG Coburg Grub“, sondern „Green Energy Volleys“, oder besser: hieß „Green Energy Volleys“. Nur ein paar Wochen nämlich arbeitete die neue Volleyballgesellschaft rund um Geschäftsführer Volker Jeziorski mit Hochdruck am Etat für die neue Saison in der 2. Handball-Bundesliga und warb vor allem um weitere Unterstützer, dann kam die Nachricht: Spitzenvolleyball in Coburg ist tot. Der Lizenzantrag für die 2. Liga wird zurückgezogen. Zu wenig Geld. Vielleicht hätte man das vermeiden können, hätten die vielen Gesellschafter der Green Energy Volleys GmbH Farbe bekannt. Das wäre ein Stück Glaubwürdigkeit gewesen. Doch die Gesellschafter wollten nicht in der Öffentlichkeit genannt werden, musste Jeziorski bei einem Pressegespräch auf Nachfragen der Medien einräumen.

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Vom Gericht ins Theater

Bodo Busse geht nach Saarbrücken, bald, nächstes Jahr schon. Doch der Intendantenstuhl des Landestheaters Coburg wird nicht lange verwaist sein. Laut Oberbürgermeister Norbert Tessmer habe man ohne Ausschreibung schon einen ganzen Stapel Bewerbungen vorliegen und Polit-Jungstar Max Forkel von der CSU-Nachwuchsorganisation Junge Union redet von guten Kontakten, die man angehen wolle.
Das alles wird in die Intendantenwahl münden, die ja nach den Erfahrungen von früher recht komplex sein kann …. Ins Reich der Märchen gehört allerdings das Gerücht, dass Ex-Richter Gerhard Amend den Intendantenposten anstrebt. Das nun wäre zu viel der Ehre und vor allem der Macht: Amend ist immerhin schon Vorsitzender des Theaterkreises und hat als Stadtrat auch im Theaterausschuss ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.

Vom Duden gern mehr

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Wir sind verwirrt, als wir vor einem Lokal in der Coburger Innenstadt das Schild „Kotelette mit gemischter Salatplatte“ entdecken. Handelt es sich um ein gebratenes Rippenstück vom Kalb oder Schwein? Wir bekommen Hunger. Aber heißt das nicht das „Kotelett“ und nicht „Kotelette“? Ist eine Kotelette nicht vielmehr eine Hälfte eines Backenbarts? Und das mit Salat? Wir wenden uns angewidert ab … Der Duden hilft uns weiter: Wir waren schon zu Recht etwas verwirrt. Das Stückchen Fleisch nämlich schreibt man in der Regel „Kotelett“, aber eben – ausnahmsweise – auch selten „Kotelette“. Immerhin kommt es ja auch vom französischen „cotelette“, einer kleinen Rippe. Die Koteletten wiederum gibt es nur in der Mehrzahl, nicht in der Einzahl, auch sie kommen aus dem Französischen, von „coté“, also der Seite.

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