Trier #43

Kultouren – Der COBURGER auf Reisen

Reisen alleine, zu zweit, als Familie mit Kindern, „die schon aus dem Gröbsten“ raus sind, mit Freunden. Regionen in Europa, die mit dem Auto, per Bahn, mit dem Bus (oder dem Flugzeug) in ein paar Stunden erreichbar sind. Ziele für Menschen, die etwas sehen und erleben wollen, die interessiert sind an Kultur, Land und Leuten, an Natur, Bergen, Seen, Flüssen und Meer, gerne verbunden mit Bewegung an der frischen Luft und manchmal auch mit ein bisschen kalkuliertem Abenteuer. Das sind unsere COBURGER-Kultouren. In jedem Magazin eine. Mit vielen Bildern, die Lust aufs Fortfahren machen, und mit ein paar wenigen persönlichen Eindrücken, wenn Sie dieser Lust erliegen. Unser Tipp: Selbst auf Entdeckungsreise gehen.

von Gabi Arnold

Auch das neue Jahr steht noch unter dem Einfluss der Pandemie, wir verzichten deshalb auf Fernreisen und bleiben im Land. Unsere Reise führt uns in die älteste Stadt Deutschlands, nach Trier. Die 110.000 Einwohner zählende Stadt liegt direkt an der Grenze zu Luxemburg und quillt geradezu über von Kultur und Geschichte. Wer sich mit dem Zug auf die Reise begibt, blickt auf Flusstäler, auf steile mit Weinreben bewachsene Hügel und malerische Landschaften. In der Nähe des Bahnhofes befinden sich Hotels und von dort aus lässt sich die Stadt gut zu Fuß erkunden. Allerdings sollte der Kulturinteressierte ein paar Tage oder eine Woche einplanen, um in die Geschichte einzutauchen. Trier wurde vor mehr als 2000 Jahren von den Römern unter dem Namen Augusta Treverorum gegründet; die römische Vergangenheit begegnet uns überall in der Stadt. Seit dem Jahr 1986 gehören die römischen Bauwerke zum Weltkulturerbe. Die an der Mosel gelegene Stadt bietet aber auch zahlreiche Sport- und Freizeitmöglichkeiten und Erholung pur.

Porta Nigra

Wir begeben uns auf die Spuren der einst römischen Herrschaft in der deutschen Stadt. Wir laufen vom Bahnhof aus durch die Bahnhofstraße und die Theodor-Heuss-Allee entlang zur Porta Nigra. Nach circa zehn Minuten sehen wir das 26 Meter hohe Fragment des antiken Stadttores, das im Jahr 170 nach Christus errichtet wurde. Die Porta Nigra hat ihren Namen wohl den Witterungseinflüssen zu verdanken; Wetter und Stadtbrände sollen das Gebäude dunkel gefärbt haben. Zahlreiche Steinmetzzeichen liefern Hinweise auf die Bauphasen, Archäologen schließen daraus, dass das Tor wohl eher zu Repräsentationszwecken als zur Abwehr errichtet wurde. Die Porta Nigra ist für Besucher geöffnet, ein besonderer Tipp sind die Führungen mit einem Schauspieler, der in die Rolle des Zenturios schlüpft und in die Vergangenheit entführt.

Domkirche

Wir laufen weiter in Richtung Innenstadt und stoßen auf ein weiteres imposantes Bauwerk. Die hohe Domkirche St. Peter zu Trier ist die älteste Bischofskirche in Deutschland und vereint gleich mehrere Epochen der Bau- und Kulturgeschichte in sich, was sie in vielerlei Hinsicht interessant macht. Im Innenraum sieht man unter anderem die Heilig-Rock-Kapelle. Hier befindet sich in einem kostbaren Holzschrein die Tunika, die Jesus Christi getragen haben soll. Alle paar Jahre wird die Reliquie ausgestellt. Der Legende nach hat die heilige Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, den Heiligen Rock nach Trier gebracht. Der Heilige Rock ist ein Symbol für das gesamte Leben und die Menschheit Jesu. Die Echtheit des Rockes ist jedoch bis heute umstritten.

Römberbrücke

Von der Innenstadt sind es nur wenige Gehminuten bis zur Römerbrücke. Das auffallende Backsteinbauwerk ist die älteste Brücke Deutschlands und immer noch in Betrieb. Autos, Radfahrer und Fußgänger überqueren auf der historischen Brücke die Mosel. Nicht weit entfernt von der Römerbrücke treffen wir auf die Reste der Barbarathermen. Die Ausgrabungen geben faszinierende Einblicke in das Leben der alten Römer. Überreste der Baderäume wie Becken und Ruheräume, Gänge und Säulenreste des einst monumentalen Badetempels lassen den Glanz der vergangenen Zeiten erahnen. Auf 42.000 Quadratmetern erstreckt sich die größte Thermenanlage des römischen Reiches – außerhalb Roms. Auf dem Ausstellungsgelände kann ein Drittel der ursprünglichen Anlage erkundet werden.

Mosel

Falls man mehrere Tage verweilt, sollte man unbedingt die Moselregion erkunden. Das geht zu Fuß, auf dem Fahrrad oder mit dem Schiff. Die malerische Umgebung rings um Trier ist nämlich wie geschaffen für Erholungssuchende. So führen uns Wandertouren entlang des Flusses, über Höhen und Täler durch malerische Landschaften. Wer lieber radelt, der leiht sich ein Trekking- oder Tourenrad aus, auch E-Bikes stehen zur Verfügung. Die idyllische Landschaft lässt sich auch besonders gut bei einer der Schiffsfahrten auf der Mosel entdecken. Jachten, Kanus, Paddelboote und sogar der Nachbau eines römischen Weinschiffes sind auf der Mosel anzutreffen.

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